2. Fußball-Bundesliga: Düsseldorf rettet Punkt im Spitzenspiel

Düsseldorf ist zurück an der Tabellenspitze. Gegen Eintracht Frankfurt reichte der Fortuna ein Unentschieden, um Greuther Fürth von Platz eins zu verdrängen. Für Aufregung sorgten ein umstrittener Strafstoß am Spielende - und Sascha Rösler.

Düsseldorfs Bröker (l.), Frankfurts Rode (r.): Punkteteilung im Spitzenspiel Zur Großansicht
DPA

Düsseldorfs Bröker (l.), Frankfurts Rode (r.): Punkteteilung im Spitzenspiel

Hamburg - Es war ein hitziges Spitzenspiel, das den 21. Spieltag der zweiten Liga abrundete: Der Tabellenzweite Fortuna Düsseldorf empfing den Dritten Eintracht Frankfurt. Am Ende trennten sich beide Teams 1:1 (0:0)-Unentschieden. Benjamin Köhler (69.) hatte die Eintracht in Führung gebracht, Jens Langeneke per Strafstoß ausgeglichen (90.+1). In einer hektischen Schlussphase sah Düsseldorfs Sascha Rösler noch Gelb-Rot (90.+3). Die Fortuna steht nun wieder an der Tabellenspitze, Frankfurt auf Platz drei.

Dem Ausgleich war eine strittige Situation vorausgegangen: Schiedsrichter Felix Brych hatte sich von seinem Assistenten überzeugen lassen, dass Eintracht-Abwehrspieler Anderson den eingewechselten Timo Furuholm im Frankfurter Strafraum gefoult habe. Eine umstrittene Entscheidung, zumal Brych deutlich näher zum Spielgeschehen stand. "Es ist Wahnsinn, dass der Linienrichter da so eingreift", sagte Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner nach der Partie.

Düsseldorfs Rösler rutschte nach dem Tor an der Frankfurter Bank vorbei und lieferte sich ein Wortgefecht mit Eintracht-Trainer Armin Veh, der Rösler vor dem Spiel scharf kritisiert und ihm "Fallsucht im Strafraum" vorgeworfen hatte. Für die Aktion sah Rösler die Gelb-Rote Karte, Veh wurde auf die Tribüne geschickt.

Die Partie hatte mit knapp fünf Minuten Verspätung begonnen, nachdem Frankfurt-Fans Bengalos im Gäste-Fanblock gezündet hatten und Rauchschwaden einen pünktlichen Anpfiff durch Schiedsrichter Brych unmöglich machten. "Wir setzen weiter auf Kommunikation", sagte Frankfurt-Boss Heribert Bruchhagen zu der Aktion.

Düsseldorf probiert es aus der Distanz, Nikolov hält stark

Vor knapp 42.000 Zuschauern vergab Frankfurt-Stürmer Alexander Meier die erste Großchance des Spiels, als er eine Flanke von Matthias Lehmann nur knapp verpasste (32.). Im Gegenzug entschärfte Torhüter Oka Nikolov eine Möglichkeit von Fortunas Maximilian Beister, der nur wenige Meter vor dem Tor frei zum Schuss kam (35.). Zuvor hatte Nikolov schon gegen Rösler pariert.

Die zweite Halbzeit begann erneut mit einer Riesenmöglichkeit für Frankfurt: Köhler brachte eine Flanke vor das Düsseldorfer Tor, doch Karim Matmour schoss aus knapp drei Metern Fortuna-Torhüter Michael Ratajczak an (49.).

Beide Teams versuchten es nun vermehrt mit Distanzschüssen. Doch sowohl Beister (58.), dessen Versuch gar im Seitenaus landete, als auch Lehmann verzogen. Der Schuss von Adam Matuschyks landete in den Armen von Nikolov (65.).

Die Fortuna war der Führung nun näher als Frankfurt. Beister setzte sich im Frankfurt Strafraum durch, doch der Düsseldorfer scheiterte am starken Nikolov (67.). Der erste Treffer fiel stattdessen auf der anderen Seite: Meier behauptete den Ball auf der linken Seite und passte auf Benjamin Köhler, der aus knapp elf Metern zur 1:0-Führung einschob (69.).

