"Tiefe Narbe" Pyrotechnik im Stadtderby - DFB ermittelt gegen St. Pauli und den HSV

Vier Tore und vier Spielunterbrechungen gab es im Hamburger Stadtderby zwischen dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV. Letzteres wird nun Konsequenzen haben.

Fans des FC St. Pauli
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Fans des FC St. Pauli


Das Hamburger Stadtderby hat ein Nachspiel. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Zweitligisten FC St. Pauli und Hamburger SV eingeleitet. Nachdem Fans beider Mannschaften in der Partie am Sonntag, die der HSV 4:0 (1:0) gewann, Pyrotechnik abbrannten, drohen beiden Klubs nun hohe Geldstrafen.

Zuvor hatten Klubvertreter beider Vereine das Verhalten der Fans verurteilt. "Ich habe nichts gegen Pyro, aber das ging zu weit", sagte St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig. Das Spiel im Millerntor musste von Schiedsrichter Felix Brych insgesamt viermal unterbrochen werden.

Der Spielabbruch drohte

Kurz vor Schluss hatte Brych die Spieler sogar in die Kabine geschickt. Dies sei die letzte Warnung und sein letztes Mittel, sagte Brych dem Fernsehsender Sky. Obwohl der HSV bereits die Partie entschieden hatte, riskierte ein HSV-Fan mit einer weiteren Zündelei sogar den Spielabbruch.

Bereits kurz nach dem Anpfiff brannten die ersten Leuchtfackeln im Millerntorstadion. Fans beider Klubs hatten trotz verstärkter Kontrollen verbotene Gegenstände in das Stadion gebracht. "Ich weiß gar nicht, wo die das immer alles reinstecken", sagte HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga, der mit zwei Treffern großen Anteil am Derbysieg hatte.

Bei St. Paulis Präsident Oke Göttlich löste das Fehlverhalten der Fans gar Bestürzung aus. Er sprach von einer "tiefen Narbe" und nicht nur einer "Niederlage auf dem Feld, sondern auch drumherum".

hba/dpa/sid



insgesamt 17 Beiträge
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skeptikerjörg 11.03.2019
1. Das hoffe ich doch
Dass das nicht ohne Konsequenzen bleibt ist zu hoffen. Ich befürchte nur, dass die Konsequenzen sich auf ein paar (erneute) Ermahnungen und ein paar Euro Geldstrafe beschränken werden. In meinen Augen einzig richtige Konsequenz wäre je ein Heimspiel ohne Zuschauer, damit die Hools, Ultras etc. endlich mal merken, wie sehr sie dem eigenen Verein schaden. Ja, auch wenn man damit die Fans trifft; die wirklichen Fans würden es verstehen. Die Fußball-Krawall-Reisenden und gewaltbereiten Pyro-Chaoten sind nämlich keine Fans, die benutzen den Fußball und die Stadien nur als Bühne zur Selbstdarstellung.
werdercale 11.03.2019
2.
Man sollte gleich nach dem ersten Vorfall das Spiel abbrechen und zugunsten des Gegners werten. Dann hört der Blödsinn vielleicht auf.
fatherted98 11.03.2019
3. Kapier ich nicht...
.....die Gesichter der Leute die diese Dinger zünden sind klar erkennbar. Einfach draußen festnehmen und einlochen...warum geht das nicht bei der all der Überwachungstechnik? Oder aber...beim kleinsten Funken wird das Spiel abgeblasen...alle raus....und die Vereine spielen vor leeren Rängen weiter....hat man denn wirklich so eine Angst vor diesen Hools und den Vereinsbossen?
curly988 11.03.2019
4. Überdenken
Ich persönlich finde man sollte das Verbot überdenken. Es gibt ja durchaus Möglichkeiten Pyrotechnik sicher einzusetzen. Es gab ja auch mal Gespräche zwischen Fanvertretern, der Feuerwehr, der Polizei und des DFBs diesbezüglich, welche vom DFB allerdings plötzlich abgebrochen wurden. Das es durchaus Stimmungsvoll sein kann und sicher ablaufen kann sieht man ja bspw bei der Verabschiedung der KSC Fans vom alten Wildparkstadion. Warum versucht man nicht einen Kompromiss zu finden? Pyro wird vorher angemeldet, es gibt feste Bestimmungen wo genau von wem Pyro gezündet werden darf. Im Gegensatz dazu verpflichten sich die einzelnen Fanclubs bei nicht Einhaltung von einzelnen Fans aktiv bei der Aufklärung mitzuwirken. Gleichzeitig sollte jedes Nichteinhalten (zb. Pyro wird auf den Rasen geschmissen oder sonst wo hingeworfen) dann härter bestraft werden ( konsequenter Stadionausschluss der Personen, drastische Geldstrafen ect.)
t.fetzberger 11.03.2019
5. Nur Gerede
Ich kann dieses Schwafeln über die Pyrotechnik in Stadien nicht mehr hören und lesen. Aus Sicherheitsaspekten muss es grundsätzlich verboten werden und bei Verstößen dagegen sind hohe Geldstrafen von nicht unter 10.000€ zu verhängen. Dann sollte endlich Schluss sein damit.
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