3. Liga Rot-Weiß Erfurt stellt Insolvenzantrag

Die Schulden hoch, die Punkteausbeute gering: Drittligist Rot-Weiß Erfurt befindet sich in einer schwierigen Lage. Nun geht der Klub in die Insolvenz.

Fans von Rot-Weiß Erfurt beim Spiel in Jena
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Fans von Rot-Weiß Erfurt beim Spiel in Jena


Der hoch verschuldete Fußball-Drittligist FC Rot-Weiß Erfurt hat einen Insolvenzantrag gestellt und steht damit praktisch als erster Absteiger in die Regionalliga fest. Wie der Verein auf seiner Homepage mitteilte, wurde am Dienstagabend beim Amtsgericht Erfurt der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens eingereicht.

Durch diesen Schritt werden dem einzig verbliebenen Drittliga-Gründungsmitglied neun Punkte abgezogen. Damit hat RWE zehn Spieltage vor Saisonende nur noch neun Punkte auf dem Konto. Der Abstand zum ersten Nichtabstiegsplatz beträgt 21 Punkte.

Erfurt drücken Verbindlichkeiten von über acht Millionen Euro. Dem Verein war durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) bereits ein Punkt wegen des Verstoßes gegen die Zulassungsbestimmungen abgezogen worden. Eine erhebliche Liquiditätslücke konnte nicht geschlossen werden.

Noch auf der Mitgliederversammlung am 20. Januar hatte die Vereinsführung den Verbleib in der 3. Liga als Ziel ausgegeben. "Durch den aktuellen Tabellenstand ist ein Hoffen auf den Klassenerhalt nicht mehr realistisch. Deshalb gilt es jetzt, die Weichen für die Zukunft zu stellen: Mit einer geordneten Insolvenz einen klaren Schnitt machen und die Grundlagen für einen Neuanfang schaffen", erklärte Präsident Frank Nowag in der Mitteilung.

"Uns ist bewusst, dass dieser Schritt für unsere Gläubiger ein schmerzhafter ist. Gleichwohl bitten wir um Verständnis, dass wir ihn nun gegangen sind", hieß es darin weiter: "Die beispielhafte Unterstützung, die unsere Mannschaft nach wie vor durch unsere Fans erfährt, und das Bekenntnis unserer Sponsoren zum Verein bestärken uns darin, die kommenden schweren Monate gemeinsam durchzustehen. Dies wird die Basis sein für den Neuanfang in der kommenden Saison."

mon/dpa/sid

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insgesamt 5 Beiträge
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uffta 14.03.2018
1. Solidaritätsbekundung
Ich drücke Euch die Daumen für den Neuanfang! Sportlich war der Abstieg ja wohl so gut wie besiegelt. Allerdings solltet Ihr so einiges umkrempeln. Einige Eurer ehemaligen Spieler haben teils sehr zurückhaltend, teils aber auch ziemlich offen auf Missstände in Eurem Verein hingewiesen, die für Profifussballer nicht akzeptabel sind.
rosabalou 14.03.2018
2. Fans?
Offenbar haben es die Schreiberlinge dieses Artikels immer noch nicht kapiert. Auf dem Foto sind keine Fans zu sehen - nur Chaoten, die beim Fußball nichts zu suchen haben!
C-Hochwald 14.03.2018
3. Vereinsubventionen
Ich kann aus Sicht eines Steuerpflichtigem, dem im Falle der Privatinsolvenz auch nichts geschenkt würde, nur hoffen, daß hier die öffentliche Hand nicht einspringt. Aktuell wurde in Kaiserslautern beschlossen, dem FCK im Falle des Abstieges in die 3. Liga, die Stadionmiete von derzeit >1,6MEuro auf rund 0,45MEuro pro Jahr zu reduzieren. Solche Nachlässe bekommt kein Privatmieter, wenn er / sie arbeitslos wird oder durch andere Umstände sich die Miete nicht mehr leisten kann. Wenn die Sportmannschaft sich nicht mehr durch ihre Leistung und Einnahmen finanzieren kann, dann bleibt eben nur die Insolvenz und die Einstellung des Spielbetriebes. So what?!
dreiimweckla 14.03.2018
4.
Genau diesen Schritt in die geordnete Insolvenz hätte auch der TSV 1860 München wählen sollen, am besten schon 2011! Stattdessen entschied man sich damals für die Aufnahme eines unbekannten, dubiosen "Investors" von fernen Gestaden! Dieser versenkte in der letzten Saison, nachdem er mit Hilfe eines willfährigen Präsidenten die Macht ganz an sich gerissen hatte durch atemberaubende Unfähigkeit den Verein bzw die KGaA in die Regionalliga und machte somit die Löwen in harmonischer, unfreiwilliger Kooperation mit dem HSV endgültig zur Lachplatte des deutschen Fußballs! Nachdem das neue Präsidium einen klaren Schnitt vollzogen hat und die 50+1 Regelung konsequent anwendet, sieht alles nach einem erfolgreichen Neuanfang aus! Eine geordnete Insolvenz ist eine von mehreren Möglichkeiten und oft eine notwendige Voraussetzung für einen Neustart, insbesondere in einem Falle wie in Erfurt, wo der Abstieg ohnehin schon so gut wie feststand! Mancher Gläubiger wird dies natürlich anders sehen! Gilt auch für Kaiserslautern, wobei dort eine sehr spezielle Stadionproblematik hinzu kommt!
markusherbert1 14.03.2018
5. Was hat...
....das Bild mit dem Artikel zu tun? Gar nichts! So entsteht der Eindruck, dass die treuesten an der Misere schuld sein sollen! Und @rsabalou: Wo siehst Du Chaoten? Ich sehe nur südländische, stimmungsvolle Atmosphäre. Chaoten hingegen sind doch viel eher aktuell beim HSV an der Macht...
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