Aktion Rückkehr Kein Podolski-Wechsel im Winter

Kölns Manager Michael Meier schließt eine Verpflichtung von Lukas Podolski für den kommenden Winter aus. Im Sommer soll der Nationalstürmer aber zurückkehren - vorausgesetzt, der Transfer ist dann finanzierbar.


Hamburg - Der 1. FC Köln hat sich aus der Deckung gewagt und betreibt offensiver denn je die Rückkehr von Nationalspieler Lukas Podolski an den Rhein. Ausgeschlossen ist allerdings, dass dies schon in der Winterpause der Fall sein wird. "Im Winter ist das kein Thema. Die Bayern haben beschlossen, dass er erstmal bleibt", sagte Kölns Manager Michael Meier. Auf der Mitgliederversammlung des Vereins am Dienstagabend hatte er berichtet, dass es Sondierungsgespräche mit dem FC Bayern über einen möglichen Podolski-Wechsel gegeben hat. "Es gab aber bisher keine Verhandlungen - weder mit den Bayern noch mit dem Spieler", betonte Meier. Allerdings müsste der Bundesliga-Aufsteiger tief in die Tasche greifen, um den vor zwei Jahren zum FC Bayern München gewechselten 60-maligen Nationalstürmer frühestens im nächsten Sommer zurückzulotsen. "Geld spielt eine Rolle im heutigen professionellen Fußball. Wenn jemand bietet, was unserem Vorstand gefallen könnte, wird man sich hinsetzen und diskutieren", sagte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer nach dem Champions-League-Spiel am Dienstagabend gegen Steaua Bukarest (3:0).

Abgesehen von der finanziellen Herausforderung im Transferfall müssen die Kölner noch mit dem vehementen Widerstand von Bayern-Chefcoach Jürgen Klinsmann rechnen. "Lukas hat bei uns einen Vertrag. Wir sind sehr, sehr dünn aufgestellt mit drei Stürmern", sagte der frühere Bundestrainer. "Wir brauchen vier Stürmer, um in der Champions League mit Manchester, Real Madrid oder Barcelona mithalten zu können. Damit muss sich der Lukas abfinden."

Zugleich ermunterte Klinsmann Podolski, nicht aufzugeben und sich beim FC Bayern noch einmal voll reinzuhängen. "Jetzt sind wir im Achtelfinale, jetzt kommen die richtigen Kaliber auf uns zu. Da kann eine Situation entscheiden, und das kann seine sein", sagte der Coach. Er würde ihn wohl nur ziehen lassen, wenn die Bayern-Bosse für hochkarätigen Ersatz sorgen.

Auch Köln-Präsident Wolfgang Overath äußerte sich. "Ich werde das Thema ganz aussparen. Mit öffentlichen Aussagen hilft man dem Jungen nicht. Er hat es schon schwer genug in München", meinte der FC-Präsident, fügte aber an: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und werden alles tun, Lukas nach Hause zu holen. Aber ganz klar: Es gibt finanzielle Grenzen bei uns." Spekuliert wird, dass die Bayern rund 15 Millionen Euro Ablöse für Podolski fordern würden.

Als Vorteil könnte sich für die Kölner erweisen, dass sie sich beim Transfer von Podolski nach München in dessen bis 2010 datiertem Vertrag ein Erstkaufrecht bei einem Wechsel des Torjägers zu einem anderen Club sicherten. Meier ließ durchblicken, dass es "ein klares Konzept gibt, mit dem es machbar" sei, Podolski zurück zum FC zu holen.

ruf/dpa

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