Alemannia Aachen Koffer mit 290.000 Mark verschwunden


Aachen - Eine obskure Affäre sorgt für Aufregung beim Fußball-Zweitligisten Alemannia Aachen. Der Verwaltungsrat des Clubs hat am Dienstag bei der Aachener Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Daraufhin hat das dreiköpfige Präsidium mit Präsident Hans Bay, Vizepräsident Manfred Grandt und Schatzmeister Bernd Krings beschlossen, wegen des schwebenden Verfahrens mit sofortiger Wirkung die Arbeit auf unbestimmte Zeit ruhen zu lassen.

Grund für die neuesten Entwicklungen ist das Verschwinden von 290.000 Mark Bargeld. Im Zuge der Verpflichtung des australischen Fußball-Profis Mark Rudan im Januar dieses Jahres sollen die Alemannia-Verantwortlichen die Transfersumme in einem Koffer auf der Geschäftsstelle an einen Mann übergeben haben, von dem sie glaubten, er sei der Manager von Northen Spirit Sydney. Das Geld ist jedoch nie beim ehemaligen Club von Rudan in Australien angekommen. "Wir waren schockiert, als wir jetzt aus Sydney gehört haben, dass das Geld dort nicht angekommen ist", sagte Bay, der sich wie seine Präsidiumskollegen Grandt und Krings ohnehin zum 31. Januar vorzeitig aus der Vorstandsarbeit zurückziehen wollte.

Noch am Montag hatte der Verwaltungsrats-Vorsitzende der Alemannia, Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden, in der Affäre "keine Unregelmäßigkeiten" gesehen. Dem Verwaltungsrat liege für die Transaktion zudem die Quittung und Empfangsbestätigung vor. Auch sei laut Schatzmeister Krings die unübliche Bargeldzahlung durch zufällig auf der Geschäftsstelle anwesende Finanzbeamte abgesichert gewesen.

Einen Tag später folgte mit der Anzeige gegen Unbekannt nun die Kehrtwende des Verwaltungsrats. "Wir wissen nicht, wer das Geld erhalten hat, und haben deshalb Anzeige erstattet", erläuterte Linden am Dienstag. Bis zur Klärung der Angelegenheit wird wahrscheinlich der Verwaltungsrat vorläufig das operative Geschäft beim Zweitligisten übernehmen.



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