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DFB-Zittersieg gegen Algerien: Turniermannschaft!

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AP

Eine Runde weiter - aber wie?! Deutschland bekam Algerien 120 Minuten lang nie richtig in den Griff. Hinten schwamm die Abwehr, vorne verstolperte Müller. Reicht das im Viertelfinale gegen Frankreich? Alles Wichtige zum deutschen Zittersieg.

Ausgangslage: WM, Achtelfinale, K.o.-Runde. Ansonsten: 14 Grad Celsius, 93 Prozent Luftfeuchtigkeit - mit der "Hitze-WM" hatten die Bedingungen in Porto Alegre wenig zu tun. Die Fans auf den Tribünen hüllten sich in dicke Jacken. Den Spielern wurde schnell warm, den deutschen schneller, als ihnen lieb gewesen sein wird.

Ergebnis: 2:1 (1:0, 0:0, 0:0) für Deutschland. Jetzt wartet Frankreich im Viertelfinale.

Patient des Spiels: Ausgerechnet bei einer Abwehrkraft versagte die Abwehrkraft. Mal Hitze, dann Kälte, zwischendurch sintflutartige Regenfälle - und immer diese verflixten Klimaanlagen: Es ist ja auch kein Wunder, dass Mats Hummels in Brasilien krank geworden ist. Der Dortmund-Star musste im Hotelbett bleiben, Jérôme Boateng rückte in die Innenverteidigung, und Shkodran Mustafi spielte auf der rechten Seite.

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Optimist des Spiels: Vahid Halilhodzic. Der Trainer der Algerier ließ fünf Spieler vom 1:1 gegen Russland im letzten Gruppenspiel auf der Bank. Alle fünf wären bei einer weiteren Gelben Karte gegen Deutschland fürs Viertelfinale gesperrt gewesen.

Pessimist des Spiels: Ebenfalls Halilhodzic. "Deutschland macht aus fünf Chancen sechs Tore", hatte der Trainer prophezeit. Ganz so schlimm wurde es nicht, im Gegenteil: Die DFB-Elf sollte reihenweise beste Gelegenheiten vergeben. Aber eben auch zweimal treffen...

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Erste Halbzeit: In Deutschland dürften vor dieser Partie die wenigsten Slimani, Ghoulam oder Feghouli gekannt haben. Zumindest die deutsche Innenverteidigung machte rasch Bekanntschaft mit den schnellen algerischen Spielern, die sich Chance um Chance herausspielten - unter Mithilfe einer mitunter desolaten deutschen Abwehr. Leichte Ballverluste, ungenaue Pässe und riesige Lücken zwischen Mittelfeld und Abwehr luden den Gegner immer wieder zu Angriffen ein. Erst nach einer halben Stunde wurde Deutschland sicherer und kam zu Chancen (Müller, Özil). Die beste Gelegenheit vergab Mario Götze, nachdem Algeriens Keeper Rais M'Bolhi einen Kroos-Schuss nach vorne hatte abprallen lassen.
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Zweite Halbzeit: Die ganz schlimmen Abwehrfehler aus der ersten Hälfte reduzierte Joachim Löws Team zumindest, viel besser wurde es erst nach einer Umstellung: Shkrodran Mustafi musste verletzt ausgewechselt werden, für ihn ist die WM beendet, Philipp Lahm rückte auf die Position des rechten Verteidigers, und Sami Khedira wurde eingewechselt und unterstützte Schweinsteiger im Zentrum. In der Schlussphase vergab Müller - ganz unmülleresk - zwei Top-Chancen. Es ging in die Verlängerung.

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Verlängerung, Teil 1: Ein Zaubertor? Ein Duseltor? Auf jeden Fall: ein Hackentor - und ein ganz wichtiges noch dazu. Müllers Hereingabe wurde leicht gegen den Lauf von André Schürrle abgefälscht, der streckte sein Bein nach hinten aus, und von der Hacke prallte der Ball zum 1:0 ins Tor. Beiden Teams war die Erschöpfung deutlich anzumerken, das Tempo war raus aus der Partie.

Verlängerung, Teil 2: Fast minütlich sanken nun Spieler mit Krämpfen zu Boden, vor allem die Algerier hatten Probleme (Löw: "Von denen waren alle stehend K.o."). Bastian Schweinsteiger musste nach 109 Minuten der Erschöpfung Tribut zollen, für ihn kam Christoph Kramer. Deutschland riss mit den frischen Schürrle und Kramer Lücken. Vor dem 2:0 reichte ein Doppelpass und ein schneller Antritt. Im Nachsetzen traf Özil. Es passte zu dieser Partie, dass eine letzte Unachtsamkeit der deutschen Mannschaft doch noch ein Gegentor zum 1:2 durch Djabou ermöglichte.

