Seit November ohne Zweitliga-Erfolg Union Berlin hat das Siegen verlernt

Der Negativlauf von Union Berlin geht nach einem Unentschieden in Bielefeld weiter. Pech hatte die Mannschaft von Trainer André Hofschneider in der Nachspielzeit.

Berlins Christopher Trimmel (links) und Andreas Voglsammer
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Berlins Christopher Trimmel (links) und Andreas Voglsammer


Union Berlin kann nicht mehr siegen. Die Mannschaft von Trainer André Hofschneider kam im Auswärtsduell bei Arminia Bielefeld nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus. Damit wartet das Team bereits seit acht Spielen auf einen Erfolg in der zweiten Liga.

Die Bilanz von Hofschneider liest sich erschreckend. Der Nachfolger von Ex-Trainer Jens Keller hat in seinen fünf Partien als Union-Coach erst zwei Punkte geholt. Der Verein hatte sich nach drei sieglosen Spielen Anfang Dezember von Keller getrennt. Union war damals Tabellenvierter.

Mittlerweile stehen die Berliner mit 28 Punkten nur noch auf dem zehnten Platz. Mit dem Bundesliga-Aufstieg hat der Vorjahresvierte bei aktuell acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz nichts zu tun. Fortuna Düsseldorf führt die zweite Liga nach dem 21. Spieltag mit 43 Punkten an, Zweiter ist Nürnberg (40), gefolgt von Holstein Kiel (36).

Steven Skrzybski schoss Union in der 15. Minute per Lupfer in Führung. Auch der zweite Treffer in einer ereignisreichen Partie war sehenswert: Konstantin Kerschbaumer gelang mit einem harten Distanzschuss der Ausgleich (53. Minute).

Ein weiteres Tor fiel nicht, allerdings wurde es in der vierten Minute der Nachspielzeit noch einmal hektisch. Schiedsrichter Tobias Reichel hatte die Partie nach einer Abwehraktion von Arminia-Keeper Stefan Ortega abgepfiffen - und fast im gleichen Augenblick traf Skrzybski aus der Distanz. Die Berliner protestierten, aber der Treffer zählte nicht mehr. "In der letzten Sekunde haben wir Glück, dass der Schiri abpfeift", sagte Arminia-Trainer Jeff Saibene bei Sky. Bielefeld bleibt damit Tabellenachter.

Arminia Bielefeld - Union Berlin 1:1 (0:1)
0:1 Steven Skrzybski (15.)
1:1 Konstantin Kerschbaumer (53.)
Arminia Bielefeld: Ortega - Dick, Behrendt, Börner, Hartherz - Prietl, Schütz - Weihrauch (76. Staude), Kerschbaumer (82. Hemlein) - Voglsammer, Putaro (71. Klos)
Union Berlin: Mesenhöler - Friedrich, Torrejon, Parensen - Trimmel, Kroos, Pedersen - Skrzybski, Kreilach (71. Hartel), Hedlund - Polter
Schiedsrichter: Tobias Reichel (Stuttgart)
Gelbe Karte: Behrendt/-
Zuschauer: 14.000

Alle Ergebnisse des 21. Spieltags
Fortuna Düsseldorf - SV Sandhausen 1:0 (1:0)
FC Nürnberg - Erzgebirge Aue 4:1 (1:0)
FC Ingolstadt - Fürth 3:0 (1:0)
FC Heidenheim - St. Pauli 3:1 (2:1)
Holstein Kiel - Jahn Regensburg 1:1 (1:1)
SV Darmstadt - MSV Duisburg 1:2 (1:1)
Eintracht Braunschweig - FC Kaiserslautern 1:2 (0:2)
Dynamo Dresden - VfL Bochum 2:0 (1:0)

jan

insgesamt 8 Beiträge
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sametime 05.02.2018
1. Nicht immer ist der Trainer schuld
Vielleicht war es ja wohl doch nicht richtig, Jens Keller zu feuern. Manchmal ist ja auch die Mannschaft einfach nicht gut genug...
nn280 05.02.2018
2. Union Berlin ist und bleibt
eine künstliche Vereinsgründung zu DDR-Zeiten. Das Original heißt Union Oberschöneweide. Er hat seine Fans, dümpelt aber im Köpenicker Wald mit einer festen Fan-Schar seit Jahren vor sich hin. Ein Neu-Baulöwe führt ihn nach Gutsherrenart und hat einen sehr guten Trainer überraschend für alle gefeuert, das rächt sich gerade und das Dümpeln geht nun munter weiter.
voiceecho 05.02.2018
3. Selbst schuld...
Die Negativserie begann als man den Erfolgstrainer Keller gefeuert hat, mit dem man auf dem besten Weg war, als Aufstiegsaspirant zu gelten. Jeder wusste dann, dass es vorbei mit dem Projekt Aufstieg war! Das Problem von Union liegt an einem egozentrischen und selbstverliebten Vereinsvorsitzender, der spätestens jetzt abtreten sollte!
aurichter 06.02.2018
4. Ohne Keller
in den Keller? Habe bis heute nicht wirklich verstanden, weshalb Jens Keller dort gehen musste. Aber man muss ja auch nicht immer alles verstehen. Seitdem zeigt der Weg jedoch permanent nach Unten. Sehr schade, da hätte man, auch als Nicht-Berliner insgeheim Mal um einen Aufstieg eines zweiten Hauptstadt Club gehofft, allein schon wegen einem interessanten Derbys und der zusätzlichen Konkurrenz zu Hertha, bei der manche glauben, dass sie für Berlin ein Alleinstellungsmerkmal darstellen. Hat die Hamburger seinerzeit mit St.Pauli positiv motiviert, war in München immer mit einem Motivationsschub verbunden und hätte in Berlin sicher auch die Fußballbegeisterung gefördert. Hätte ich auch Keller durchaus zugetraut. Bei den Fürthern hat es auch mehrere Anläufe gebraucht mit dem begleitenden Spruch "Die Unaufsteigbaren" und Union wäre es auch zuzutrauen gewesen. Nur mit Druck von Oben funktioniert es erwiesenermaßen recht selten, mit Gewalt den Aufstieg erpressen, sowohl vom Trainer, als auch von den Spielern. Keller hat dort auch nach Tabelle einen guten Job gemacht, einen leichten Knick hat jede Mannschaft einmal, aber mittelfristig hätte er den Aufstieg bestimmt perfekt gemacht. Wundert mich, dass der Trainer nicht schon längst wieder einen Posten hat. Auch beim HSV könnte ich mir den ruhigen Mann durchaus vorstellen, bzw vorstellen können.
goat777 06.02.2018
5. Verdient
Union hat das ganz klar verdient. Es freut mich riesig. Erst Keller, einen der am meisten unterschätzten Trainer, zu feiern und dann zu meinen mit Hofschneider (was hat der bisher erreicht?) wird man aufsteigen.
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