Alemannia Aachen Stadt kauft Tivoli-Stadion für einen Euro

Das neue Aachener Tivoli-Stadion gehört nun offiziell der Stadt. Sie muss damit für alle Kosten aufkommen, die durch den Betrieb der Spielstätte von Alemannia Aachen entstehen. Dem Bund der Steuerzahler gefällt das gar nicht.

Aachener Tivoli: Nun im Besitz der Stadt
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Aachener Tivoli: Nun im Besitz der Stadt


Hamburg - Die Stadt Aachen hat das neu gebaute Tivoli-Stadion des Traditionsklubs Alemannia Aachen für einen Euro gekauft. Damit muss die Stadt künftig für Betriebskosten, Zins und Tilgung von jährlich bis zu 1,6 Millionen Euro aufkommen - und nicht der Fußballverein. Ein Teil werde über Mieteinnahmen gedeckt, sagte Stadt-Dezernent Lothar Barth. Für die Stadt bleibe noch eine Summe im "sechsstelligen Bereich, wenn alles so kommt, wie wir uns das denken".

Der Bund der Steuerzahler NRW kritisierte den Kauf: Mit einem Aufstieg des aktuellen Viertligisten würde die Miete für die Stadionnutzung steigen - das käme den Steuerzahler teuer zu stehen. Sollte Alemannia in der zweiten Liga spielen, schreibe die Stadt voraussichtlich eine "rote Null", mit Stadionkosten von bis zu höchstens 100.000 Euro, hieß es.

Das im Sommer 2009 eröffnete, 46 Millionen Euro teure Stadion hatte den Verein in die Finanzmisere getrieben. "Für Landesbürgschaften und kommunale Unterstützung des Profifußballs haben wir kein Verständnis", sagte Andrea Defeld, die Sprecherin des Steuerzahlerbundes.

psk/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
LJA 28.01.2015
1. Unlogisch
Falls die Miete bei einem Aufstieg ansteigt, dann kommt das für den Steuerzahler natürlich billiger, weil die Einnahmen steigen während die Kosten weitgehend gleich bleiben. So wie es in dem Artikel bisher geschildert wird, müsste die Mannschaft möglichst weit unten spielen, um die Stadt zu entlasten. Das macht leider keinen Sinn.
marlau 28.01.2015
2. das ist ja schön
Das sich der Bund der Steuerzahler darüber aufregt... und nun? Wie soll das dem bürger jetzt helfen?
Lankoron 28.01.2015
3. Welche Alternative hat
denn die Kommune sonst? Einen Fussballverein, der pleite geht, einen Stadionneubau, den dann niemand mehr nutzen wird und der daher die nächsten 15 Jahre verfällt. Dazu dann den Ausfall aller Bürgscvhaften und Fördermittel, die man bereits in das Stadion gesteckt hat. Glücklich über solche Entscheidungen bin ich sicherlich nicht, aber mich würde der Alternativvorschlag des BdSt schon interessieren. Warum fragt denn da nicht mal ein Reporter nach?
crazy_swayze 28.01.2015
4.
Zitat von marlauDas sich der Bund der Steuerzahler darüber aufregt... und nun? Wie soll das dem bürger jetzt helfen?
Der Bund der Steuerzahler legt den Finger in die Wunde und zeigt den Bürgern, also allen Wählern, was die Politiker mit ihren Steuergeldern so machen. Dass die Bürger trotzdem so blöd sind, und die immergleichen Leute und Parteien wieder wählen, dafür können sie nichts. Ich bin froh um den Bund der Steuerzahler. So weiß ich, wen ich NICHT wählen werde.
sametime 28.01.2015
5. Das ist noch gar nichts
In Regensburg wird gerade ein neues reiness Fußballstadion für 53 Millionen Euro von der Stadt für den Drittliga-Tabellenletzen Jahn Regensburg gebaut. Man rechnet mit jährlichen Betriebskosten von 3 Millionen Euro. In der dritten Liga soll der Jahn jährlich 100.000 zahlen, in der zweiten Liga 500.000. Also immer im Minus, in der Regionalliga wird er noch weniger zahlen. Dagegen sind das ja kleine Beträge in Aachen.
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