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Ägypten: Mindestens 22 Tote bei Fußball-Krawallen in Kairo

Vor einem Spiel der obersten ägyptischen Fußballliga ist es zu einer Massenpanik und Krawallen gekommen. Es gab Tote und Verletzte.

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REUTERS

Ausschreitungen nahe Kairo: Massenpanik am Rande eines Fußballspiels

Hamburg - Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Polizisten wurden in der Nähe von Kairo mindestens 22 ägyptische Fußballfans getötet. Die Zahl der Toten beruhe auf vorläufigen Angaben, hieß es in einer Mitteilung des ägyptischen Obersten Staatsanwalts, Hescham Barakat. Die Online-Ausgabe der staatlichen Zeitung "Al-Ahram" berichtete von 30 Toten. Ein Sprecher eines lokalen Krankenhauses sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagabend, mehr als 30 Menschen seien verletzt worden.

Die Unruhen waren vor dem Spiel der obersten ägyptischen Liga zwischen Zamalek SC und ENPPI in einem Stadion am Rande von Kairo ausgebrochen. Zamalek-Fans, die keine Tickets bekommen hatten, hätten versucht, gewaltsam eine Sicherheitsabsperrung zu durchbrechen, teilte das ägyptische Gesundheitsministerium mit. Das Innenministerium hatte die Zuschauerzahl auf 10.000 Menschen beschränkt, und die Eintrittskarten waren rasch ausverkauft.

Die Ordnungskräfte setzten Tränengas und Gummigeschosse ein, daraufhin eskalierte die Situation. Einige der Opfer seien bei der Massenpanik ums Leben gekommen, andere bei Auseinandersetzungen mit der Polizei, sagte das Sicherheitspersonal.

Wie die unabhängige Zeitung "Al-Youm Al-Saba" berichtete, beschlossen der nationale Fußballverband und das für die Sicherheit in dem Land zuständige Innenministerium, den Ligabetrieb auszusetzen. Von offizieller Stelle war dazu keine Stellungnahme zu erhalten.

Es waren die schwersten Unruhen vor einem Stadion in Ägypten seit Februar 2012. Damals waren nach einem Spiel im nordägyptischen Port Said 74 Menschen ums Leben gekommen. Ägyptische Behörden hatten danach allen Zuschauern ein Stadionverbot für Erstliga-Spiele erteilt - die Klubs spielten seitdem vor leeren Rängen. Erst vor einem Monat war der Fan-Bann aufgehoben worden.

mrr/sid/AFP/dpa/Reuters

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