Abschied aus Hamburg: HSV-Trainer Jol wechselt zu Ajax Amsterdam
Halbfinale in Uefa- und DFB-Pokal, Fünfter in der Bundesliga: Die Bilanz von Martin Jol in seiner ersten Saison beim HSV ist ansehnlich. Nun steht fest: Es war auch die letzte Saison für den Holländer. Er wird neuer Trainer bei Ajax Amsterdam.
Hamburg - Martin Jol vom Hamburger SV wechselt zur neuen Saison in seine Heimat und wird Nachfolger von Marco van Basten als Trainer von Ajax Amsterdam. Wie der niederländische Traditionsclub und der HSV am Dienstag mitteilten, erhält der 53-Jährige einen Dreijahresvertrag. In Hamburg hatte er einen Kontrakt bis Juni 2010.
Trainer Jol: Abschied nach 53 Pflichtspielen
Den ganzen Dienstag hatten Verantwortliche des HSV und von Ajax verhandelt. Möglicher Knackpunkt war die Zahlung einer Ablösesumme. Ajax wollte nach Aussagen von Direktor Rik van den Boog kein Geld für den neuen Trainer bezahlen. Noch bevor der Wechsel bestätigt war, wurde über Jols Nachfolge spekuliert. Als ein Kandidat wurde der ehemalige Schalker Coach Mirko Slomka gehandelt.
Noch am Sonntag hatte Jol in einem Interview auf der HSV-Homepage erklärt, die abgelaufene Spielzeit mit dem Vorstand um Clubboss Bernd Hoffmann mit Blick auf die neue Saison analysieren zu wollen. "Wir wollen unser Level halten, und dafür braucht man natürlich auch gute Spieler, zumal uns ja auch einige Profis verlassen. Doch das werden wir jetzt alles in Ruhe besprechen, und dann geht es Anfang Juli ja schon wieder los", hatte Jol gesagt.
Nun also der plötzliche Abschied aus Hamburg. Offenbar fiel Jol der Wechsel nicht allzu schwer. Der erfolgsbesessene Trainer wollte sein Team nach dem feststehenden Abgang unter anderem von Stürmer Ivica Olic (wechselt ablösefrei zu Bayern München) deutlich verstärken - doch die HSV-Führung um Vorstandschef Bernd Hoffmann stand großen Investitionen wie einer möglichen Rückholaktion von Spielmacher Rafael van der Vaart (Real Madrid) skeptisch gegenüber.
Auch über Beiersdorfer soll diskutiert werden
Die erste Wahl war Jol übrigens nicht. Zuvor sollen bereits die umworbenen Frank Rijkaard (zuvor in Barcelona) und Co Adriaanse (Red Bull Salzburg) dem Club aus Amsterdam abgesagt haben.
In Hamburg könnte demnächst nicht nur über die Folgen von Jols Abschied diskutiert werden - sondern auch über Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wird in der Clubspitze über einen Nachfolger für den mit seinen Zugängen in der Winterpause erfolglosen Beiersdorfer nachgedacht. Angeblich soll Aufsichtsratsmitglied Sergej Barbarez als Kandidat bereitstehen.
goe/dpa
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