50+1-Regel Ismaik will alleinige Kontrolle über 1860 München einklagen

Seit Langem wettert Hasan Ismaik bereits gegen die 50+1-Regel. Nun will der Mehrheitseigner von 1860 München offiziell Klage einreichen, um alleine über die Geschicke des Vereins bestimmen zu können.

Hasan Ismaik
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Hasan Ismaik legt beim Bundeskartellamt Beschwerde gegen die 50+1-Regel ein. Der jordanische Investor von Zweitliga-Absteiger TSV 1860 München bestätigte entsprechende Berichte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und des Bayerischen Rundfunks via Facebook. "Durch die traurigen Ereignisse der letzten Wochen sehe ich mich leider gezwungen, diesen Weg zu beschreiten", schrieb er.

Ismaik ist zwar Mehrheitseigner bei den Löwen, die Majorität der Stimmen liegt allerdings beim Verein, der zuletzt aus der Zweiten Liga in die Regionalliga abgestürzt war. Ohne die 50+1-Regel könnte er auch die Stimmenmehrheit übernehmen. Ismaik hatte den Klub 2011 vor dem finanziellen Ruin gerettet. Anschließend hatte er wiederholt die 50+1-Regel kritisiert. "Diese Regel ist eine Scheinregel, die den deutschen Fußball nicht schützt, sondern ihm extrem schadet", sagte er nun.

Die Regelung soll verhindern, dass Investoren die Macht in einem Verein übernehmen. Ausnahmen gibt es, etwa Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg. Diese Sonderfälle sind von den DFL-Statuten gedeckt, sofern jemand "seit mehr als 20 Jahren den Fußballsport des Vereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat". Weitere Details sind in so genannten "Leitplanken" festgehalten, die nicht öffentlich einsehbar sind. Über die Bewilligung von Ausnahmen entscheidet das Präsidium der DFL.

Ismaik versicherte, er wolle alle seine Kräfte einsetzen, um die Regel zu Fall zu bringen. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er, er rechne damit, dass der Prozess "drei Jahre" dauern werde.

lst/dpa

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insgesamt 19 Beiträge
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paul.s 01.07.2017
1. Sehr Gut
Ich hoffe er kommt durch damit. Man darf nicht vergessen, dass 60 kein normaler Verein ist. Faktisch hat der e.V keinen Handlungsspielraum, da er schon seit ungefähr 10 Jahren pleite ist. Der, der die ganzen Jahre über gezahlt und gebürgt hat, soll endlich auch die Kontrolle bekommen! Bei 60 gibt es leider noch zuviele Träumer, die die Realität verkennen.... 60 ist ohne Ismaik Insolvent und damit am Ende!
markzwanzig 01.07.2017
2. Es
wird ihm nichts nützen, selbst wenn es kippt und er die Stimmenmehrheit erlangt, dann sagt sie DFL eben, du machst bei uns nicht mit, wir lassen nir die mitmachen, die sich an unsere Vorgaben halten, dass 50+1 geachtet wird. Und das wird schwer dagegen juristisch vorzugehen, die Teilnahmebedingungen für die Ligen kann der Veranstalter nach meinem Verständnis doch so festlegen wie er will. Dann ging der Schuss nach hinten los und 1860 kann eine eigene Fussballliga gründen, das steht ja jedem frei.
tom_k0305 01.07.2017
3. Er hat bereits bewiesen, das er und sein Geld nicht Fussball kann.
Warum will er jetzt noch mehr Geld vesenken? Dann hätte er besser die Löwen in der Dritten Liga gehalten. Dummkopf, ähnlich wie Trump, der glaubt, dass nur seine Meinung richtig ist. Schade 1860, das Ihr Euch auf so einen Deppen mit Geld eingelassen habt. Gruß Tom_K
fried75 01.07.2017
4.
Extrem geschadet hat Ismaik und zwar 1860. Das ist eine Schande für alle.
großwolke 01.07.2017
5. Schwierige Abgrenzung
Grundsätzlich sehe ich das Problem ähnlich wie Herr Ismaik: Profi-Fußball ist ein Business, warum die Klubs nicht auch wie reguläre Firmen ge- und verkauft werden können, ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Auf der Gegenseite muss man jedoch auch anerkennen, dass ohne den Amateurfußball (bis runter in die Kreisligen) das Profi-Geschäft niemals so gut laufen könnte, weil einfach fast jeder schonmal selbst gekickt hat oder zumindest Freunde und Verwandte hat, auf die das zutrifft. Wo würde man da die Grenze ziehen? Erste und zweite Liga, okay, aber danach wirds schon wieder grau. Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen, dass Ismaik diesen Prozess gewinnen wird (ich sehe jedenfalls nicht, wieso die 50+1-Regel nicht zumindest angreifbar sein sollte), aber als Eigner eines Drittliga-Vereins trotzdem leer ausgeht...
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