Gladbach-Sieg in Bremen Avec Pléasir

Erst war er nicht zu sehen, dann umso deutlicher. Der Franzose Alassane Pléa hat Gladbach mit drei Toren zum Sieg in Bremen geschossen. Werder hat aus dem 2:6 gegen Leverkusen nichts gelernt.

Alassane Pléa (r.)
Bongarts/Getty Images

Alassane Pléa (r.)


Der Mann des Spiels: Na, wer wohl? Gladbachs Alassane Pléa hat Werder fast im Alleingang besiegt und steht jetzt allein an der Spitze der Torjägerliste. Drei Treffer in Bremen, insgesamt schon acht in dieser Saison. Kein ganz schlechter Sommertransfer.

Das Ergebnis: Borussia Mönchengladbach gewinnt in Bremen 3:1. Hier geht es zur Bundesliga-Sammelmeldung mit allen Ergebnissen der Nachmittagsspiele.

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Gladbach zerlegt Werder: Pléa zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten

Die erste Hälfte: Gladbach kam besser aus dem Startblock und zu den ersten brauchbaren Abschlüssen. Nach einem Ballverlust von Davy Klaassen tauchte Lars Stindl frei vor Jiri Pavlenka auf, wurde aber wegen Abseits zurückgepfiffen (15. Minute). Werder brauchte 20 Minuten, um in die Partie zu finden. Dann vergaben Martin Harnik (23. Minute) und Klaassen (28.) gute Chancen für die Gastgeber. Das einzige Tor vor der Pause fiel aber auf der anderen Seite - durch einen, der bis zu diesem Zeitpunkt nicht in Erscheinung getreten war.

Pléas erster Streich: In der 39. Minute gelang es Werder nicht, eine Gladbacher Ecke vernünftig zu klären. Lars Stindl zog aus der zweiten Reihe ab. Der Schuss wurde geblockt und landete über Umwege bei Pléa: Der Franzose nahm den Ball mit rechts an, ließ Davy Klaassen und Martin Harnik ins Leere laufen und schoss mit links ins lange Eck. Bei der Aktion passte aus Sicht der Gäste alles und bei den Bremern gar nichts. Mit anderen Worten: Champions-League-Offensive trifft F-Jugend-Verteidigung. Und es war erst der Anfang.

Pléas zweiter Streich: Ja, Standardsituationen kann man trainieren. Umso schöner, wenn es sich so auszahlt wie bei Gladbach kurz nach Wiederanpfiff. Hazard brachte eine Ecke von rechts nicht hoch vors Tor, sondern flach auf den Elfmeterpunkt. Pléa hatte sich gut gelöst und zog sofort ab. Sein Linksschuss wurde von Milos Veljkovic abgefälscht und rutschte durch die Beine von Maximilian Eggestein und Pavlenka ins Tor.

Pléas dritter Streich: Der starke Oscar Wendt schaltete sich in die Offensive ein und spielte von links einen flachen Pass nach innen. Pléa stand, wo er stehen musste - am ersten Pfosten nämlich - und chippte den Ball gegen den Lauf von Pavlenka ins kurze Eck. Einfach schön.

Die zweite Hälfte: War nach den Pléa-Toren ein Werder-Sturmlauf. Nuri Sahin traf nach guter Vorarbeit von Ludwig Augustinsson aus 15 Metern ins lange Eck (59.). Der eingewechselte Claudio Pizarro köpfte an die Latte (76.), Theodor Gebre Selassie scheiterte an Yann Sommer (78.). Auf der anderen Seite vergab Thorgan Hazard die Vorentscheidung nach einem Konter (72.). Und Pléa? Der hätte fast seinen vierten Treffer erzielt, doch Pavlenka klärte einen harten, aber unplatzierten Schuss des Franzosen zur Ecke (84.).

Ein typischer Kohfeldt: Zur Pause lag Werder 0:1 hinten. Und was machte Trainer Florian Kohfeldt? Er wechselte offensiv. Für Mittelfeldspieler Philipp Bargfrede kam mit Johannes Eggestein ein zusätzlicher Stürmer. Dann fielen die weiteren Treffer. Und was machte Kohfeldt beim Stand von 1:3? Nahm mit Sahin auch seinen zweiten Sechser vom Feld und brachte Pizarro. Zeitweise spielten die Gastgeber mit sechs Angreifern auf einer Linie am gegnerischen Strafraum. Dass sich dadurch natürlich Räume für Gladbacher Konter öffneten, ist kalkuliertes Kohfeldtsches Risiko. Hat er Lehren aus dem 2:6 gegen Leverkusen gezogen? Eher nicht.

