Alemannia Aachen Strafanzeige wegen Insolvenzverschleppung

Hat die Alemannia ihren Insolvenzantrag mit Absicht herausgezögert? Nach einer eingegangenen Strafanzeige ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft Aachen. Nach Medienberichten wusste die Club-Führung schon im April von der prekären Finanzsituation.

Flagge von Aachen-Fans: Ermittlungen wegen Insolvenzverschleppung
DPA

Flagge von Aachen-Fans: Ermittlungen wegen Insolvenzverschleppung


Hamburg - Der Pressespiegel auf der Homepage von Alemannia Aachen ist verwaist. Kein Wunder, denn Positives gibt es von dem Traditionsclub derzeit nicht zu berichten. Insolvenz musste der Fußball-Drittligist schon anmelden, nun droht weiterer Ärger: Die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung. Den Eingang einer entsprechenden Strafanzeige bestätigte Oberstaatsanwalt Robert Deller.

Die Ermittlungen sollen laut Deller klären, "ob das Insolvenzverfahren rechtzeitig oder verspätet" eingeleitet worden ist. Über die voraussichtliche Dauer der Untersuchungen gegen die Alemannia, die für diese Woche wegen einer Liquiditätslücke von 4,5 Millionen den Gang in die Insolvenz angekündigt haben, machte Deller keine Angaben.

Seinen Aussagen zufolge seien Personen aus den Aachener Führungsgremien "noch nicht" Gegenstand der Ermittlungen. Auf Insolvenzverschleppung steht eine Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis oder eine Geldstrafe.

Angeblich wusste die Club-Führung schon im April von der prekären Lage

Parallel zur Aufnahme der Ermittlungen berichten die "Aachener Nachrichten" sowie die "Aachener Zeitung", dass der Alemannia-Aufsichtsrat deutlich früher von der prekären Finanzlage des früheren Europacup-Teilnehmers als bislang bekannt gewusst habe. Demnach soll ein als Steuerberater tätiges Gremiumsmitglied seine Kollegen schon im April per E-Mail vor dem drohenden "Desaster" gewarnt haben.

Seine Voraussage, so der Finanzexperte, sei eine Schlussfolgerung aus den Planungen des inzwischen geschassten Geschäftsführers Frithjof Kraemer für den später eingetretenen Fall des Abstiegs in die dritte Liga gewesen. "Die jetzt noch nicht gelegten Fundamente für die kommende Saison können uns bald alles kosten", hieß es in der E-Mail. Einsparungen in der notwendigen Höhe könnten kaum gelingen.

Hintergrund von Aachens finanziellen Probleme sind neben dem Zweitliga-Abstieg besonders die Kosten für den Neubau des Tivoli-Stadions.

leh/sid



insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
Matthias Künzer 19.11.2012
1. Involsenz
Zu deutsch: Unwohlsein.
etablierter1984 19.11.2012
2.
Zitat von sysopDPAHat die Alemannia ihren Insolvenzantrag mit Absicht herausgezögert? Nach einer eingegangenen Strafanzeige ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft Aachen. Nach Medienberichten wusste die Club-Führung schon im April von der prekären Finanzsituation. Alemannia Aachen: Strafanzeige wegen Insolvenzverschleppung - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/alemannia-aachen-strafanzeige-wegen-involsenzverschleppung-a-868011.html)
Jeder andere wird dafür hart bestraft. Aber wenn es Politiker machen, dann ist es erlaubt.
Talloires 19.11.2012
3. Überflüssige Strafanzeige
weil nach einem Insolvenzantrag jedes Amtsgericht immer die Staatsanwaltschaft informieren muß. Und eine Warnung per e-mail im April? Das hat auch nicht viel zu bedeuten, denn damals ging es laut Artikel noch um Planungen und Eventualitäten; deswegen muß noch lange keiner zum Amtsgericht gehen.
spon-facebook-10000216150 19.11.2012
4. DFB Hausaufgaben bitte machen!!
Ich denke mal Jena sagt persönlich DANKE!!!
FriedrichAC 19.11.2012
5. @ Talloires
Soso, überflüssige Strafanzeige? Es gibt deren mindestens 7 (stand gestern). Es geht hier nämlich auch um eine von der Stadt Aachen und dem Land NRW geschulterte Umfinanzierung. Nun liegt die Last beim Steuerzahler. Ich bin zwar Alemanne durch und durch, aber diesen Skandal MUSS man aufdecken. Leider hat die Redaktion bisherige Leserbriefe zu dem Thema nicht beachtet... Ich wette, da kommen in den nächsten Wochen und Monaten noch ganz andere Fakten auf den Tisch. So oder so muss man sich ob dieser und der vorangegangenen Vereinsführung schämen. Man hat sich Geld und Lizenz vermutlich erschlichen und betrogen. Gerade für Jena tut mir dies als Alemanne aufrichtig leid - wären wir an dieser Stelle wäre auch bei uns das Geschrei groß.
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