HSV-Sieg in Sandhausen Selfies mit dem Ortsschild

Der Hamburger SV ist in der zweiten Liga angekommen: Gegen Sandhausen überzeugte der Absteiger und feierte den ersten Erfolg. Die Fans nutzten die Reise in die Provinz auf ihre Weise.

Hamburgs Khaled Narey
DPA

Hamburgs Khaled Narey


Es sei einmal dahingestellt, ob es eine gute Idee der Sandhäuser Stadtverwaltung war, eines der Ortsschilder direkt vor dem Haupteingang des Stadions zu platzieren. Hunderten HSV-Fans machte das Amt damit am Sonntagnachmittag allerdings eine Riesenfreude. Direkt nach dem Ende der mit 3:0 gewonnen Partie bildeten sich Schlangen vor dem gelben Schild mit der Aufschrift "Sandhausen, Rhein-Neckar-Kreis". Ein dankbarer Hintergrund für Selfies von jubelnden HSV-Fans mit emporgerecktem Daumen.

Es war ein Bild, das für vieles steht, was diese Partie zum wohl ungleichsten Duell der zweiten Liga macht. Ein Duell zwischen dem frisch abgestiegenen Traditionsklub Hamburger SV und dem ewigen Underdog aus dem Südwesten der Republik, der sich nun schon das siebte Jahr in Folge in der Zweiten Liga hält. 7000 neue Mitglieder hat der HSV vor dieser Saison geworben und 24.000 Dauerkarten verkauft. Sandhausen hat etwas mehr als die Hälfte davon - an Einwohnern.

Zudem verfügen die Hanseaten über einen in etwa vier Mal so hohen Etat wie der Verein aus der 15.000-Einwohner-Stadt. All dies sind solch unterschiedliche Parameter, dass sie sich eigentlich nur auf dem Platz niederschlagen können, wo auch tatsächlich eine willige, aber überforderte Sandhäuser Mannschaft auf ein Team traf, das nicht nur nominell in einer anderen Liga agierte.

Kritik vom Trainer trotz des klaren Erfolgs

Dabei fiel beim HSV das verletzungsbedingte Fehlen von Matti Steinmann und Aaron Hunt gar nicht auf. Filip Kostic, der auf Vereinssuche ist, hatte zudem darum gebeten, nicht mit nach Süddeutschland fahren zu müssen. Akustisch hatten die Hanseaten am Sonntag ein Heimspiel, obwohl ihre Anhänger in der Unterzahl waren: Von den 15.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion hatte allenfalls ein Drittel Sympathien für den HSV.

Es hörte sich allerdings streckenweise so an, als sei das Fan-Verhältnis umgekehrt. Und das nicht nur bei den drei Treffern durch Khaled Narey (7. Minute/30.) und Rick van Drongelen (59.), bei denen sich die Sandhäuser Defensive recht gutmütig zeigte.

Während die Gastgeber große Schwächen offenbarten, wusste der HSV in Sachen Körpersprache und Einstellung zu überzeugen. Bezeichnend, dass Christian Titz nach dem ungefährdeten Sieg noch Kritik übte: "Nach dem 3:0 haben wir für meinen Geschmack etwas zu stark runtergefahren", sagte er.

Christian Titz
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Christian Titz

Nach der Pressekonferenz präzisierte der im 17 Kilometer entfernten Edingen-Neckarhausen aufgewachsene Coach, dass er mit etwas mehr Willen auch einen höheren Sieg für möglich gehalten hätte. Titz gab damit den Sound vor, der auch die Ansprachen in den nächsten Wochen prägen dürfte.

Am Sonntag gewann man schließlich auf denkbar überzeugende Art und Weise, obwohl einige Stars wie Lewis Holtby oder Pierre-Michel Lasogga gar nicht mal stark spielten - ein weiteres Indiz dafür, dass die größte Gefahr beim angepeilten Wiederaufstieg nicht die Konkurrenz ist, sondern der Glaube, es irgendwie auch mit 95 Prozent Körperspannung schaffen zu können.

Wenn man Titz in den vergangenen Wochen richtig verstanden hat, wird er erst dann aufhören, vor Überheblichkeit zu warnen, wenn das Saisonziel erreicht ist: der sofortige Wiederaufstieg. Gerne dokumentiert mit möglichst vielen Fotos mit glücklichen Fans vor Ortsschildern aus Aue, Heidenheim oder Paderborn.



insgesamt 5 Beiträge
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skeptikerjörg 12.08.2018
1. Schuhen macht den Karius
Der Keeper des SV Sandhausen wusste, dass der HSV was für das Selbstvertrauen tun musste und schenkte ihm gleich mal 2 Tore. Egal, die 3 Punkte gehen nach Hamburg, der erste Schritt ist getan. Nun kann man die Aufholjagd gegen den FC St.Pauli starten. Aber Vorsicht, so einfach gibt's die Punkte nicht immer. Nicht gleich wieder abgeben.
heini-fisch 12.08.2018
2. Bitte erst einmal die nächsten 4 - 5 Spiele
abwarten. Dann kann man von Ankommen reden. Und selbst dann ist das nicht gewährleistet. HSV muss dringend wieder aufsteigen. Sonst ist nämlich finanziel Asche. Neray ist aber schon mal gut.
novoma 12.08.2018
3.
Unglaublich - in einer geradezu unmenschlichen Anstrengung ist es dem HSV gelungen, den Fußballgiganten Sandhausen zu bezwingen. Dann steht dem sofortigen Wiederaufstieg und der darauf folgenden Meisterschaft ja nichts mehr im Wege...
HenrySchneider 13.08.2018
4. Naja - der HSV Sieg war eher ein Geschenk des Sandhäuser Tormanns
man kann dem Kommentar von 3. novoma nur zustimmen. Erst mal den Saisonverlauf abwarten - und das Rückspiel. ;) Seit Jahren schiesst der HSV mit Kanonen und Spatzen mit einem immensen Mitteleinsatz gepaart mit großstädtischer Überheblichkeit. Daran gemessen hätte der HSV 12:0 gewinnen müssen. Viel Spass noch in der 2.Liga. Da haben sich schon ganz andere "Giganten" vertan: 1. FC Kaiserslautern, 1860 München, Karlsruher SC um nur mal ein paar wenige zu nennen. Herzliche Grüße aus der effizienten Sandhäuser Provinz.
HenrySchneider 13.08.2018
5. Naja - der HSV Sieg war eher ein Geschenk des Sandhäuser Tormanns
man kann dem Kommentar von 3. novoma nur zustimmen. Erst mal den Saisonverlauf abwarten - und das Rückspiel. ;) Seit Jahren schiesst der HSV mit Kanonen und Spatzen mit einem immensen Mitteleinsatz gepaart mit großstädtischer Überheblichkeit. Daran gemessen hätte der HSV 12:0 gewinnen müssen. Viel Spass noch in der 2.Liga. Da haben sich schon ganz andere "Giganten" vertan: 1. FC Kaiserslautern, 1860 München, Karlsruher SC um nur mal ein paar wenige zu nennen. Herzliche Grüße aus der effizienten Sandhäuser Provinz.
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