Afrika-Cup Elfenbeinküste gewinnt Finale im Elfmeterschießen

Die Elfenbeinküste hat zum zweiten Mal in der Geschichte den Afrika-Cup gewonnen. Die Ivorer siegten wie vor 23 Jahren beim bisher einzigen Erfolg im Elfmeterschießen gegen Ghana. Torhüter Boubacar Barry wurde trotz großer Schauspielerei zum Helden.

Jubel der Elfenbeinküste: Zweiter Sieg im Afrika-Cup
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Jubel der Elfenbeinküste: Zweiter Sieg im Afrika-Cup


Hamburg - In einem spektakulären Elfmeterschießen hat sich die Elfenbeinküste zum Sieger des Afrika-Cups in Äquatorialguinea gekrönt. In einem von Taktik geprägten Finale gewannen die Ivorer das Finale gegen Ghana 9:8 und feierten den zweiten Erfolg in der Historie der kontinentalen Meisterschaft.

Zweifelhafter Held des Abends war Torwart Boubacar Barry. Der 35-Jährige kam im Finale erstmals zum Einsatz, weil Stammtorhüter Sylvain Gbohouo verletzt passen musste. Im Elfmeterschießen irritierte Barry dann Ghanas André Ayew vor dessen Schuss mit einem vorgetäuschten Krampf. Nach dem gehaltenen Elfmeter seines Torwartkollegen Razak Brimah warf er sich theatralisch auf den Boden und musste von Afrikas Fußballer des Jahres Yaya Touré aufgerichtet werden. Barry trat dann doch zum letzten Elfmeter an und verwandelte sicher. Der Rest war ivorischer Jubel.

Schon vor 23 Jahren hatte die Elfenbeinküste gegen Ghana mit 11:10 im Elfmeterschießen gewonnen. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung stand es am Sonntagabend in Bata wie damals 0:0. Ghana muss somit weiter auf den ersten Sieg beim Afrika-Cup seit 33 Jahren warten.

Bei der Elfenbeinküste hatten der Berliner Salomon Kalou und der Neu-Stuttgarter Serey Dié ihre Elfmeter verwandelt, auf ghanaischer Seite war der Augsburger Rahman Baba ebenfalls treffsicher. Baba hatte allerdings Glück, dass er nicht schon nach wenigen Minuten den Platz verlassen musste. Schiedsrichter Bakary Gassama (Gambia) übersah eine Tätlichkeit des Augsburgers gegen Max Gradel (9.). Auch andere rot-würdige Szenen in dem hitzigen Duell ignorierte der Unparteiische. Auch Dié blieb die eigentlich berechtigte Gelb-Rote Karte nach wiederholtem Foulspiel erspart.

Das Finale war Schlusspunkt eines Turniers mit Hindernissen. Marokko gab die Ausrichter-Rolle wegen der Ebola-Epidemie Ende 2014 zurück, wurde vom Kontinentalverband dafür finanziell haftbar gemacht und bis 2019 gesperrt. Ersatz-Gastgeber Äquatorialguinea kam - begleitet von diskussionswürdigen Schiedsrichterentscheidungen - bis ins Halbfinale. Als dort die Niederlage gegen Ghana (0:3) besiegelt war, kam es im Stadion zu Zuschauertumulten.

krä/sid/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
pg1992 09.02.2015
1.
Es würde mich mal interessieren, wieso sie darauf kommen, dass Boubacar den Krampf vorgetäuscht haben sollte... Ein bisschen mehr Objektivität wäre wünschenswert. Zudem war der Elfmeter von Ayew drin und damit - selbst wenn durch Copa vorgetäuscht - nicht spielentscheidend.
Nonvaio01 09.02.2015
2. Das schlechteste
Finale was ich je gesehen habe, da haette der BVB sogar noch gewonnen , oder Augsburg. Das Stadion war mehr als halb leer, einfach armselig....
c218605 09.02.2015
3. Unterirdisches Finale
Wie Farbe beim Trocknen zusehen müssen. Das Elfmeterschiessen habe ich nicht mehr antun wollen um nicht durch Anspannung wieder hellwach zu werden Und da ich hier nun lese, dass auch hier wieder ein Torhüter einen schlechten Schauspieler gab, habe ich auch nichts verpasst. Der schlechteste Afrika Cup seit vielen vielen Jahren mit einigen Akteuren die nur noch peinlich waren.
suzycreamcheese 09.02.2015
4. Arrogante Europäer
äußern sich hier zu einem Spiel in Afrika, das sie nicht einmal selber gesehen haben. Das ist einfach nur peinlich.
copernikusz 09.02.2015
5. Eurosport
@4. Eurosport hat live übertragen. Ich hätte aber besser was produktiveres wie schlafen gemacht, als mir das Spiel anzutun...
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