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2018 und 2022: Fußball-WM kommt nach Russland und Katar

Die Entscheidungen sind gefallen: Russland hat den Zuschlag für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 bekommen, Katar ist vier Jahre später Gastgeber. Beide Länder setzten sich gegen namhafte Konkurrenten durch und richten erstmals ein WM-Turnier aus.

AP

Hamburg - Russland ist Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Das entschied das Fifa-Exekutivkomitee am Donnerstag in Zürich. Die Russen werden damit erstmals eine WM ausrichten und stachen mit ihrem Konzept die Mitbewerber England sowie Belgien und die Niederlande beziehungsweise Spanien und Portugal aus, die jeweils eine gemeinsame Bewerbung abgegeben hatten. England scheiterte bereits im ersten Wahlgang, die beiden Doppel-Bewerbungen wurden von Russland im zweiten Wahlgang ausgestochen.

Vier Jahre später wird ein anderes Land ebenfalls zum ersten Mal eine WM ausrichten: Katar bekam den Zuschlag und setzte sich gegen die Mitbewerber USA, Japan, Südkorea und Australien durch. Das Emirat setzte sich in allen Wahlgängen durch. "Wir betreten Neuland, denn die WM war noch nie in Osteuropa und dem Mittleren Osten", sagte Fifa-Präsident Joseph Blatter mit Blick auf die erstmalige Vergabe nach Russland und Katar.

Den Ausschlag für die Entscheidung bei der Vergabe des Turniers 2018 könnte das gigantische Volumen der Bewerbung Russlands gegeben haben. 2,9 Milliarden Euro werden die Russen investieren. Dabei ist Moskau mit vier Stadien Mittelpunkt der WM. Regierungschef Wladimir Putin hat angekündigt, nach Zürich zu fliegen, um sich beim Komitee zu bedanken.

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WM-Vergabe: Tag der Entscheidung
Die russischen Organisatoren stehen allerdings vor enorme Herausforderungen. Die großen Distanzen zwischen den geplanten 13 Spielorten gelten als Problem, zumal die Flug- und Zugverbindungen schlecht sind. Von den geplanten 16 Spielstätten müssen 13 neu gebaut oder komplett umgebaut werden.

"Russland zeigt der Fifa neue Dimensionen auf", sagte Sportminister Witali Mutko bei der finalen Präsentation. Mit den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi findet vier Jahre zuvor bereits ein weiteres sportliches Großereignis in Russland statt. "Lasst uns zusammen Geschichte schreiben", sagte Russlands Vize-Regierungschef Igor Schuwalow.

Bislang hat Russland an neun Fußball-Weltmeisterschaften teilgenommen, davon sieben als UdSSR. Größter Erfolg war das Erreichen des Halbfinals 1966 beim Turnier in England. Dort unterlag die UdSSR der Bundesrepublik Deutschland 1:2 (0:1). Helmut Haller (43. Minute) und Franz Beckenbauer (68.) trafen damals für die deutsche Elf, Valeriy Porkujan (88.) verkürzte.

Nicht weniger imposant als die russische Bewerbung war die von Katar. Im Emirat sind zwölf Spielstätten geplant, die Kosten werden mit 2,87 Milliarden Dollar veranschlagt. Von den sieben Spielorten in dem kleinen Land am Persischen Golf liegen fünf im Umkreis von 25 Kilometern - es wird damit eine WM der kurzen Wege. Mit 11.521 Quadratkilometern ist das Emirat kleiner als das Bundesland Schleswig-Holstein (rund 15.800 Quadratkilometer). Das Hitzeproblem wollen die Organisatoren lösen, indem sie die befürchteten Temperaturen von bis zu 50 Grad in den Spielstätten herunterkühlen.

"Alle Stadien, Trainingsstätten und Fanzonen werden auf 27 Grad Celsius klimatisiert sein. Alles wird mit Solar-Energie betrieben und damit kohlenstoffneutral sein", sagte Mohammad Bin Hamad Al-Thani, Chef der WM-Bewerbung Katars. Das Land im Mittleren Osten hat bislang noch nie an einer Fußball-WM teilgenommen.

