72 Festnahmen bei Hallenturnier: Massenschlägerei unter Fußballfans

Dutzende Menschen verletzt, 72 Randalierer festgenommen: Nach den schweren Ausschreitungen beim Fußballturnier in der Sporthalle Hamburg sagten die Organisatoren den zweiten Turniertag ab. Eine sichere Fortsetzung der Veranstaltung sei nicht gewährleistet.

Polizisten (vorne), St. Pauli-Anhänger: Abbruch des Hallenturniers in Hamburg Zur Großansicht
dapd

Polizisten (vorne), St. Pauli-Anhänger: Abbruch des Hallenturniers in Hamburg

Hamburg - Der zweite Tag des Hallenfußballturniers in der Sporthalle Hamburg ist nach den gewaltsamen Ausschreitungen vom Freitagabend abgesagt worden. "Bei den vorhandenen sicherheitsrelevanten Erkenntnissen ist eine sichere und gewaltfreie Fortsetzung der Veranstaltung nicht gewährleistet", hieß es in einer Stellungnahme der Organisatoren.

Nach Angaben der Hamburger Polizei vom Samstagmorgen wurden bei der Auseinandersetzung 49 Menschen, darunter elf Polizisten, verletzt und insgesamt 74 Fans in Gewahrsam genommen. Weitere 40 Personen mussten nach dem Einsatz von Pfefferspray von den Sanitätskräften in der Halle an den Augen behandelt werden.

"Wir haben die Situation gehabt, dass ein Großteil sehr aggressiver Fans des FC St. Pauli weiterhin Auseinandersetzungen gesucht hat, im gesamten Hallenbereich, auch mit der Polizei", sagte Einsatzleiter Robert Golz gegenüber Sky Sport News. Die Beamten setzten Schlagstöcke und Reizgas ein. "Dabei sind zum Teil auch Unbeteiligte durch Pfefferspray verletzt worden", räumte Golz ein.

St. Pauli-Sportchef Schulte: "Da muss man sich Sorgen machen"

Gegen 19.00 Uhr kam es bei dem Turnier zwischen Fans des Regionalligisten VfB Lübeck und des Zweitligisten FC St. Pauli auf den Tribünen zu heftigen Auseinandersetzungen. Die Polizei war mit zwei Hundertschaften in der Sporthalle im Einsatz, um die prügelnden Fans zu trennen. Zunächst gingen die Spiele weiter, doch die anschließende Partie zwischen Respect United und dem dänischen Club FC Nordsjælland musste immer wieder unterbrochen werden.

"VfB-Fans haben die Absperrungen im Toilettenbereich überwunden. Sie sprangen über eine drei Meter hohe Balustrade und rannten Richtung Pauli-Block. Dort versuchten sie Fahnen und Banner zu entwenden. Die Beamten gingen mit Reizgas vor und trennten die Gruppen", sagte Organisator Peter Sander den "Lübecker Nachrichten".

Doch damit war die Ruhe längst nicht wieder hergestellt. Nun wurden im Eingangsbereich der Halle Scheiben eingeschlagen und der VIP-Raum gestürmt. "Traurig, da muss man sich Sorgen machen", sagte St. Paulis Sportchef Helmut Schulte.

Im weiteren Verlauf setzten sich die Ausschreitungen auch vor der Halle fort. Die Zuschauer flüchteten schließlich aus der Halle, und das Turnier wurde abgebrochen. Die Lage beruhigte sich erst nach mehreren Stunden. Es ist das erste Mal in der 25-jährigen Turniergeschichte, dass die Veranstaltung abgesagt werden muss.

leh/dpa

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