Traditionsclub Aachen steht offenbar kurz vor der Insolvenz

Alemannia Aachen kämpft um die Existenz. Der Traditionsclub benötigt laut eines Medienberichtes bis Mittwoch zwei Millionen Euro, um eine drohende Insolvenz abzuwenden. Präsident Meino Heyen räumt Fehler ein und spricht von einer Katastrophe.

Aachener Tivoli: Probleme mit der Stadionfinanzierung
DPA

Aachener Tivoli: Probleme mit der Stadionfinanzierung


Hamburg - Fußball-Drittligist Alemannia Aachen steht offenbar vor der Insolvenz. Der Club braucht einem Bericht der "Aachener Nachrichten" zufolge bis spätestens Mittwoch zwei Millionen Euro, um die Pleite noch abzuwenden. "Es liegt Geld auf dem Tisch. Ob es reicht, muss sich herausstellen. Fakt ist, dass wir es nicht alleine stemmen können", hieß es am Wochenende in einer Erklärung von Aachens Präsident Meino Heyen.

Dabei schien er selbst von der akuten und aktuellen Finanznot überrascht worden zu sein. "Dass uns zum jetzigen Zeitpunkt erneut Geld fehlt, ist eine Katastrophe", sagte Heyen. "Es wurden mit Sicherheit Fehler gemacht, das ist nicht von der Hand zu weisen." Die Trennung von Geschäftsführer Frithjof Kraemer soll deshalb "in absehbarer Zeit" erfolgen.

Die Stadt hatte dem Verein im Frühjahr ein Darlehen von knapp 19 Millionen Euro gewährt. Gründe für die Finanzmisere sind angeblich Probleme mit der Stadionfinanzierung und ein teurer Spielerkader. Bereits 2010 stand die Alemannia vor der Insolvenz und konnte nur durch eine Bürgschaft der Stadt gerettet werden. Aachen war in der Saison 2006/2007 aus der Bundesliga und in der vergangenen Spielzeit aus der Zweiten Liga abgestiegen. In der Dritten Liga steht der Club derzeit auf Rang 14.

fre/dpa



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insgesamt 3 Beiträge
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Bee1976 29.10.2012
1. Insolvenz
und kompletter Neuaufbau anders wirds wohl nix werden. Letzte chancen hatten die Vrantwortlichen ja genug, ergo in den sauren Apfel beissen.
ago10 29.10.2012
2. Wasserkopf
Die aktuelle "Finanzlücke" hat nichts mit der Stadionfinanzierung zu tun, sondern mit den "Prognosen für die 3. Liga", wie der OB der Stadt Aachen letzte Woche mitteilte. Auch dass der Spielerkader zu teuer ist, halte ich für ein vorgeschobenes Argument. Vor der Saison wurde der Spieleretat um 65% (von 7,7 Mio. auf 2,7 Mio.) reduziert, während die Personalkosten in der Verwaltung von Finanzgeschäftsführer Frithjof Kraemer nur im Schnitt um 15% reduziert wurden. Die für die 3. Liga viel zu hohen Ausgaben außerhalb des Kerngeschäfts Fußball wurden und werden weiterhin vom Verein verschwiegen. Statt dessen steht jetzt urplötzlich der neue Sportgeschäftsführer Uwe Scherr im Fokus, der sich bereits vorsorglich anwaltlich beraten lässt. Eins ist völlig klar, auch ohne umfassende Informationen zu haben: Herr Scherr hat mit den anstehenden Problemen nicht das Geringste zu tun!
Wunderläufer 30.10.2012
3. Darlehen der Stadt?
Auf keinen Fall oder geht es der Stadt Aachen so gut, dass sie im schlechtesten Fall Geld der Steuerzahler in den Kamin steckt?
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