Hamburg - Spätestens seit vergangenem Wochenende dürfte bei Arsenals Trainer Arsène Wenger der Entschluss gereift sein, noch einen erfahrenen Abwehrspieler zu verpflichten: Bei Manchester United gingen die Gunners 2:8 unter. Heißester Kandidat für die Innenverteidiger-Position der Londoner ist Per Mertesacker.
Der Wechsel des Nationalspielers zum FC Arsenal ist so gut wie perfekt. "Zwischen Werder und Arsenal ist alles klar", sagte Werder-Boss Klaus Allofs am Abend dem "Weser-Kurier" laut einer Vorabmeldung. Eine offizielle Bestätigung für den Wechsel gibt es demnach zwar noch nicht, sie wird für Mittwoch erwartet, wenn auch die letzten Details des Deals geregelt sind. Für Mittwoch ist laut Allofs auch eine Pressekonferenz in Bremen geplant.
Beide Vereine gaben sich zuvor schon keine Mühe mehr, den Transfer heimlich über die Bühne zu bringen. "Wir befinden uns in Gesprächen", bestätigte auch Werder-Mediendirektor Tino Polster. Mertesacker ist nach Polsters Angaben derzeit in London. Bundestrainer Joachim Löw hat dem Profi vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich (Freitag 20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) für einen Tag freigegeben. "Per hat mich sehr, sehr spät am Abend auf meinem Zimmer angerufen und mich darüber informiert, dass er ein Angebot von Arsenal vorliegen hat. Ich habe ihn daraufhin für einen Tag freigestellt, damit er die Angelegenheit regeln kann", so Löw.
Der Nationalspieler muss in London nur noch eine medizinische Untersuchung absolvieren, bevor der Wechsel perfekt gemacht wird. Im Gespräch ist eine nicht bestätigte Ablöse von rund zehn Millionen Euro. Mertesacker war bereits häufiger mit dem Verein in Verbindung gebracht worden, zuletzt erschien ein Wechsel bis zum Ende der Transferfrist an diesem Mittwoch aber unwahrscheinlich.
Der 26-Jährige war 2006 von Hannover 96 nach Bremen gewechselt und bestritt bislang 217 Bundesliga-Spiele für Werder, sein Vertrag gilt noch bis 2012. Die Bremer können nur bei einem vorherigen Wechsel eine Ablöse kassieren.
"Per ist ein Riesentyp und unser Kapitän"
"Es war seit geraumer Zeit der Wunsch von Per, seine Karriereplanung noch einmal voranzutreiben und für einen großen europäischen Club zu spielen. Arsenal war immer sein Wunschverein", sagte Allofs. Der finanzielle Aspekt sei dabei nicht ausschlaggebend gewesen, so Allofs. Es sei jedoch selbstredend, "dass ein Abgang von Per sportlich und menschlich ein riesiger Verlust für Bremen" sei, sagte Allofs, "schließlich ist Per ein Riesentyp und unser Kapitän".
Mertesacker selbst hatte vor seinem Blitzwechsel in den vergangenen Wochen immer wieder mit einem vorzeitigen Abschied aus Bremen kokettiert. "Man soll niemals nie sagen, auch wenn das eine Floskel im Fußball ist", sagte Mertesacker.
Bereits nach der WM 2010 in Südafrika hatte Arsenal Interesse an Mertesacker bekundet. Akut wurde das Thema aber wieder am Sonntag, nachdem der Club in der Meisterschaft bei Manchester United unterging. Der in die Kritik geratene Arsenal-Trainer Arsène Wenger sagte anschließend: "Ich bin offen für neue Spieler. Wir haben Geld, neue zu holen."
Allein die jüngsten Verkäufe von Samir Nasri und Cesc Fabregas haben zig Millionen in die Kassen des Vereins gespült. Sollte Mertesacker beim FC Arsenal unterschreiben, würde er schon in Kürze viele alte Kollegen aus der Bundesliga wiedersehen. Denn Arsenal trifft in der Gruppenphase der Champions League schon am 13. September auf den deutschen Meister Borussia Dortmund.
luk/dpa/dapd/sid
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