Das Spiel wurde nun hektischer. Rösler (75.) und Matmour (77.) sahen nach Fouls Gelbe Karten, dann vergaben die Düsseldorfer gleich zwei Chancen zum Ausgleich: Zunächst traf Thomas Bröker nur den Pfosten (78.), kurz darauf musste Eintracht-Mittelfeldspieler Sebastian Rode für den bereits geschlagenen Nikolov auf der Linie retten (79.).

In der Schlussphase sorgte dann Langenecke, der den umstrittenen Elfmeter sicher verwandelte, für den Endstand. Röslers Gelb-Rote Karte bildete den Schlusspunkt einer aufregenden Schlussphase (90.). "So etwas gehört sich einfach nicht" kommentierte Torschütze Köhler Röslers Aktion.

Fortuna Düsseldorf - Eintracht Frankfurt 1:1 (0:0)
0:1 Köhler (69.)
1:1 Langeneke (90.+1, Elfmeter)
Düsseldorf: Ratajczak - Levels, Lukimya-Mulongoti, Langeneke, Dum - Matuschyk (72. Ilsö), Bodzek (82. Furuholm) - Bröker (81. Ranisav Jovanovic), Oliver Fink - Beister, Rösler
Frankfurt: Nikolov - Jung, Anderson, Schildenfeld, Butscher - Rode, Lehmann - Matmour, Meier, Köhler (81. Kittel) - Hoffer (83. Idrissou)
Schiedsrichter: Felix Brych
Zuschauer: 41.213
Gelbe Karten: Köhler (4), Schildenfeld (3), Matmour (3)
Gelb-Rote Karten: Rösler (90.+3)

bka

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Silvio
Imrahil02 13.02.2012
nur schnell zum korrigieren: der Spieler Langeneke heißt mitnichten Silvio mit Vornamen, sondern Jens! Aber noch viel wichtiger und die Ironie des Spiels: Veh kritisiert die Fallsucht Düsseldorfer Spieler im Strafraum und wird in der 89. Minute aber so was von bestraft, da müssen Götter im Spiel gewesen sein, herrlich!
2. Zweierlei Maß
hwolf@gmx.net 13.02.2012
Zitat von sysopPunkteteilung im Top-Spiel: Düsseldorf ist zurück an der Tabellenspitze. Gegen Eintracht Frankfurt reichte der Fortuna ein Unentschieden, um Greuther Fürth von der Spitze zu verdrängen. Für Aufregung sorgten ein umstrittener Strafstoß am Spielende - und Sascha Rösler. 2. Fußball-Bundesliga: Düsseldorf rettet Punkt im Spitzenspiel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Sport (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,815072,00.html)
Wenn das ein Elfmeter war, hätte es auf der anderen Seite mindestens zwei geben müssen. Absolut lachhaft - zweierlei Maß.
3.
Stäffelesrutscher 13.02.2012
Derselbe Schiri wie beim DFB-Pokalhalbfinale Hertha-Gladbach, und auch dort ein spielentscheidender falscher Elfmeterpfiff für eine Mannschaft vom Niederrhein.
4.
antis 13.02.2012
Liebe SPIEGEL-Sportredaktion, bei den Kollegen der übrigen Redaktion scheint die Vorbereitung und Recherche besser anzulaufen als im Sport-Ressort. Der Düsseldorfer Spieler, der den fälligen Elfmeter verwandelt hat, heisst erstens nicht Silvio, sondern Jens, und zweitens nicht LangenECKE, sondern LangenEKE, sprich Lan-ge-neke. Es war ein aufregendes Spiel, aber darüber sollte man nicht die journalistische Sorgfaltspflicht vergessen. Einen schönen Abend von einem seit Jahren treuem SPIEGEL-Leser.
5. Kleiner Bruder?
hageldoktor 14.02.2012
---Zitat--- Silvio Langenecke per Strafstoß ausgeglichen ---Zitatende--- Ist der mit JENS LangeneKe verwandt?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Fußball
RSS
alles zum Thema 2. Fußball-Bundesliga
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 20 Kommentare
  • Zur Startseite
Themenseiten Fußball
Tabellen