Affäre Amerell DFB-Chef Zwanziger erringt juristischen Erfolg

DFB-Präsident Theo Zwanziger darf weiter behaupten, der frühere Schiedsrichter-Obmann des Verbands, Manfred Amerell, habe seine Amtspflichten verletzt. Das Amtsgericht Augsburg lehnte am Freitag eine entsprechende Einstweilige Verfügung Amerells ab.

DFB-Boss Zwanziger: Juristischer Erfolg gegen Amerell
dapd

DFB-Boss Zwanziger: Juristischer Erfolg gegen Amerell


Hamburg - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat in der Auseinandersetzung mit seinem früheren Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell nach eigenen Angaben einen juristischen Erfolg errungen. Wie der Verband am Freitag mitteilte, lehnte das Amtsgericht Augsburg einen Antrag auf Einstweilige Verfügung Amerells gegen DFB-Präsident Theo Zwanziger ab. Dieser dürfe dem Urteil zufolge weiterhin öffentlich behaupten, dass der Funktionär seine Amtspflichten über Jahre hinweg verletzt habe.

Amerell wollte das Urteil am Freitag nicht kommentieren, da es ihm noch nicht vorliege. "Mein Anwalt wird es prüfen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Das Gericht war für eine Bestätigung des Urteils nicht zu erreichen.

Nach DFB-Angaben lagen dem Gericht Unterlagen vor, aus denen sich die Amtspflichtverletzung ableiten lasse. Dazu sollen auch Auszüge aus einer staatsanwaltschaftlichen Vernehmung Amerells gehören, bei der er eingeräumt habe, ein Fehlverhalten eines Schiedsrichters nicht gemeldet zu haben. Die Richter begründeten ihr Urteil auch damit, dass Amerell selbst bekundet hatte, die zwingend notwendige Distanz im Verhältnis zu Kempter verloren und damit in seiner Funktion im Schiedsrichterwesen versagt zu haben.

Amerell trägt als Antragsteller die Kosten des Verfahrens. Kempter hatte Amerell beschuldigt, ihn sexuell genötigt zu haben. Der 63-jährige Amerell, der von Kempter wegen angeblicher Verleumdung Schadensersatz in Höhe von 150.000 Euro fordert, bestreitet den Vorwurf der sexuellen Nötigung vehement.

Amerell war im Februar von seinen Ämtern zurückgetreten. Kurz darauf wurden Vorwürfe Kempters gegen den 63-Jährigen wegen angeblicher sexueller Nötigung bekannt. Amerell hat Missbrauch stets bestritten. Seitdem wird vor Gerichten zwischen Kempter, Amerell und dem DFB wegen mehrerer gegenseitiger Vorwürfe gestritten.

ulz/sid/dpa



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