Mit seiner Kandidatur um die Olympischen Spiele 2016 war der Wüstenstaat noch in der Vorausscheidung gescheitert. "Danke, dass Sie an uns glauben, an den Wandel glauben", sagte Katars Staatsoberhaupt Scheich Mohammed bin Chalifa Al Thani und kündigte an: "Wir werden Sie nicht enttäuschen. Wir sind bereit, Sie werden stolz sein - das verspreche ich Ihnen."

ham/sid/dpa

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Forum - WM-Vergabe: Katar und Russland - eine gute Wahl?
insgesamt 1232 Beiträge
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1. Schämt euch!!
Kalaschnikowa 02.12.2010
Zitat von sysopDie WM-Turniere 2018 und 2022 sind nach Russland bzw. Katar vergeben. Hat die Fifa-Exekutive Ihrer Meinung nach richtig entschieden?
Die Frage ist doch scherzhaft gemeint, oder?? Diese Wahl ist doch ein Witz - vor allem dieses Quatar....Mannomann, dass Herr Blatter und seine Spiessgesellen sich nicht schämen!!
2. FIFA macht sich lächerlich
kassel68 02.12.2010
Wie sang einst Fredl Fesl in seinem Fußballied: "Für Geld da kann man vieles kaufen, auch Leute die dem Ball nachlaufen".
3. Die MaFifa!
robr 02.12.2010
Zitat von sysopDie WM-Turniere 2018 und 2022 sind nach Russland bzw. Katar vergeben. Hat die Fifa-Exekutive Ihrer Meinung nach richtig entschieden?
Das war ja zu erwarten: die zwei Staaten mit der fettesten Brieftasche bekommen den Zuschlag von der *MaFifa*! Wie ausgerechnet in diese Staaten ein Fußballfest zustande kommen soll, ist eh fraglich. Schon in Südafrika waren die Distanzen zwischen den Spielstätten ein Problem, in Rusland wird das noch schlimmer. In Katar dagegen bauen die am besten gleich vier Stadien direkt aneinander, sonst platzt die Halbinsel aus allen Nähten... Da gibt es eigentlich nur eines: Boykottiert diese Veranstaltung! Dann soll Herr Blatter mit seine korrupte Bande doch ein Fußballfest feiern! Aber am besten ohne die großen Mannschaften wie Deutschland, Brasilien - die müssen sich aber noch etwas Zeit lassen bis die "eigene" WM gelaufen ist - England, Spanien, Portugal, Belgien, Holland, Australien, usw. Dann haben Nepal, Barbados, FärÖr und die Fiji-Inseln auch mal eine Chance! Have fun!
4. .
schwester arno 02.12.2010
Zitat von sysopDie WM-Turniere 2018 und 2022 sind nach Russland bzw. Katar vergeben. Hat die Fifa-Exekutive Ihrer Meinung nach richtig entschieden?
Katar finde ich schon eigenartig, hätte mir da Australien gewünscht, die auch im Weltfussball immerhin bei grösseren Turnieren auftaucht und vor allem, weil auf dem 5.ten Kontinent noch nie ein Turnier war, möglicherweise spielen hier neben den üblichen Geldüberlegungen auch die Spielzeiten eine Rolle, schade finde ich es dennoch. Was Russland angeht, kann ich das schon eher nachvollziehen immerhin hat in Osteuropa noch kein WM Turnier stattgefunden.
5. Was ist Katar?
onecomment 02.12.2010
Zitat von sysopDie WM-Turniere 2018 und 2022 sind nach Russland bzw. Katar vergeben. Hat die Fifa-Exekutive Ihrer Meinung nach richtig entschieden?
Nein. Mit Russland kann ich leben. Warum sollte dort keine WM stattfinden? Katar ist aber die absolute Lachnummer. Haben die überhaupt genug Platz für die ganzen Stadien? Da bleibt nur eines übrig: Die Räume eng machen...
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WM-Vergabe: Alle Wahlgänge
WM 2018
1. Wahlgang:

Russland 9 Stimmen
Spanien/Portugal 7
Niederlande/Belgien 4
England 2
Damit England ausgeschieden.

