Stevens-Rücktritt in Hoffenheim "Das Risiko ist zu groß"

Huub Stevens ist in Hoffenheim wegen Herzrhythmusstörungen zurückgetreten. Der Trainer könne nicht mehr den vollen Einsatz garantieren. Fängt Hoffnungsträger Julian Nagelsmann jetzt früher an?


Herzprobleme sind der Grund für den Rücktritt von Huub Stevens als Trainer bei 1899 Hoffenheim. Das hat der sichtlich bewegte 62-Jährige auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. "Das Risiko ist zu groß", sagte Stevens. "Ich weiß, dass du nicht 100, sondern 120 Prozent fit sein musst, um alles zu geben." Die TSG ist in der laufenden Saison akut abstiegsgefährdet. Den nötigen Einsatz könne Stevens nicht mehr leisten. Mannschaftsarzt Thomas Fröhlich hatte Herzrhythmusstörungen beim Trainer festgestellt und ihn an die Universitätsklinik Heidelberg weitergeleitet. Dort unterzog sich Stevens einer Kardioversion, der Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus. Ob eine Operation ansteht sei noch nicht klar.

Die Ärzte hatten Stevens nicht direkt geraten, aufzuhören. Die Entscheidung habe er selbst getroffen. "Du weißt, was auf dich zukommt. Und da musst du fit sein", sagte Stevens. Für Ratschläge würde er aber jederzeit weiter zur Verfügung stehen. Dafür bedankte sich Sportdirektor Alexander Rosen, genauso wie "für seinen Einsatz und seine Arbeit, die er in den vergangenen Monaten geleistet hat."

Am Mittwochmorgen setzte der Trainer Rosen in Kenntnis von seinem Rücktritt. Dieser bezeichnete den Schritt als "überraschend, absolut nachvollziehbar, aber auch ein Stück weit beklemmend". Rosen und Stevens informierten die Mannschaft gegen Mittag. "Das war sehr emotional. Die Jungs waren sehr betrübt, da war auch ein bisschen Wasser in den Augen", sagte Rosen.

Jetzt übernehmen zunächst Stevens' Assistenten Armin Reutershahn und Alfred Schreuder. Währenddessen läuft laut Rosen bereits die Suche nach einem Nachfolger: "Es gibt viele intensive Gespräche. Wir spielen verschiedene Szenarien durch." Eins dieser Szenarien sei auch der frühzeitige Start von Julian Nagelsmann. "Natürlich spielt der in unseren Überlegungen eine Rolle", so Rosen. Der 28-Jährige sollte den Verein eigentlich erst im Sommer übernehmen, aktuell ist er vor Ort, um Gespräche zu frühen. Das größte Problem ist Nagelmanns Ausbildung zum Fußballlehrer. Bei dieser befindet er sich in der Endphase, im März soll der Abschluss erfolgen.

Stevens hingegen könnte am Ende seiner Karriere stehen. "Ich denke schon", sagte der Niederländer. Rosen hofft bei seiner Mannschaft indes auf eine Trotzhaltung, griff auf das klassische "jetzt erst recht" zurück. Die nächsten Spiele wolle man "auch für Huub" angehen - angefangen am Samstag (15.30, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) im Abstiegsduell gegen Werder Bremen.

aev

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insgesamt 2 Beiträge
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spitzaufknoof 10.02.2016
1. Richtige Entscheidung
Es ist absolut richtig auf sein Herz zu hören. Stevens tut gut daran an sich zu denken und dem stressigen Fussballzirkus Adieu zu sagen. Und in die Altersarmut wird er sicher auch nicht abgleiten. Alles Gute.
epiktet2000 10.02.2016
2. Alle hopp!
Wirklich schade, dass er aufhört. Gesundheit geht eben vor. Aber welcher Nachfolger wird bei diesem Verein und dessen Sponsor ohne gesundheitliche Sorgen bleiben?
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