Abgang aus Wolfsburg Magath sucht neue Herausforderung auf Schalke

"Ich bin froh, dass es endlich raus ist": Felix Magath hat seinen Wechsel zu Schalke verkündet. Bei Wolfsburg war die Entscheidung offenbar schon vor Wochen gefallen - zur Begründung sagte der 55-Jährige, er habe in seinem jetzigen Verein einfach alle Ziele erreicht.


Hamburg - Felix Magath wird zur kommenden Saison für vier Jahre neuer Cheftrainer des Bundesligisten FC Schalke 04. Dies bestätigte Magath bei der Pressekonferenz am Mittwoch. Der VfL Wolfsburg erklärte offiziell, dass Magath den Club verlassen werde.

"Ich bin froh, dass die Entscheidung endlich heraus ist, auch wenn ich über die Umstände nicht glücklich bin", sagte Magath: "Nach fairen Gesprächen mit dem VfL-Aufsichtsrat haben wir uns schon vor Wochen für die Trennung entschieden. Allerdings bedaure ich, dass der Wechsel zu Schalke, wo ich beim Aufsichtsratvorsitzenden Clemens Tönnies im Wort stehe, so früh publik geworden ist."

Am Morgen hatte der Coach die Mannschaft über die bevorstehende Trennung informiert. "Ich glaube, es gibt gute Gründe für meine Entscheidung. Aus meiner Sicht sind die Ziele, die ich zu Beginn meines Engagements mit dem VfL-Aufsichtsrat vereinbart habe, erreicht." Es sei geplant gewesen, "die Mannschaft nach oben zu bringen und dort zu halten. Es war für niemanden vorherzusehen, dass uns das innerhalb von nur zwei Jahren gelingt". Die Mannschaft sei "jung, weiterhin entwicklungsfähig und perspektivisch an den Club gebunden".

An eine langfristige Arbeit in Wolfsburg über viele Jahre mochte Magath nicht glauben: "Ich glaube nicht mehr an Versprechungen, man könne im Profifußball langfristig arbeiten. Dafür bin ich schon zu lange im Geschäft, und da wurde mir schon öfter nach einem erfolgreichen Start später der Stuhl vor die Tür gesetzt."

Für den VfL Wolfsburg dankte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch Magath "für die in den vergangenen zwei Jahren eingeleitete Entwicklung schon zum jetzigen Zeitpunkt, vier Spieltage vor Saisonende". Er habe innerhalb sehr kurzer Zeit "außerordentlichen sportlichen Erfolg mit dem VfL realisiert".

Der Verein hätte gerne länger mit Magath gearbeitet, der begehrte Coach hatte aber andere Pläne. Er verzichtete auf eine Option in seinem Vertrag und kann Wolfsburg deshalb verlassen, ohne dass der künftige Club eine Ablösesumme zahlen muss.

Magaths künftiger Arbeitgeber, der FC Schalke, hatte sich Ende März von Chefcoach Fred Rutten getrennt. Seitdem wird das Team vom Trainer-Trio Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck betreut. Zudem ist in Gelsenkirchen derzeit die Stelle des Managers unbesetzt. Andreas Müller war Anfang März beurlaubt worden.

Magaths Stationen als Cheftrainer

FC Bremerhaven 1992/93
Hamburger SV 1995-97
1. FC Nürnberg 1997/98
Werder Bremen 1998/99
Eintr. Frankfurt 1999-01
VfB Stuttgart 2001-04
Bayern München 2004-07
VfL Wolfsburg 2007-09
FC Schalke 04 Vertrag 2013
Ob Magath allerdings dauerhaft als Manager auf Schalke arbeiten wird, ist noch offen. Der Verein wirbt weiter um den Stuttgarter Sportdirektor Horst Heldt: "Der Verein ist so groß, dass wir auch für ihn Verwendung hätten", sagte Tönnies. Der VfB Stuttgart will den Ex-Nationalspieler aber nicht ziehen lassen.

In Wolfsburg ist die Suche nach einem Nachfolger für Magath noch nicht abgeschlossen. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten Armin Veh (bis November 2008 VfB Stuttgart) und Mirko Slomka (bis April 2008 Schalke 04).

Seit dem 30. Mai 2007 war Magath Trainer und Sportdirektor des VfL Wolfsburg. Mit seiner Mannschaft steht der 55-Jährige derzeit an Platz eins der Bundesliga-Tabelle und hat drei Punkte Vorsprung auf Verfolger FC Bayern München. Mit dem Bosnier Edin Dzeko (19 Tore) und dem Brasilianer Grafite (23) stellt der VfL das derzeit das beste Sturmduo der Liga.