2. Wahlgang:

Russland 13 Stimmen
Spanien/Portugal 7
Niederlande/Belgien 2
Damit Russland gewählt.
WM 2022
1. Wahlgang:

Katar 11 Stimmen
Südkorea 4
USA 3
Japan 3
Australien 1
Damit Australien ausgeschieden.

2. Wahlgang:

Katar 10 Stimmen
USA 5
Südkorea 5
Japan 2
Damit Japan ausgeschieden.

3. Wahlgang:

Katar 11 Stimmen
USA 6
Südkorea 5
Damit Südkorea ausgeschieden.

4. Wahlgang:

Katar 14 Stimmen
USA 8
Damit Katar gewählt.

Quelle: dpa
Fußball-WM: Alle Gastgeber und Gewinner
Jahr Gastgeber Weltmeister
2022 Katar ???
2018 Russland ???
2014 Brasilien Deutschland
2010 Südafrika Spanien
2006 Deutschland Italien
2002 Japan und Südkorea Brasilien
1998 Frankreich Frankreich
1994 USA Brasilien
1990 Italien Deutschland
1986 Mexiko Argentinien
1982 Spanien Italien
1978 Argentinien Argentinien
1974 Deutschland Deutschland
1970 Mexiko Brasilien
1966 England England
1962 Chile Brasilien
1958 Schweden Brasilien
1954 Schweiz Deutschland
1950 Brasilien Uruguay
1938 Frankreich Italien
1934 Italien Italien
1930 Uruguay Uruguay

Das Exekutivkomitee der Fifa
Das Exekutivkomitee des Welt-Fußballverbandes Fifa setzt sich zusammen aus dem Präsidenten Joseph S. Blatter, seinen acht Vizepräsidenten und weiteren 15 einfachen Mitgliedern. Das Komitee tagt zweimal im Jahr. Die Mandatsdauer der Mitglieder beträgt vier Jahre.

Das Exekutivkomitee legt die Termine, Spielorte und Formate der Fifa-Wettbewerbe, darunter die der WM, fest. Es beruft die Fifa-Delegierten für das International Football Association Board (Ifab), das über Regeländerungen bestimmt, und ist für die Ernennung sowie Abberufung des Generalsekretärs (derzeit: Jérôme Valcke) zuständig.

Quelle: sid
Die Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees
Position Name Mitgliedsland
Präsident Joseph S. Blatter Schweiz
Senior-Vizepräsident Julio H. Grondona Argentinien
Vizepräsident Issa Hayatou Kamerun
Vizepräsident Chung Mong-Joon Südkorea
Vizepräsident Jack A. Warner Trinidad und Tobago
Vizepräsident Angel María Villar Llona Spanien
Vizepräsident Michel Platini Frankreich
Vizepräsident Reynald Temarii Tahiti
Vizepräsident Geoff Thompson England
Mitglied Michel D'Hooghe Belgien
Mitglied Ricardo Terra Teixeira Brasilien
Mitglied Mohamed Bin Hammam Katar
Mitglied Senes Erzik Türkei
Mitglied Chuck Blazer USA
Mitglied Worawi Makudi Thailand
Mitglied Nicolás Leoz Paraguay
Mitglied Junji Ogura Japan
Mitglied Amos Adamu Nigeria
Mitglied Marios Lefkaritis Zypern
Mitglied Jacques Anouma Elfenbeinküste
Mitglied Franz Beckenbauer Deutschland
Mitglied Rafael Salguero Guatemala
Mitglied Hany Abo Rida Ägypten
Mitglied Witali Mutko Russland


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