Abstieg des FC St. Pauli 1:8 Tore, 18. Platz

Der FC St. Pauli ist am Tiefpunkt der Saison angekommen: Debakel gegen den FC Bayern, letzter Tabellenplatz, Abstieg - und das alles beim letzten Heimspiel von Trainer Holger Stanislawski. Der Abschied wurde ihm gründlich versaut.

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Hamburg - Nach dem Abpfiff standen die Spieler des FC St. Pauli noch einmal zusammen am Mittelkreis. Die Arme jeweils über die Schultern des Nebenmanns gelegt, demonstrierten sie Zusammengehörigkeitsgefühl und Nähe. Im Hintergrund sieht man ein Fanplakat anlässlich des Abschieds von Trainer Holger Stanislawski, auf dem zwei Herzen zu sehen sind. Dazu blauer Himmel. Die Rahmenbedingungen für einen würdigen Abschied von Trainer Holger Stanislawski hätten besser kaum sein können.

Wenn sein Club nicht gerade abgestiegen wäre. Wenn seine Mannschaft sich nicht bis auf die Knochen gegen die Bayern blamiert hätte. Wenn sie vielleicht vier oder fünf Gegentore weniger kassiert hätten. Doch am Ende stand ein peinliches 1:8 gegen den FC Bayern. Und ein fassungsloser Stanislawski: "Ich werde ein paar Tage brauchen, um dieses Resultat zu verarbeiten."

Nach der Partie wurden seine Spieler trotz des Debakels vom eigenen Anhang gefeiert. Verstehen konnte das Stanislawski nicht. "Wenn du 1:8 verlierst und dann gefeiert wirst, das ist dann ja Selbstironie. Aber verdient hätten wir was anderes heute: 'nen Arsch voll", sagte der frustrierte Stanislawski.

"Ich kann nach so einem Spiel nicht lustig durch die Straßen rennen"

Sein Team hatte ihn im Stich gelassen. Und was sich Marcel Eger dabei gedacht hat, seinen Treffer zum 1:5 so euphorisch zu feiern, als hätte er den Club gerade in den Europapokal geschossen, wird wohl auf ewig sein Geheimnis bleiben. Stattdessen wird der Club in der kommenden Saison wieder zweitklassig spielen.

Auch Stanislawski wurde vom Publikum nach dem Spiel gefeiert. Allein stand er vor den Anhängern, verbeugte sich, winkte. Doch sein Lächeln wirkte gequält. "Diese Niederlage wiegt viel, viel mehr als die positive Verabschiedung von unseren Zuschauern. Das ist eine Situation, die muss ich wirklich erst mal sacken lassen." Allein, ohne seine Spieler. "Ich fahre nach Hause. Ich kann nach so einem Spiel nicht lustig durch die Straßen rennen."

Auf eine Analyse nach dem höchsten Auswärtssieg der Bayern in der Bundesliga wollte er sich gar nicht erst einlassen: "Zum Spiel werde ich gar nichts sagen, weil ich alles kaputt machen würde, was die letzten Jahre richtig gut lief. Das möchte ich mir bewahren. Insofern nehme ich jetzt dieses Ergebnis so mit und verkneife mir jeden Kommentar zur Mannschaft."

Am Ende von Holger Stanislawskis 18 Jahren auf St. Pauli steht der 18. Tabellenplatz und eine 1:8-Niederlage.

jar



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forist 07.05.2011
1.
Ich kann es mir ja nicht verkneifen: Glückwunsch Schalke zur mutigen Entscheidung des Trainerwechsels! Die Mannschaft spielt jetzt zwar keinen Deut besser als unter Magath (eher ist das Gegenteil der Fall), ist dafür aber besserer Stimmung. Toll. Kindergarten.
Alexandra_Melville 07.05.2011
2. Bundesliga zwei - Pauli ist dabei
Pauli ist eben eine trinkfeste Kneipenmannschaft Ob sie gewinnen oder verlieren spielt da keine Rolle Der Joint vor dem Spiel ist wichtiger als das Astra nach dem Spiel Das Spiel selbst ist für Pauli Fans bedeutungslos Bundesliga zwei - Pauli ist dabei Prost
Fosca, 07.05.2011
3. Abstieg des FC St. Pauli: 18 Jahre, 18. Platz, 1:8 Tore
Zitat von sysopDer FC St. Pauli ist am Tiefpunkt der Saison angekommen: Debakel gegen den FC Bayern, letzter Tabellenplatz, Abstieg - und das alles anlässlich des letzten Heimspiels von Trainer Holger Stanislawski. Der Abschied wurde ihm gründlich versaut. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,761269,00.html
Oh je 18, 18, 1:8 - und das ausgerechnet bei Pauli - das Böse der Zahlensymbolik ist überall ;-)
Kiez-Kalle 07.05.2011
4. Welcome back!
Willkommen zurück in der 2. Liga. Weiß auch wirklich nicht was die in der 1. wollten... Kann Alexandra_Melville nur zustimmen.
misr35 07.05.2011
5. Abstieg des FC St. Pauli: 18 Jahre, 18. Platz, 1:8 Tore
Es zeigt wieder einmal wie arrogant der FC Bayern ist, dass er nur gegen schwache Gegner gewinnen kann und die dann so demuetigt, dass sie KEIN FAIRES SPIEL spielen koennen--- sondern nur eine Zerstoerung das Ziel ist. Ich bin nur froh, dass der Abstand zum Bundesliga Ersten einen erspielten, uneinholbaren Platz fuer den FC errunegn hat der diesmal nicht mehr einzuholen ist.
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