Dritte Liga Alemannia Aachen stellt Insolvenzantrag

"Die Gläubiger sehen die Sanierungschancen": Der zahlungsunfähige Traditionsclub Alemannia Aachen hat einen Insolvenzantrag gestellt. Nun muss ein Gericht entscheiden, ob der Drittligist die geplante Sanierung in Eigenregie in Angriff nehmen darf.

Aachener Stadion Tivoli: Ungewisse Zukunft
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Aachener Stadion Tivoli: Ungewisse Zukunft


Hamburg - Drittligist Alemannia Aachen hat beim Amtsgericht Aachen wie angekündigt einen Insolvenzantrag gestellt. Der Spielbetrieb soll bis zum Saisonende aufrechterhalten werden. Zudem will sich der Club über ein Insolvenzverfahren sanieren und danach einen Neuanfang in der Regionalliga starten. Vor kurzem hatte die Alemannia einen Liquiditätslücke in Höhe von 4,5 Millionen Euro offengelegt.

Die Aachener haben am Freitagvormittag die Gläubiger darüber informiert, sagte Alemannias Finanzsprecher Holger Voskuhl: "Die Vertreter sehen die Sanierungschancen." Nun muss das Amtsgericht Aachen über den Insolvenzantrag entscheiden.

Für die finanziellen Probleme des Clubs ist vor allem der Neubau des Tivoli-Stadions verantwortlich. In der dritten Liga steht der Club durch den Insolvenzantrag bereits als erster Absteiger fest. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Aachen wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung gegen die Alemannia.

max/dpa/sid

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unsermichel 23.11.2012
1. Eine Schande
Es ist ein Skandal und typisch für die in Aachen bisweilen dominierende Großmannssucht, wie dieser Traditionsclub von eitlen Funktionären heruntergewirtschaftet worden ist. Da wurden Millionen für ein Prunkstadion ausgegeben und nichts mehr in den Spielerkader investiert. Unter Trainer Frontzeck, der auch schon andere Clubs wie Bielefeld in die nächst niedrige Liga gebracht hat, fing das Elend an. Alemannia hätte nicht in die zweite Liga absteigen müssen, doch dann kam der freie Fall ... Spieler wie Holtby, Rolfes, Lehmann, Schlaudraff, Pinto usw. - das waren alles mal Aachener. Ich hoffe, dass der Club einen radikalen Neuanfang in der vierten Liga mit eigenem Nachwuchs schafft. Braunschweig oder Düsseldorf ist diese "Restrukturierung" ja auch gelungen, warum nicht also auch in Aachen? Zum Glück hat Aachen die treuesten Fans in ganz Deutschland, und die haben mit den Funktionären schon lange die Geduld verloren. Vielleicht erinnern sich einige noch daran, dass Alemannia mit einer Fananleihe in Millionenhöhe den Traditionsnamen "Tivoli" für das neue Stadion gerettet hat und nicht nach irgend einem Versicherungs- oder Brause-Konzern umbenannt werden musste.
st2905 23.11.2012
2. Wettbewerbsverzerrung
Ich kann nicht verstehen, warum dieser Pleiteverein die Saison zu Ende spielen darf und nicht sofort alles Spiele entweder für den Gegner gewertet oder ganz aus der Wertung genommen werden.
unsermichel 24.11.2012
3. Zu
... weil hier nicht ein Verein bestraft gehört - also Mitglieder, Fans und Jugendmannschaften, sondern "nur" eine Clique sich selbst überschätzender und unfähiger Manager, die noch dazu den gesamten Verein getäuscht und, gelinde gesagt, verar... haben. Nicht umsonst ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachtes auf Insolvenzverschleppung, und das m.E. völlig zu Recht. Würden Sie es als Wettbewerbsverzerrung empfinden, wenn ein Industrieunternehmen mit vielleicht 1000 Beschäftigten wegen der Misswirtschaft oder Profilierungsgier von einer Handvoll "Heuschrecken" als erstes die Mitarbeiter auf die Straße setzen würde? Und die eigentlichen Verantwortlichen für die "Pleite" kommen ungeschoren davon? Wohl kaum!
Hinrich7 24.11.2012
4. sollen doch
die Funktionäre für das Stadion bezahlen, ein Blutstadion, denn gleich beim ersten Spiel gabs einen toten Fan - dieses Stadion wird den Aachenern kein Glück bringen - selbst in der Kreisliga nicht.
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