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50 Jahre Bundesliga: Der Schalker Sonnenkönig und das Dollarzeichen

Schalke 04 war in 50 Jahren Bundesliga immer für Turbulenzen gut. Auch Vertragsverlängerungen liefen dort manchmal etwas ungewöhnlich ab - wie im Fall des Stürmers Radmilo Mihajlovic. Schalkes Präsident Günter Eichberg ließ sich damals von dem Spieler und vom FC Bayern austricksen.

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Schalkes Ex-Präsident Eichberg: Dollarzeichen im Vertrag übersehen

Im Februar 1991 verpflichtet Schalke den Bayern-Spieler Radmilo Mihajlovic. Dabei kommt es zu einer kleinen Privatfehde zwischen dem königsblauen Präsidenten Günter Eichberg, genannt der "Sonnenkönig", und Uli Hoeneß. Die Geschichte dieses Streits gelangte an die Öffentlichkeit, weil sich der Bayern-Manager diebisch freute, dass er die Ablösesumme durch einen Trick um eine halbe Million anheben konnte. Eigentlich war alles klar: Schalkes Manager Helmut Kremers hatte als fixen Betrag bereits 2,5 Millionen D-Mark mit den Bayern ausgehandelt.

Doch Eichberg will als Präsident lieber selbst ran und verkündet, noch bevor die Verträge unterschrieben sind, etwas voreilig den Wechsel des Jugoslawen nach Gelsenkirchen. Das passt Hoeneß überhaupt nicht. Er lässt Eichberg ausrichten: So nicht! Der kontert wiederum selbstsicher: "Der Hoeneß glaubt immer noch, dass er der Größte ist. Der kann mich mal am Hobel blasen."

München stellt sich ein bisschen bockig, Eichberg legt noch etwas drauf, und Mihajlovic bekommt die Erlaubnis zum Wechsel. Hoeneß jubiliert: "Hätte der Kremers die Verhandlungen geführt, wäre Mihajlovic eine halbe Million billiger gewesen. Wenn wir mit solchen Komödien immer 500.000 Mark verdienen, dann darf mich der Eichberg so oft am Hobel blasen, wie er will. Er braucht nur Ort und Zeitpunkt bekanntgeben. Ich bin sofort bereit."

Viele Jahre ist Ruhe. Die Geschichte wird immer weiter ausgeschmückt, bunter und größer. Bis sich eines Tages Eichberg selbst zu Wort meldet, einiges klarstellt und die Story um eine Pointe erweitert: "Da sind abenteuerliche Sachen im Umlauf. Wahr ist Folgendes - und das ist keine Geschichte, in der ich besonders gut abschneide: Ich war damals selbst in München. Niemand anderes. Und die Ablösesumme mit Bayern war relativ schnell fix. Die haben mir gesagt, du kannst den McInally kriegen oder den Mihajlovic. Einer von beiden konnte damals bei Bayern nur spielen. Ich habe mich für Mihajlovic entschieden.

Eichberg weiter: "Und die Ablösesumme, das waren damals auch fünf Millionen, die habe ich höchstpersönlich - bis zum heutigen Tag - bezahlt und nicht einen Pfennig davon zurückbekommen. Das ist die Wahrheit, und was immer da geschrieben und von wem auch immer behauptet wird, ist totaler Stuss. Und das ist hinterher auch noch weitergegangen, weil er ein Handgeld bekam, das musste auch noch versteuert werden - das hatte er natürlich nicht getan, er hatte es nach Jugoslawien geschafft. Dafür musste ich dann auch noch die Steuern bezahlen.

Bei den Verhandlungen war ich mit ihm um nur eine Ecke auseinander, was seine eigenen Bezüge anging. Und das Gespräch hat in der Wohnung meines Bruders, der in München wohnte, stattgefunden, also im privaten Zirkel. Mic ging allerdings öfter ans Telefon, und offenbar waren auf der anderen Seite Fritz Scherer, der damals Bayern-Präsident war, und Manager Uli Hoeneß am Telefon. Und die haben ihm immer ins Ohr geflüstert, was er mir sagen soll.

Irgendwann war ich es mal leid, da habe ich gesagt: 'Pass mal auf, Mic, gib das Formular mal her. Ich unterschreib jetzt den Vertrag und habe das Handgeld offen gelassen. Ich gehe jetzt auf die Toilette, und wenn ich wiederkomme, hast du da eine Zahl eingesetzt und unterschrieben oder eben nicht.' Und als ich dann wiederkam, habe ich gesehen, dass er eine Zahl eingesetzt hatte, die eher in der Nähe dessen war, was ich mir in unserem Gespräch so vorgestellt hatte - nicht das, was er gedacht hatte. Erst drei Tage später habe ich dann bemerkt, als ich mir das noch einmal angeguckt habe, dass dieser kleine Sausack ein Dollarzeichen davor gemacht hatte. Da war dann nichts mehr zu machen, und das wurde auch bezahlt und irgendwann vergessen. Vergeben aber bis heute nicht."

Dieser Text ist aus dem Buch "50 Jahre Bundesliga - Das Jubiläumsalbum" von Ben Redelings.

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