Hamburg - Und dann trafen sie doch noch: Ben Sahar hat einen couragierten Auftritt von Erstliga-Absteiger Hertha BSC gegen den FC St. Pauli belohnt und die Berliner zurück auf Platz zwei geköpft. Mit seinem späten Treffer in der 85. Minute nach einer Flanke von Peter Pekarik entschied der Angreifer das sehenswerte Montagsspiel in der zweiten Fußball-Bundesliga.
Nach 14 Spieltagen hält Hertha durch den 1:0 (0:0)-Sieg mit 29 Punkten weiter Kurs in Richtung Wiederaufstieg - und stellte einen neuen Vereinsrekord auf. Das Team blieb im zwölften Spiel in Serie ungeschlagen. Die bisherige Bestmarke hatte bei elf Begegnungen ohne Niederlage gelegen (Saison 2004/2005). Der FC St. Pauli verlor erstmals nach vier Ligaspielen mit dem neuen Trainer Michael Frontzeck und steht in der Tabelle jetzt auf Rang zwölf (15 Punkte).
"In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, den Druck zu erhöhen. Man ist froh, wenn man das erlösende Tor macht", sagte Hertha-Trainer Jos Luhukay, der jedoch mit der Chancenverwertung haderte: "Das Tor war lange wie vernagelt." St.-Pauli-Coach Frontzeck sagte: "Wir haben mit viel Leidenschaft gekämpft. Unter dem Strich war Berlin die bessere Mannschaft. Insgesamt geht der Sieg der Hertha in Ordnung. Es ist keine Schande, hier zu verlieren."
Hertha BSC vergibt etliche gute Chancen
Die Hamburger kamen mit viel Selbstbewusstsein aus fünf Punktspielen ohne Niederlage in die Hauptstadt - und versteckten sich trotz einiger Personalsorgen nicht. Fin Bartels sorgte mit einem Kopfball früh im Spiel für Gefahr (6. Minute). Später musste Hertha-Torwart Thomas Kraft gegen Sebastian Schachten retten.
Hertha erspielte und erkämpfte sich vor etwa 39.000 Zuschauern - davon rund 8000 St.-Pauli-Anhänger - jedoch zunehmend die Feld- und Chancenüberlegenheit. St.-Pauli-Keeper Philipp Tschauner konnte einen leicht abgefälschten Schuss von Marcel Ndjeng nur mit Mühe an den Pfosten lenken (25.). Berlins Verteidiger Peter Pekarek zielte nach schönem Pass von Adrian Ramos am Gästetor vorbei (27.). Zwei gefährliche Kopfbälle von Ramos konnte Tschauner parieren (42., 43.), auch Berlins Ronny traf nicht.
Nach der Pause erhöhten die Hausherren, die noch immer ohne den verletzten Änis Ben-Hatira auskommen müssen, den Druck noch weiter. Gogia klärte gegen Niemeyer noch auf der eigenen Torlinie (61.) - dann schlug Sahar zu. Pekarik verhinderte kurz vor dem Schluss gegen Sebastian Schachten noch den Ausgleich.
Einen neuen Trainer muss sich derweil Zweitligaschlusslicht SV Sandhausen suchen. Der Club hat sich von Trainer Gerd Dais getrennt. "Wir dürfen nicht zusehen, wie es unaufhaltsam zurück in die dritte Liga geht, wenn es noch Möglichkeiten zum Handeln gibt", sagte Geschäftsführer Otmar Schork. Noch in dieser Woche will Sandhausen einen neuen Coach präsentieren. Dais hatte den SV seit Februar 2011 betreut und den Verein in diesem Sommer erstmals in die zweite Liga geführt. Sandhausen hat seine vergangenen fünf Zweitligaspiele verloren.
Hertha BSC Berlin - FC St. Pauli 1:0 (0:0)
1:0 Sahar (85.)
Berlin: Kraft - Pekarik, Lustenberger, Brooks, Holland (57. Bastians) - Niemeyer, Kluge (64. Sahar) - Ndjeng, Ronny, Nico Schulz (78. Wagner) - Ramos
St. Pauli: Tschauner - Kalla, Avevor, Mohr, Schachten - Funk, Kringe - Schindler, Bartels (83. Thy), Gogia (68. Ebbers) - Ginczek (68. Buchtmann)
Schiedsrichter: Kinhöfer
Zuschauer: 39.127
Gelbe Karten: Holland (3), Niemeyer (6) - Thy
sun/bka/ham/dpa/sid
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