2. Fußball-Bundesliga Schwere Verletzung überschattet Cottbus-Sieg

Der Zweitliga-Profi Flamur Kastrati hat sich bei der Niederlage des VfL Osnabrück in Cottbus schwer verletzt. Der Norweger wurde nach einem Zusammenstoß kurz vor Spielende ins Krankenhaus eingeliefert. Die Spieler weigerten sich danach zunächst, weiterzuspielen.

VfL-Stürmer Kastrati (am Boden): Schwere verletzt in Cottbus
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VfL-Stürmer Kastrati (am Boden): Schwere verletzt in Cottbus


Hamburg - Nach einem auf den ersten Blick harmlos wirkenden Zusammenprall sackte Flamur Kastrati plötzlich in sich zusammen und blieb regungslos liegen. Erst als die Teamärzte des Zweitligisten VfL Osnabrück Erste Hilfe leisteten, erlangte der 19-Jährige das Bewusstsein wieder. Dann wurde er von einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Die schwere Verletzung des Norwegers überschattete den 2:0 (0:0)-Heimsieg von Energie Cottbus.

Wie schwer sich Kastrati beim Zusammenstoß mit dem Cottbuser Markus Brzenska in der 80. Minute verletzte, blieb zunächst unklar. Nach ersten Erkenntnissen ist er jedoch wieder bei Bewusstsein und ansprechbar. Lebengefahr bestehe nicht, sagte der Energie-Sprecher Lars Töffling.

Schiedsrichter Marc Seemann unterbrach das Spiel für zwölf Minuten, bevor Kastrati mit dem Krankenwagen vom Platz gefahren wurde. Die Spieler weigerten sich nach Wiederanpfiff, die Partie ernsthaft weiterzuführen. Der Unparteiische Seemann hielt sich jedoch an die knapp 15-minütige Nachspielzeit und damit an das Regelwerk der Fifa. Bis zum Schlusspfiff ereignete sich auf dem Feld nichts mehr, die Spieler schoben nur noch den Ball hin und her.

VfL-Manager Lothar Gans erklärte, dass Kastrati eine Halswirbelsäulenverletzung erlitten habe. "Man merkt, wie unwichtig in solchen Situationen ein Fußballspiel sein kann", sagte Gans. " Das ist ein Schicksalsschlag. Eigentlich wollten wir nicht mehr weiterspielen", sagte VfL-Abwehrspieler Angelo Barletta, und auch Energie-Torwart Thorsten Kirschstein war schockiert: "Ich habe so etwas auf dem Fußballplatz noch nie erlebt. Wir freuen uns zwar über den Sieg, sind in Gedanken aber bei Kastrati."

Energie Cottbus setzte durch den Sieg seine Aufholjagd fort und darf weiter auf eine Rückkehr in die erste Fußball-Bundesliga hoffen. Die Lausitzer halten auf Platz fünf den Anschluss an die Aufstiegsränge. Für die Entscheidung zugunsten der Gastgeber sorgten Nils Petersen (56. per Foulelfmeter) und Abwehrspieler Uwe Hünemeier (60. ) mit einem Doppelschlag. Osnabrück steckt dagegen nach der dritten Niederlage in Folge auf dem Abstiegsrelegationsplatz 16 fest.

klu/sid

insgesamt 2 Beiträge
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rotfront 13.03.2011
1. Erstmal alles Gute dem Osnabrücker Kastrati.
Man sollte in dem Zusammenhang auch einmal das sportlich faire Verhalten der Fans des FC Energie würdigen.In unserer heutigen Zeit nicht alltägliches.
FireStar 14.03.2011
2. Fairplay
In unserer heutigen zeit kommt es auch kaum vor, dass Spieler in lebensgefahr geraten. Dann sollte es schon selbstverständlich, nein sogar das Mindeste sein, dass man diese Situation mit Respekt begegnet.
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