Traditionsclub Alemannia Aachen muss Insolvenz anmelden

Fußball-Drittligist Alemannia Aachen ist zahlungsunfähig. Damit steht der Verein als erster Absteiger in die Regionalliga fest. Bis zuletzt hatte der Traditionsclub gehofft, das drohende Desaster abwenden zu können - doch alle Rettungversuche sind gescheitert.

Aachener Tivoli: Nächste Saison Regionalliga
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Aachener Tivoli: Nächste Saison Regionalliga


Hamburg - Die Kämpfe sind umsonst gewesen: Fußball-Drittligist Alemannia Aachen muss nun doch Insolvenz anmelden und steht damit als erster Absteiger in die Regionalliga fest. Das teilte der Verein auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mit. Der Alemannia fehlen zum jetzigen Zeitpunkt mehr als vier Millionen Euro an Liquidität. "Da dieser Fehlbetrag mit jedem weiteren Monat deutlich zunehmen würde, ist ein Insolvenzantrag unvermeidlich", heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

Der Spielbetrieb soll bis zum Saisonende aufrechterhalten werden. Zudem soll der Verein über ein Insolvenzverfahren saniert und zu einem Neuanfang in der Regionalliga geführt werden. Alle Beteiligten hoffen auf eine nötige Zustimmung des Gerichts und der Gläubiger. "Ziel muss es ein, die Alemannia im Jahr ihres 112. Bestehens vor der Zwangsliquidation zu bewahren", sagte Rechtsanwalt Michael Mönig. "Wir haben das Ziel, den Verein über ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung zu sanieren."

Hauptauslöser für die Finanzmisere war das im Sommer 2009 eröffnete 50 Millionen Euro teure Tivoli-Stadion. Hohe Rückzahlungen machten der Alemannia mehr und mehr zu schaffen. Bereits Ende Oktober hatte Aachen vor dem finanziellen Aus gestanden, Geschäftsführer Frithjof Kraemer musste seinen Posten räumen. Damals hieß es allerdings, es sei ein Geldgeber aus den eigenen Reihen gefunden worden.

"Wir stehen vor einem Scherbenhaufen. Geld fehlt an allen Ecken und Enden", hatte Aufsichtsratschef Meino Heyen im Oktober gesagt und ein neues Wirtschaftskonzept angekündigt.

Aachen war in der Saison 2006/2007 aus der Bundesliga und in der Saison 2011/2012 auch aus der zweiten Liga abgestiegen. Aktuell steht der Club in der dritten Liga nach 17 Spieltagen mit 16 Punkten auf dem 17. Tabellenplatz.

psk/fre/sid/dpa



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insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
derlabbecker 16.11.2012
1. tja, so ist das....
Zitat von sysopDPAFußball-Drittligist Alemannia Aachen ist offenbar zahlungsunfähig. Nach Informationen lokaler Medien wird der Verein noch am Freitag die Insolvenz verkünden. Bis zuletzt hatte der Traditoinsclub gehofft, das drohende Desaster abwenden zu können - doch alle Rettungversuche scheinen gescheitert. http://www.spiegel.de/sport/fussball/alemannia-aachen-muss-insolvenz-anmelden-a-867580.html
... wenn man ein Stadion baut, was man sich nicht leisten kann. In den kommenden Wochen kommt dann auch noch der MSV Duisburg dazu... mal gespannt wer noch.
drnice1983 16.11.2012
2.
Zitat von derlabbecker... wenn man ein Stadion baut, was man sich nicht leisten kann. In den kommenden Wochen kommt dann auch noch der MSV Duisburg dazu... mal gespannt wer noch.
Wäre doch mal schön, wenns einen Zwangsabstieg geben würde. Dann kommen endlich auch mal wieder mehr Traditionsclubs aus den RLs. Oder top ausgebildete Zweitvertretungen...
lollopa1 16.11.2012
3. wärt ihr doch
im alten TIVOLI geblieben, eine Kampfbahn wo die Bayern Schiss hatten zu spielen, wo die Zuschauer hinter der Mannschaft standen, aber neeee, was neues muss her, überteuert, geplant von Leuten die keine Ahnung haben, reingelegt von windigen Beratern und Bankern, Alemannia, das kennen wir doch! Schade!
danielitinho 16.11.2012
4.
Zitat von derlabbecker... wenn man ein Stadion baut, was man sich nicht leisten kann. In den kommenden Wochen kommt dann auch noch der MSV Duisburg dazu... mal gespannt wer noch.
da gibts so einige in der dritten liga, bei denen man sich wundert, mit welchen spielern die ihren kader bestücken können. wie die rostocker nach ihrer fast-insolvenz auf einmal einen millionengewinn verbuchen können, ist mir schleierhaft. bleiben trotzdem hoch verschuldet. meine osnabrücker können sich immer noch nicht einigen, wie es weitergehen soll - e.v. oder kg - solange werden sich auch investoren weiter zurückhalten. auf bielefeld bin ich immer noch sauer wegen des zwangsdarlehens in deren abstiegssaison. die wussten genau, dass sie es in der 3. liga nicht zurückzahlen müssen, haben es deshalb noch dankend mitgenommen... lg daniel
Müntezuma 16.11.2012
5. Die EZB könnte doch einspringen
Vielleicht sollten Alemannia und der MSV mal in Valencia, Madrid oder Marseille nachfragen, wie man auch hoch überschuldet weiter Profifußball auf CL-Niveau bieten kann. In Spanien, Italien oder Frankreich finanziert den Fußball Wahnsinn doch auch der deutsche Steuerzahler am Ende ...
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