DFL-Mitgliederversammlung 50+1-Regel im Profifußball bleibt bestehen

Keine Macht den Investoren: Die Mitgliederversammlung der DFL hat sich überraschend für den Verbleib der Sperrregel 50+1 bei Fußballklubs entschieden.

Fans in Mönchengladbach (24.02.2018)
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Fans in Mönchengladbach (24.02.2018)


Die umstrittene 50+1-Regel im deutschen Profifußball bleibt bestehen. Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) nahm überraschend einen entsprechenden Antrag des Zweitligisten FC St. Pauli an. "Das ist ein tolles Zeichen", sagte St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig: "Es gab kontroverse Diskussionen. Wir haben aber einen guten Kompromiss gefunden. Das Signal ist wichtig."

Die 50+1-Regel...
    ...besagt, dass Investoren ungeachtet der Höhe ihrer Anteile nicht die Stimmenmehrheit an einem Fußballklub erlangen. Viele Bundesligaklubs haben ihre Lizenzspielerabteilungen als Kapitalgesellschaften ausgegliedert, um so Investoren anzulocken. Mit der Regel soll verhindert werden, dass diese Geldgeber die Entscheidungshoheit über diese Bereiche übernehmen können.

Ursprünglich sollte bei dem Treffen am Frankfurter Flughafen keine Entscheidung fallen, sondern lediglich der Verfahrensverlauf für eine Diskussion über 50+1 festgelegt werden. 18 von 34 Klubs votierten für den Antrag des Hamburger Zweitligisten.

Das Thema steht seit Jahresbeginn wieder im Mittelpunkt, das DFL-Präsidium hatte die Diskussion selbst vorangetrieben. Mehrere Klubchefs hatten sich in den vergangenen Wochen geäußert - in beide Richtungen. Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sprach sich für die Abschaffung aus, Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dagegen.

Die 50+1-Regel besagt, dass Investoren in Deutschland nur die Mehrheit an einem Verein halten dürfen, wenn sie diesen mehr als 20 Jahre "ununterbrochen" und "erheblich" gefördert haben. In den anderen europäischen Top-Ligen gilt diese Regel nicht.

chh/sid



insgesamt 54 Beiträge
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wolke:sieben 22.03.2018
1. Schön anzusehen
...wie die DFL unsere Bundesligisten gegenüber den großen europäischen Ligen weiterhin schwächt, aber wenn es uns so geht wie den Österreichern, dass niemand aus der Bundesliga mehr europäisch unterwegs ist, werden diese Leute das große Jammern veranstalten. Ich verstehe gar nicht, dass sich große Vereine wie der FC BAYERN sich das gefallen lassen, aber das ist ja klar, der Fc St. Pauli ist ja für diese 50+1 Regelung, zum totlachen!!!
hann.overaner 22.03.2018
2. zweitklassig
Wenn Martin Kind nicht klagt, bleibt die Bundesliga dann halt zweitklassig (mit absteigender Tendenz). Fussballerisch ernst nimmt sie ja eh niemand mehr. Nur noch 'Athmosphärisch' interessant (wenn man Bierzelt mit Sporteinlagen und Humpakapellen (Entschuldigung Ultra) Beschallung mag
hollowman08 22.03.2018
3. Wunderbar !
Überall müsste diese Regel bestehen nicht nur bei Fussballvereinen sondern bei allen gesellschaftlich Relevanten Bereichen (Medizin, Ernährung,natürlichen Ressourcen...) Überall sollte nur die Bürger / Mitglieder die Mehrheit haben dürfen. Vorbild und Modell für jeden Bereich.
post.scriptum 22.03.2018
4. Durch diese Entscheidung wird die Bundesliga ...
... international nicht wettbewerbsfähig bleiben. Schon jetzt geht alles, was einigermaßen gegen den Ball treten kann, auf die Insel nach England. Früher waren es wenigsten nur die absoluten Topspieler, die gingen, und selbst die kamen oft nach zwei, drei Jahren in den Schoß der Bundesliga zurück. In spätestens fünf Jahren wird die 50 + 1-Regel sowieso fallen (müssen). Besser wäre es bereits jetzt, aber im strukturkonservativen Deutschland dauert eben alles ein paar Jahre länger als woanders.
neowave 22.03.2018
5. Na, immerhin.
Na, immerhin. Es scheinen ja doch noch ein paar Leute der grsasierenden Geldgeilheit entziehen zu können und zu wollen. Weil, soviel dürfte (zumindest für mich) doch klar sein: den Reifs, Hamanns im Gleichschritt mit den Hönness und Mattiscks gehts doch nur um eines: Ich bin WICHTIG. Ich will (noch viel) mehr KOHLE. Meine 5 Cents.
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