Fifa-Korruptionsskandal Funktionär al-Sabah tritt von Fußball-Ämtern zurück

Er will die kommenden Fifa-Kongresse nicht stören: Der mächtige Sportfunktionär al-Sabah hat seinen Rückzug aus dem Weltfußball verkündet. Zuvor war er mit Bestechungsgeldern in Verbindung gebracht worden.

Scheich Ahmad al-Fahad al-Sabah
DPA

Scheich Ahmad al-Fahad al-Sabah


Ahmad al-Fahad al-Sabah aus Kuwait zieht sich mit sofortiger Wirkung von all seinen Ämtern aus dem Weltfußball zurück.

Der einflussreiche Sportfunktionär reagierte damit auf die in den USA erhobenen Vorwürfe, der Scheich sei an Bestechungszahlungen beteiligt gewesen. Richard Lai, der Präsident des Fußballverbands von Guam, hatte al-Sabah in einem Verhör vor einem Bundesgericht in New York indirekt belastet.

"Ich weise die Vorwürfe energisch zurück und arbeite mit den Behörden zusammen, um diese überraschenden Vorwürfe zu widerlegen", sagte der 53-jährige al-Sabah: "Dennoch möchte ich nicht, dass die Vorwürfe einen Schatten auf die kommenden Kongresse der Fifa und AFC (Weltverband und asiatische Konföderation - d. Red.) werfen. Daher habe ich entschieden, nicht für das Fifa-Exekutivkomitee zu kandidieren und mich von allen meinen Ämtern im Fußball zurückzuziehen."

Guam-Präsident Lai hatte sich in den USA der Annahme von Bestechungsgeldern schuldig bekannt. Zwar wird al-Sabahs Name von ihm nicht direkt genannt, die Anklageschrift gibt aber Hinweise darauf, dass der Kuwaiter involviert sein könnte.

Zu seinen Ämtern in Asiens Olympischem Rat (AOC) und in der Vereinigung der olympischen Spitzensportverbände (ANOC) äußerte sich al-Sabah nicht. Der Kuwaiter ist im Weltsport gut vernetzt. Bei der Wahl von Thomas Bach zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im Jahr 2013 galt al-Sabah mit seinem Einfluss als maßgeblich beteiligt.

jan/AP/sid



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ackergold 30.04.2017
1. Wenn man wirklich ehrlich sein würde,...
... dann wäre es jetzt an der Zeit, die Vergabe der WM nach Katar zu revidieren und eine neue Vergaberunde zu starten. Dafür ist die Zeit noch vorhanden. Es dürften Kandidaten bereit stehen. Ansonsten wird die FIFA die Mafia-Vorwürfe niemals los werden. Man braucht dringend einen Neustart mit vollkommen neuen Leuten am besten unter dem Dach der UNESCO.
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