Abstiegsdrama in 2. Liga Erzgebirge Aue wütet gegen den Schiedsrichter

Ein Tor nicht gegeben, zwei Elfmeter nicht bekommen - und weil Aue in der 86. Minute noch ein Gegentor kassierte, muss der Verein nun in die Relegation. "Wir wurden verschaukelt", sagt der Präsident.

Schiedsrichter Sören Sorks mit Aue-Spielern
Bongarts/Getty Images

Schiedsrichter Sören Sorks mit Aue-Spielern


"Wir wurden verschaukelt, warum auch immer. Ich weiß nicht, ob es fahrlässig oder vorsätzlich war", mit diesen Worten machte Aues Präsident Helge Leonhardt nach der 0:1-Niederlage in Darmstadt seinem Ärger Luft. Anlass für seine Aufregung waren gleich mehrere Entscheidungen, die Schiedsrichter Sören Storks und sein Team während der Partie zum Nachteil der Gäste getroffen hatten. Durch die Niederlage muss Aue in zwei Relegationsspielen (Freitag, 18. und Dienstag, 22. Mai) gegen den Karlsruher SC um den Klassenerhalt kämpfen.

Bereits in der vierten Minute übersah Storks, dass der Ball nach einem Schuss von Aues Calogero Rizzuto erst deutlich hinter der Torlinie geklärt wurde. In der 31. Minute verweigerte er Aue einen Elfmeter, obwohl Darmstadts Felix Platte den Ball im eigenen Strafraum deutlich erkennbar mit der Hand spielte. Auch ein Trikotzerren des Darmstädters Dong-Won Ji ließen die Unparteiischen ungeahndet.

"Ich weiß nicht, was wir den Schiedsrichtern getan haben. Ich hoffe, dass der Fußballgott genauer hinschaut", sagte Aues Trainer Hannes Drews nach dem Spiel. "Leider war es innerhalb von vier Wochen die dritte klare Fehlentscheidung gegen uns."

Die Spieler zeigten sich ebenfalls verärgert, ließen aber mehr Selbstkritik erkennen. Aues Routinier Christian Tiffert fragte: "Wer hat schon Argumente, wenn man 0:1 verliert?" Torjäger Pascal Köpke äußerte sich angesichts der mangelnden Chancenverwertung selbstkritisch. "Wir können nicht alles auf den Schiedsrichter schieben", sagte er beim TV-Sender Sky.

Gelingt es Aue nicht, sich gegen den KSC durchzusetzen, wäre es der dritte Abstieg in die Drittklassigkeit nach 2008 und 2015.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, der Vorname des Trainers von Erzgebirge Aue laute Tobias. Korrekt ist jedoch Hannes. Wir haben dies korrigiert.

tip/dpa/sid



insgesamt 62 Beiträge
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malexe 13.05.2018
1. Keine Lobby
Leider hat ein kleiner Verein wie Aue keinerlei Lobby. Der Schiri gehört nach solchen eklatanten Fehlentscheidungen normal für die nächste Saison degradiert. Fehler passieren und sind menschlich, aber bei der Fülle reicht es für den Schiri dann eben nicht für die 2.Liga. Ich bin übrigens Dynamo-Fan und daher eigentlich kein Freund der Schachtis aus Aue.
cologne_sharks 13.05.2018
2. Doppelt Pech für Aue
Dass Aue nun auch noch gegen den starken Karlsruher SC antreten muss, ist dann noch richtiges Pech. Das Wildparkstadion wird toben am Freitag. Vor der Kulisse muss eine Mannschaft erst einmal bestehen. Zumal die Karlsruhe mit reichlich Rückenwind in die Relegation gehen. Nach dem schlechten Saisonstart haben sie eine starke Runde gespielt.
_derhenne 13.05.2018
3.
Verstehe die ganze Aufregung nicht, die Auer sollten es doch gewohnt sein?! Geht ja nicht erst seit dieser Saison so... Die hätten schon vier klare Buden machen müssen, damit mal eins gepfiffen wird. Kann mich zumindest nicht erinnern, dass die irgendwann mal "Glück" mit dem Schiri hatten, zumindest wenn es um die Wurst ging.
andreasm.bn 13.05.2018
4. da wollte wohl jemand einen kleinen Ostverein nicht in der 2. Liga,...
nach z.B. Darmstadt kommt man ja auch deutlich besser und mit Sicherheit ziehen die auch mehr Zuschauer und Sponsoren. Trotzdem bleibt ein Beigeschmack und man sollte mal den Geldeingang des Schiedsrichtergespanns beobachten in den nächsten Wochen.
telarien 13.05.2018
5. Einfache Lösung
Ich teile die Verärgerung von Aue. Eine einfache Verbesserung wäre eine Umbenennung in Bayern Aue. Da bleiben schon aus Versehen die Hälfte der Pfiffe oder Anrufe aus Köln aus.
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