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Afrika-Cup 2012 Der bange Blick nach Süden

Stars des Afrika Cups: Cissé, Drogba und Hannoveraner
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DPA

Bei vielen europäischen Clubs geht vor dem Afrika-Cup die Angst um. Wenn am Wochenende das Turnier beginnt, sind dort zahlreiche Spieler aus England, Italien und Deutschland im Einsatz. Die Vereine befürchten Verletzungen ihrer Leistungsträger - und Vorentscheidungen im Titelkampf.

Hamburg - Didier Ya Konan dürfte sich über eine Auszeit von Hannover 96 freuen. Der Stürmer hat zur Zeit Krach mit seinem Chef. Hannover-Präsident Martin Kind hat den Ivorer zuletzt hart kritisiert, er sei "bequem geworden". Da kommt dem 27-Jährigen die Berufung ins Aufgebot der Elfenbeinküste für den bevorstehenden Afrika-Cup gerade recht.

Ya Konan ist einer von insgesamt 13 Spielern aus Bundesliga und zweiter Liga, die von ihren Verbänden für die Kontinentalmeisterschaften in Äquatorialguinea und Gabun (21. Januar bis 12. Februar) angefordert worden sind. Bei der Hälfte der 16 teilnehmenden Mannschaften spielen Legionäre aus Deutschland.

Tunesien nimmt etwa mit Ammar Jemal (1. FC Köln), Karim Haggui (Hannover 96) und Sami Allagui (FSV Mainz 05) die Dienste von gleich drei Profis aus der Bundesliga in Anspruch. Auch Ghana hat mit Isaac Vorsah (1899 Hoffenheim), Charles Takyi (St. Pauli) und Mohammed Abu (Eintracht Frankfurt) drei Spieler aus Deutschland im Kader. Den größten personellen Aderlass hat der VfB Stuttgart zu beklagen. Mit Abwehrspieler Arthur Boka (Elfenbeinküste) und den Mittelfeldspielern Mamadou Bah und Ibrahima Traoré (beide Guinea) müssen die Schwaben drei Spieler abstellen, die jedoch in der Hinrunde nicht zu den Stammspielern beim VfB zählten.

Vor allem Hannover 96 treffen die Abstellungen von Ya Konan und Haggui hart, da neben den beiden afrikanischen Leistungsträgern voraussichtlich sechs weitere Spieler verletzungsbedingt ausfallen. Der Bundesligist muss somit stark ersatzgeschwächt zum Rückrunden-Auftakt bei 1899 Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). "Wir haben einen guten Kader, aber momentan auch Schwierigkeiten", kommentierte Trainer Mirko Slomka die personelle Situation.

Insgesamt stehen durch das Turnier neun deutschen Clubs zu Beginn der Rückrunde Spieler nicht zur Verfügung. Je nach Verlauf müssen die betroffenen Vereine bis zu vier Bundesliga-Spieltage auf diese verzichten. Daher lassen sie ihre Profis auch nur widerwillig ziehen. Insbesondere die Gefahr einer schweren Verletzung ihrer Akteure ruft bei vielen Clubs Bedenken auf den Plan. So dürfte man beim SC Freiburg erleichtert sein, den Transfer des senegalesischen Nationalstürmers Demba Papiss Cissé an Newcastle United noch vor Beginn des Turniers perfekt gemacht zu haben.

Premier League fürchtet Wettbewerbsverzerrung

Mit der Verpflichtung Cissés werden die Sorgen der Premier-League-Clubs, die deutlich mehr Spieler als die Bundesligisten abstellen, noch ein wenig größer. Etliche Top-Spieler fehlen ihren Vereinen bereits seit zwei Wochen. Zudem befürchtet man auf der Insel, dass der Afrika-Cup direkte Auswirkungen auf den Titelkampf haben könnte.

Vor allem der FC Chelsea und Manchester City hadern mit Einschnitten in ihren Spielerkader. Den Londonern stehen mit den Ivorern Didier Drogba und Salomon Kalou zwei wichtige Spieler nicht zur Verfügung. Manchester City muss auf Abwehrchef Kolo Touré und seinen Bruder Yaya verzichten, die ebenfalls für die Elfenbeinküste dabei sein werden. "Solche Ausfälle kann vielleicht der FC Barcelona über Wochen verkraften. Wir können das noch nicht", klagte City-Coach Roberto Mancini. Profitieren könnte Manchester United, das keinen Spieler beim Afrika-Cup dabei hat.

In England sind die Beschwerden auch deshalb lauter als in der Bundesliga, weil die Spieler bis zu acht Liga- und Pokalspiele verpassen könnten. Deshalb wird schon länger gefordert, den Afrika-Cup in die europäische Sommerpause zu verlegen. Dieses Ansinnen lehnt der afrikanische Fußballverband CAF jedoch ab, weil in vielen Ländern Afrikas im Sommer die Regenzeit herrscht.

Zu einem Kompromiss zeigte der CAF sich jedoch bereit: Der Afrika-Cup wird ab der nächsten Auflage nur noch in den ungeraden Kalenderjahren stattfinden, um ihn nicht in einem WM-Jahr ausrichten zu müssen. Dies bedeutet jedoch auch, dass schon im nächsten Winter wieder ein Turnier in Südafrika stattfinden wird.

Als Titelverteidiger wird 2013 dann nach Meinung vieler Experten die Elfenbeinküste anreisen. Zum einen, weil beim diesjährigen Turnier viele prominente Namen fehlen. So ist Titelverteidiger und Rekordsieger Ägypten genauso wenig am Start wie die Fußballnationen Nigeria, Kamerun oder Südafrika. Von den sechs afrikanischen Teilnehmern der WM 2010 hat neben der Elfenbeinküste nur Ghana die Qualifikation geschafft. Zum andern ist der Kader der Ivorer fast durchgehend mit Akteuren aus europäischen Top-Ligen besetzt.

Einer von ihnen ist Hannovers Ya Konan. Sollte der Stürmer die "Elefanten", wie die ivorische Nationalmannschaft genannt wird, tatsächlich zum zweiten Triumph nach 1992 schießen, dürfte auch Martin Kind seine Meinung über den "bequemen" Stürmer noch einmal ändern.

rei/dpa/dapd/sid

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Sieger Afrika Cup
Land Anzahl Titel (Jahr)
Ägypten 7 (1957, 1959, 1986, 1998, 2006, 2008, 2010)
Ghana 4 (1963, 1965, 1978, 1982)
Kamerun 4 (1984, 1988, 2000, 2002)
Nigeria 2 (1980, 1994)
Äthiopien 1 (1962)
Kongo 1 (1968)
Kongo-Brazzaville 1 (1972)
Sudan 1 (1970)
Zaire 1 (1974)
Marokko 1 (1976)
Algerien 1 (1990)
Elfenbeinküste 1 (1992)
Südafrika 1 (1996)
Tunesien 1 (2004)






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