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AFP

Grätsche des Spiels: Dass Manuel Neuer ein guter Kicker ist, weiß man. Dass er auch locker Rechtsverteidiger spielen könnte, weiß man jetzt auch. In der neunten Minute entwischte Islam Slimani den deutschen Verteidigern, Neuer wollte eigentlich den Pass abfangen, fand sich dann aber in einem Laufduell mit dem schnellen Stürmer wieder, hielt mit - und klärte per eingesprungener Grätsche. Es sollte nicht die einzige bleiben, hinzu kamen Flugkopfbälle und 70-Meter-Steilpässe. Neuer war zumindest aus deutscher Sicht der Mann des Spiels. Die Fans wählten später allerdings sein algerisches Gegenüber Rais M'Bolhi zum offiziellen "Man of the Match".

Kniefall des Spiels: Die erfolglose Freistoßvariante der Deutschen (drei Spieler laufen über den Ball, der vierte schießt in die Mauer) war bereits bekannt. Thomas Müller legte nun noch einen drauf, stolperte bei seinem Anlauf (Schweinsteiger war schon fehlerfrei über den Ball gelaufen), rappelte sich auf - und zeigte anschließend eine Mimik zwischen Unglauben und Belustigung über seine eigene Slapstickeinlage.

Reporterleistung des Spiels: Kam von Béla Réthy. Ja, tatsächlich. Der ZDF-Kommentator schaffte es, die Algerier erst in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit als "Wüstenfüchse" zu bezeichnen. Respekt.

Fazit: Klar, für das Duell mit Frankreich muss einiges besser werden, vor allem die Defensivleistung. Aber Deutschland ist nun mal eine Turniermannschaft, oder, mit den Worten von Gary Lineker: Deutschland gewinnt.

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insgesamt 127 Beiträge
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1. ein einziges Mal..
101me 01.07.2014
...würde ich gerne einen Spiegel-Artikel lesen, in dem nicht auf Özil rumgehackt wird. Das war schon bei der letzten WM so. Was ist denn los bei euch? Warum ist immer Özil der Böse? Erwartet ihr einfach halt von Khedira (zB) nichts? Ist das SpOn Populismus oder sowas? Ich lebe in England, und hier reden sie mir von Müller und Özil.. und ich stimme zu!
2. Oezil
ofelas 01.07.2014
Einzelkritik Spiegel Selbst ein intensives Wachrütteln von Schweinsteiger vor der Partie konnte Özil nicht wirklich ins Spiel bringen. Hat zwar ab und an einen guten Ansatz für ein Dribbling gefunden, wirkte aber ansonsten sehr phlegmatisch, ließ häufig den Kopf und die Schultern hängen. Erzielte trotzdem in der 119. Minute das 2:0. Vielleicht wird ihm das Tor ein wenig Selbstvertauen für den restlichen Turnierverlauf geben. Zum ArtikelAlle Fotostrecken und Kicker Harrte diesmal nicht auf dem rechten Flügel aus, sondern suchte überall nach Möglichkeiten, das Spiel zu gestalten und zu bestimmen. Wenn Impulse kamen, dann oft von ihm - auch wenn längst nicht alles gelang. Befreite seine Kollegen und vor allem sich mit dem ersten WM-Tor. Zwei unterschiedliche Spiele? Denke ich habe das Kicker Spiel gesehen
3. Problemfall war
Lankoron 01.07.2014
in meinen Augen vor allem Boateng. Mustafi und Höwedes waren auf aussen ständig allein....kein Mittelfeldspieler ging raus, niemand von der Sturmreihe war aussen.....teilweise standen 4 oder 5 Leute auf 10m in der Mitte zusammen. Das eigentliche Problem im deutschen Spiel waren fehlendes Tempo und mangelnde Raumaufteilung...
4. Das war es dann!
stintfangsaenger 01.07.2014
Jetzt ist Löw end*gül*tig entzaubert. Das Schwarzwälder Geschwätz (wie im übelsten Vertrieb) wird unserer Mannschaft nicht weiterhelfen. Das Konzept vom Löw verstehe wer will, so werden wir gegen Frankreich keine Chance haben.
5. Deutschland - Frankreich schwache Sieger
raber 01.07.2014
Weder Deutschland noch Frankreich haben sich am Montag ein Spitzenspiel geleistet und Algerien und Nigeria waren unerwartet stark und nun wohl auch respektiert. Auf jeden Fall hat es bei dieser WM spannende Spiele und viele Tore gegeben. Beim Nachbarnspiel soll der Bessere gewinnen.
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1990 Italien Deutschland
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1982 Spanien Italien
1978 Argentinien Argentinien
1974 Deutschland Deutschland
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