Vor Wolfsburg war Magath beim FC Bayern München unter Vertrag. Obwohl er dort zweimal hintereinander das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg holte (2005/2006), wurde er 2007 entlassen. Zuvor war er beim Hamburger SV, 1. FC Nürnberg, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt und beim VfB Stuttgart tätig. Beim Hamburger SV arbeitete er zudem von 1986 bis 1988 als Manager.

Als Bundesliga-Spieler war Magath ausschließlich für den Hamburger SV am Ball tätig, mit dem er dreimal Meister wurde (1979, 1982 und 1983). Seinen größten Erfolg feierte er mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister 1983. Im Finale in Athen schoss Magath beim 1:0-Erfolg gegen Juventus Turin das entscheidende Tor.

Insgesamt absolvierte Magath 306 Erstligaspiele für den HSV und erzielte dabei 46 Treffer. Vorher spielte er für den 1. FC Saarbrücken in der zweiten Liga (1974 bis 1976). Magath bestritt zudem 43 Länderspiele (drei Tore).

bka/ach/fsc/sid



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Seite 1
arber-shputa 06.05.2009
1.
Zitat von sysopKann Felix Magath Schalke 04 national und international zurück in die Spitze führen?
Ja !
rhawik 06.05.2009
2.
Ein absoluter Glücksgriff ! Felix Magath ist einer der besten Trainer. Trainer, Team-Manager und Manager in einer Funktion ! Nun kann Schalke wieder angreifen, um nach 1958 endlich mal wieder Deutscher Meister werden. Die Spieler haben dann keinen Manager mehr (Rudi Aussauer oder Andreas Möller), bei demsie sich "Ausweinen" können. Mit Büskens und Mulder hätte man doch nur eh weiter rumgewurschtelt. Das hätte auf Dauer nie funktioniert. Man kann der Schalkern nur beglückwünschen, dass sie sich die Dienste von Felix Magath haben sichern können. Bei Wolfsburg forderte er angeblich eine Verdoppelung seiner Bezüge. Die haben abgewunken. In der nächsten Saison werden sie dann wieder im Mittelfeld herrumdümpeln. Glück auf Schalke !!!
krafts 06.05.2009
3.
Zitat von sysopKann Felix Magath Schalke 04 national und international zurück in die Spitze führen?
Da bin ich skeptisch, ob sie Magath in Schalke in Ruhe arbeiten lassen. Aber, wenn Magath den lahmen Karren Schalke auch wieder flott kriegt, dann hat er höchsten Respekt, dann hätte er den Titel "bester deutscher Trainer" verdient. Ich bin mir sicher, dass die Aufgabe in Schalke ungleich schwieriger werden wird als beim biederen VW-Club. Das sieht man allein schon daran, dass bei der Verpflichtung einer das Maul nicht halten konnte.
hofnarrflorian 06.05.2009
4. Magath zu Schalke - und warum muss immer das Geld entscheiden?
„Wir haben die uns gesteckten sportlichen Ziele wesentlich schneller erreicht, als wir es gemeinschaftlich im Sommer 2007 bei meinem Amtsantritt formuliert haben“, wird der Trainer in der offiziellen Pressemitteilung zum Wechsel vom Verein zitiert. Was spricht also gegen ein Bleiben? Der Erfolg ist da, Magath hat alleinige Entscheidungskraft im sportlichen Bereich, die Stimmung ist enthusiastisch und Geld sollte durch VW im Rücken doch auch da sein. Aber halt, angeblich liegt gerade da der Hund begraben. Medienberichten zufolge forderte Magath vom VfL für eine vorzeitige Vertragsverlängerung eine Verdopplung (!) seiner derzeitigen Bezüge, die auf etwa 2,5 Millionen Euro pro Jahr geschätzt werden. Anscheinend ist Schalke - mit Investor Gazprom - eher dazu bereit, diese Summe zu stemmen. Weiterführender Artikel zum Magath-Wechsel (http://www.hingesehen.net/?p=1320)
Christian W., 06.05.2009
5.
Er wird keine komplette Saison durchhalten, darauf wette ich. Mein Wetteinsatz: Verliere ich, schreibe ich einen Aufsatz (3.500 Zeichen, so viel lässt das Forum pro Beitrag ja zu) was ich an Schalke geil finde und zwar komplett ohne Ironie. Wer dagegen hält, schreibt, bei verlorener Wette, einen Aufsatz (3.500 Zeichen), was er an der SGE geil findet. Na, wer traut sich?
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