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Zweite Liga: Die Glücksritter von St. Pauli

Zweite Liga: St. Pauli weiter im Aufstiegsrennen Fotos
Getty Images

In der Zweiten Bundesliga siegt St. Pauli in einem zähen Spiel gegen Braunschweig und hält Kontakt zur Spitzengruppe. Der entscheidende Treffer kam kurios zustande.

Im Rennen um die Aufstiegsplätze hat der FC St. Pauli am 24. Spieltag wichtige Punkte gut gemacht. In einem umkämpften Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig gelang den Hamburgern ein 1:0 (0:0). Nach dem vierten Sieg im fünften Rückrundenspiel liegt die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen nun mit 42 Punkten auf Rang vier, Kontrahent Braunschweig verliert hingegen zunehmend den Anschluss an die Spitzengruppe der zweiten Liga.

Nachdem die ärgsten Rivalen um die Aufstiegsplätze aus Bochum und Nürnberg zuvor gepunktet hatten, stand St. Pauli vor Anpfiff unter Druck. Entsprechend offensiv hatte Lienen sein Team eingestellt und mit Lennart Thy und John Verhoek zwei Stürmer aufgeboten.

Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht beorderte nominell zwar eine Fünfer-Abwehrkette aufs Feld, um bei gegnerischem Ballbesitz die Räume zu verdichten. In der Anfangsphase agierten die Gäste jedoch durchaus mutig und versuchten in einem 4-3-3-Angriffspressing früh den Spielaufbau der St. Paulianer zu stören.

Dass derart offensives Verteidigen Platz zum Kontern lässt, ist bekannt. Im Anschluss an einige zaghafte Torannäherungen war es dann in der neunten Spielminute Marc Rzatkowski, der gegen aufgerückte Braunschweiger Waldemar Sobota mit einem Steilpass bediente. Sobota zog von links nach innen und schloss mit seinem stärkeren rechten Fuß ab, sein Versuch aus etwa 18 Metern verfehlte allerdings knapp das Tor von Eintracht-Torhüter Rafal Gikiewicz.

Auf der Gegenseite vergab Domi Kumbela die größte Chance im ersten Durchgang, als er aus dem Rückraum auf Zuspiel von Flügelspieler Nik Omladic deutlich über das Tor schoss (17. Minute). Nachdem Jeremy Dudziak eine vielversprechende Freistoßsituation aus 20 Metern ungenutzt ließ, brachte ein langer Pass von Rzatkowski über die Braunschweiger Defensivreihe wenige Augenblicke später deutlich mehr Gefahr: Verhoek ließ den Ball nach hinten prallen, der heranstürmende Thy konnte die Brustablage seines Sturmkollegen jedoch nicht nutzen und setzte den Ball links neben das BTSV-Gehäuse (27.).

Kurioser Siegtreffer durch Verhoek

Im zweiten Durchgang bekamen die Zuschauer im Millerntor-Stadion dann über weite Strecken eine zerfahrene Partie geboten: Etliche Pässe wurden unpräzise gespielt, ankommende Bälle unsauber verarbeitet. Eine Vielzahl vermeidbarer Fehler auf beiden Seiten sorgte dafür, dass kaum Spielfluss entstehen konnte. Folgerichtig mussten zwei Einzelaktionen herhalten, um wieder Torgefahr aufkommen zu lassen.

Für St. Pauli fasste sich in der 77. Minute Dudziak ein Herz, setzte zum Dribbling an und schloss anschließend von der Strafraumgrenze ab. Sein flach getretener Versuch ging allerdings rechts am Eintracht-Kasten vorbei. Im Gegenzug prüfte der eingewechselte Phillip Tietz St. Paulis Schlussmann Robin Himmelmann mit einem unangenehmen Distanzschuss, den der 27-Jährige mit dem Fuß entschärfen konnte (78.).

Der niederländische Stoßstürmer Verhoek hatte mit seinem Aufsetzer vier Minuten später mehr Erfolg und erzielte aus rund 24 Metern den Siegtreffer für St. Pauli. Braunschweigs polnischer Torhüter Gikiewicz machte dabei keine sonderlich gute Figur, der Ball prallte kurz vor ihm auf, versprang ein wenig und fand von seiner Schulter den Weg ins Netz.

"Das war kein Schuss, der unbedingt ein Tor hätte werden müssen", sagte Lienen: "Heute hat der Glücklichere gewonnen." Die Hamburger blieben mit diesem 1:0-Erfolg zum 13. Mal in der laufenden Saison ohne Gegentor und mischen weiter kräftig mit im Rennen um den Relegationsplatz drei.

FC St. Pauli - Eintracht Braunschweig 1:0 (0:0)
1:0 Verhoek (82.)

St. Pauli: Himmelmann - Buballa, Ziereis, Keller, Hornschuh - Dudziak (91. Deichmann), Rzatkowski, Alushi, Sobota - Thy (59. Choi), Verhoek (84. Sobiech)
Braunschweig: Gikiewicz - Reichel, Decarli, Correia Baffo (84. Hochscheidt), Ofosu-Ayeh - Holtmann, Boland, Schönfeld, Omladic (68. Khelifi) - Kumbela (73. Tietz)

Schiedsrichter: Benjamin Brand
Zuschauer: 29.271
Gelbe Karten: Choi (2), Sobota (5) -

lst

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