2. Fußballbundesliga Bochum trennt sich von Neururer

Überraschung in Bochum: Der Fußball-Zweitligist hat sich von seinem Trainer Peter Neururer getrennt. Der Verein hat den Rauswurf mit "vereinsschädigenden Äußerungen" des Trainers begründet.

Trainer Neururer: Nächste Trainerentlassung in der zweiten Liga
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Trainer Neururer: Nächste Trainerentlassung in der zweiten Liga


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Fußball-Zweitligist VfL Bochum hat sich am Dienstag überraschend von Trainer Peter Neururer getrennt. Der Verein bestätigte entsprechende Medienberichte aus dem Ruhrgebiet, unter anderem von Radio Bochum und "Reviersport". Der VfL begründete den Rauswurf mit "vereinsschädigendem Verhalten".

"Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil das Auftreten und die in den vergangenen Tagen wiederholt getätigten Äußerungen von Peter Neururer aus unserer Sicht vereinsschädigendes Verhalten darstellen", sagte Sportvorstand Christian Hochstätter. Neururer habe Spieler, "die sich in unangemessener Form zur Arbeit der Vereinsgremien geäußert haben, in dieser Meinung bestärkt." Vorerst wird das Team von Co-Trainer Frank Heinemann betreut.

Neururer selbst äußerte sich auf "Sport 1" "komplett überrascht und enttäuscht" über den Schritt. Auch die Mannschaft sei "perplex", sagte er.

Hochstätter hatte das 0:3 beim FC Ingolstadt in der Vorwoche als "peinlich und beschämend" bezeichnet. Neururer hatte sich dagegen gewehrt. "Herr Hochstätter sollte sich dazu mal konkret äußern", hatte er gesagt und auf die Frage nach seinem Verhältnis zu Hochstätter geantwortet: "Dazu sage ich gar nichts."

Zudem hatte er Torhüter Andreas Luthe offenbar nicht gerüffelt, der Aufsichtsratschef Hans-Peter Villis nach dem Vorwurf mangelnder "Mentalität, Leistung und Charakter" entgegnete: "Wenn man solche Aussagen tätigt, dann sollte man sich vielleicht hier mal blicken lassen. Wenn man intern dabei ist bei der Mannschaft, kann man diese Aussage tätigen, wenn nicht, sollte man den Mund halten."

Der 59 Jahre alte Neururer hatte den VfL in zweiter Amtszeit seit dem 8. April 2013 betreut. In der ersten von Dezember 2001 bis Saisonende 2005 führte er die Westfalen bis in den Uefa-Cup. Derzeit belegt der VfL Rang zehn. Neururers Vertrag lief noch bis Ende der Saison.

Neururer ist bereits der fünfte Trainer, der in dieser Zweitliga-Saison entlassen wurde. Zuvor hatten sich bereits der 1. FC Nürnberg (Valerien Ismael), 1860 München (Ricardo Moniz), Erzgebirge Aue (Falko Götz) und St. Pauli (Roland Vrabec) von ihren Trainern getrennt.

aha/dpa/sid

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insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
Crom 09.12.2014
1.
Ohne Neururer würde Bochum jetzt in der 3.Liga kicken. Was haben die denn erwartet? Das man um den Aufstieg spielt?
Redigel 09.12.2014
2. Dr.
Wenn da mal nicht RB Leipzig schuld war, gell Peter?
hansmaus 09.12.2014
3.
Zitat von CromOhne Neururer würde Bochum jetzt in der 3.Liga kicken. Was haben die denn erwartet? Das man um den Aufstieg spielt?
Das Minimalziel wurde nicht erreicht: Aufstieg mit nur 4 Gegentoren und mindestens 100 Punkten und dieses Jahr hätte es mindestens die direkte Quali für die Championsleague sein müssen. Tja beide Ziele nicht erreicht, setzen 6! Seh ich ein obwohl ich sonst kein Freund von Trainerentlassungen bin die exakt das erreichen was eine Mannschaft/Verein in der Lage ist zu leisten. Mittelfeld 2. Liga da kann Bochum eigentlich diese Saison zufrieden sein.
Sachalin 09.12.2014
4. Koller raus!
Man erinnerst sich durchaus mit einem Hauch von Häme an die "Koller raus" grölenden Fans, die erfolgreich den Rausschmiss Marcel Kollers als Trainer bei Bochum durchsetzten. Immerhin hat Koller den Verein von der zweiten in die erste Liga geführt und dort gehalten. Nach seinem Rausschmiss stieg Bochum, seither ohne reale Aufstiegschancen. Man gönnt es den "Koller raus" - Brüllern.
crocsffm 09.12.2014
5. Wer sichs erlauben kann....
Ein Verein, der wirtschaftlich auf dem Zahnfleisch geht, an die Wand gewirtschaftet wurde, von geltungssüchtigen Dilettanten repräsentiert wird kann allenfalls dankbar sein, wenn ein Fussballverrückter wie Neururer für ihn tätig ist. Nun gut. Der Niedergang des VfL Bochum ist noch lange nicht vorbei. Ausserhalb des Potts werden ihn wenige vermissen.
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