AC Florenz Trainer Rossi nach Prügelattacke entlassen

Prügel auf dem Platz: Florenz-Trainer Delio Rossi schlug nach einer Auswechslung auf seinen eigenen Spieler ein, den Coach kostet der Vorfall den Job. Geoffrey Serey Die vom Schweizer Erstligisten FC Sion ohrfeigte vor lauter Frust einen Balljungen - bislang ohne Konsequenzen.

DPA

Hamburg - Weil er auf seinen eigenen Spieler einprügelte, hat der AC Florenz Trainer Delio Rossi entlassen. Im Serie-A-Spiel des Erstligisten gegen Novara Calcio am Mittwochabend schlug Rossi mehrfach auf Adem Ljajic ein. Zuvor hatte er den Serben in der 32. Minute ausgewechselt.

Ljajic war darüber wenig begeistert: Er schimpfte hör- und sichtbar in Richtung des Trainers. Wutentbrannt stürzte Rossi zur Bank, beugte sich von oben über den 20-Jährigen und hielt ihn mit der einen Hand am Trikot fest. Mit der anderen schlug er zu. Teammitglieder mussten den 51-Jährigen von Ljajic wegziehen.

Clubpräsident Andrea Della Valle entließ Rossi noch am Abend des 36. Spieltags, da half es auch nichts mehr, dass der Trainer sich später entschuldigte. "In meinen zehn Jahren im Fußball war dies meine schwerste Entscheidung. Rossi ist provoziert worden, und die Nerven sind mit ihm durchgegangen. Aber wir mussten so entscheiden", sagte der Clubchef. Rossi war erst vor einem halben Jahr Trainer in Florenz geworden. Am Donnerstag wurde der bisherige Clubmanager Vincenzo Guerini als Nachfolger vorgestellt.

Rossi erwartet nun wohl auch eine Sperre durch den italienischen Fußball-Verband. Laut der italienischen Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" kündigte Ljajics Spielerberater zudem eine Anzeige gegen Rossi wegen Körperverletzung an.

Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls lag Florenz gegen Absteiger Novara 0:2 zurück. Am Ende glichen die Toskaner durch zwei Tore des Deutsch-Italieners Riccardo Montolivo zum 2:2 aus. Florenz befindet sich in der Tabelle im hinteren Mittelfeld, Novara auf dem vorletzten Platz.

Sion: Frust an Balljungen ausgelassen

Geoffrey Serey Die vom Schweizer Erstligisten FC Sion hat ebenfalls eine rabiate Art, seinem Ärger Luft zu machen. Nach der 0:1 (0:1)-Niederlage beim FC Lausanne-Sport am Mittwoch beleidigte und ohrfeigte der Ivorer einen Balljungen.

Das belegen Bilder des Schweizer Fernsehens: Der Junge stolperte von dem Fußballer weg und hielt sich das Gesicht mit der Hand. Augenzeuge des Vorfalls direkt neben der Auswechselbank wurde Steven Lang von Lausanne. Er habe gehört, wie Serey Die dem Jungen etwas zugerufen habe, "das ich nicht aussprechen darf".

psk/dpa/sid

insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
trevorcolby 03.05.2012
1. optional
Ach, das könnten in der BL auch einige der total überbezahlten Jammerlappen mal vertragen. Dem Trainer gehört mein Respekt !
KnoKo 03.05.2012
2.
Falls sich jemand das Ganze anschauen möchte: Rossi vs Ljajic (http://www.youtube.com/watch?v=tCutzf7KeR8)
msondern 03.05.2012
3.
Zitat von trevorcolbyAch, das könnten in der BL auch einige der total überbezahlten Jammerlappen mal vertragen. Dem Trainer gehört mein Respekt !
Ein gestandener Trainer Anfang 50, der nicht in der Lage ist cool mit einer Verbalattacke eines 21-jährigen Jungspunds umzugehen und meint diesen körperlich angreifen zu müssen, verdient in meinen Augen alles andere als Respekt. Aber ich lasse Ihnen natürlich Ihre Meinung, ein paar Schlägereien auf dem Spielfeld zwischen Trainern und eigenen Spielern würden jeden Bundesliga-Spieltag aufpeppen.
bicyclerepairmen 03.05.2012
4.
Zitat von trevorcolbyAch, das könnten in der BL auch einige der total überbezahlten Jammerlappen mal vertragen. Dem Trainer gehört mein Respekt !
Ja komisch, wenn Spieler "es" untereinander tun (Podolski/Ballack, Robben/Ribery etc.) wird einen das Ganze als dem Spiel und dem Verein nützliche Emotion verkauft. Sind es dann "überfällige" Erziehungsmaßnahmen gegenüber eines überzahlten Kleinhirns der nicht in der Lage ist Entscheidungen seines Übungsleiters zun akzeptieren, ist es was gaaanz anderes....
neejah 03.05.2012
5.
Zitat von bicyclerepairmenJa komisch, wenn Spieler "es" untereinander tun (Podolski/Ballack, Robben/Ribery etc.) wird einen das Ganze als dem Spiel und dem Verein nützliche Emotion verkauft. Sind es dann "überfällige" Erziehungsmaßnahmen gegenüber eines überzahlten Kleinhirns der nicht in der Lage ist Entscheidungen seines Übungsleiters zun akzeptieren, ist es was gaaanz anderes....
Erziehungsmaßnahmen? Ihre (zukünftigen?) Kinder werden es Ihnen danken! Unglaublich das diese Aktion positive Resonanz hervorruft... Kein Wunder, warum im Fußball das Wesentliche immer mehr in der Hintergrund rückt... traurig!
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