Das Fazit: Bremen verliert zum dritten Mal in Folge - aber mit ganz eigenem Stil. Gladbach bleibt Tabellenzweiter und stellt nach der anderen Borussia aus Dortmund die zweitbeste Offensive der Bundesliga - auch dank Pléa.

Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach 1:3 (0:1)
0:1 Pléa (39.)
0:2 Pléa (48.)
0:3 Pléa (52.)
1:3 Sahin (59.)
Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - Bargfrede (46. J. Eggestein), Sahin (75. Pizarro) - M. Eggestein, Klaassen - Kruse - Harnik (87. Rashica)
Gladbach: Sommer - Lang, Ginter, Elvedi, Wendt - Strobl - Neuhaus, Hofmann (68. Zakaria) - Hazard, Pléa (86. Traoré) - Stindl (69. Johnson)
Zuschauer: 41.000
Schiedsrichter: Sören Storks
Gelbe Karten: keine



insgesamt 5 Beiträge
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derhatschongelb 10.11.2018
1. Werder hat
eher aus dem Spiel in Mainz keine Lehre gezogen. Das Zweikampfverhalten war einfach nicht bundesligatauglich. Werders erstes Foul durch Moisander war in der 78.ten Minute!
spon_2312970 10.11.2018
2.
Der 2. Tabellenplatz für Gladbach ist offensichtlich doch keine Momentaufnahme
Teigkonaut 10.11.2018
3. Da wächst was zusammen
Plea ist ein Volltreffer, seit er bei den Fohlen ist hat die Offensive erheblich an Durchschlagskraft gewonnen. Aber auch andere Spielen haben sich weiter entwickelt. Hofmann ist für mich so Einer. Hecking hat ihm eine Position zugewiesen in der er offensichtlich aufgeht. Elevedi wird immer besser, Hazard ist ein herausragender Spieler. Insgesamt ein starker Kader, der durchaus auf einem CL-Platz landen kann.
hockeyer12 11.11.2018
4. Respekt und Anerkennung den Verantwortlichen der Borussia.
Sie haben die Probleme der letzten Spielzeit (Insbesondere der Rückrunde) vortrefflich analysiert. Die vielen verletzten potentiellen Stammspieler, das (zu) langsame Offensivspiel und die mangelnde Torgefahr. Die Borussia hat kaum noch Verletzte zur Zeit (ist natürlich auch immer Glück/Pech dabei), Sie hat mit Plea den fehlenden Mosaikstein dazu bekommen, Das Spielsystem wurde geändert und damit können Spieler wie Hofmann ihre Stärken viel besser zur Geltung bringen. da gebührt dem Trainer Dieter Hecking ein besonderes Lob. Ein Trainer, der obwohl er bei jeder seiner Stationen gute Erfolge vorzuweisen hatte, bei Teilen der Fans mn.Mn. nach (zu) kritisch gesehen wird. Sicherlich kommt es noch im einen oder anderen Spiel zu Niederlagen. Aber gegen Berlin,Freiburg und vor allen Dingen Leverkusen im Pokal waren es eher individuelle Fehler, die die Niederlagen verursachten. Und das kann schon mal bei einer in Teilen neuen Mannschaft und einem anderen Spielsystem passieren. Insgesamt muss man aber nach einem runden Drittel der Saison sagen: Die Borussia hat einen breiten,starken Kader, wo nicht nur Plea trifft. Auch Defensiv wird nicht zuviel zugelassen und das Mittelfeld kreiert genug Chancen. Auch die Stärke bei Standards ist sehr gut. Fazit: Wenn es so weiter geht und die individuellen Patzer minimiert werden, kann die Borussia bis zum Ende der Saison ganz oben mitspielen. Mich würde das sehr freuen, denn je ausgeglichener die Bundesliga ist, desto besser. Das fördert das allgemeine Niveau und ist für alle Beteiligten positiv.
OhMyGosh 12.11.2018
5.
Es ist wie beim Konto: Wenn du viel Kapital auf der Bank hast, kannst du aus dem Vollen schöpfen! Als Fan dieser Mannschaft bin ich selbstredend hocherfreut. Schade nur, dass das Pokalspiel gegen LEV so blöd daneben ging...
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