Kandidatur zum Fifa-Präsidenten Platini stößt auf heftige Ablehnung

Die Kandidatur von Michel Platini für das Amt des Fifa-Präsidenten ist auf teils heftige Kritik gestoßen. Sowohl der ehemalige Präsidentschaftsbewerber Prinz Ali bin Al Hussein als auch die Grünen sehen in ihm keine Verbesserung zu Blatter.

Uefa-Präsident Platini: "Nicht der erhoffte Neuanfang"
AP/dpa

Uefa-Präsident Platini: "Nicht der erhoffte Neuanfang"


Michel Platini möchte Nachfolger von Joseph Blatter als Präsident des Fußballweltverbands Fifa werden - doch das findet nicht jeder gut. Kurz nachdem der Franzose seine Kandidatur für die Wahl im Februar 2016 bekanntgab, hat ihn der ehemalige Präsidentschaftsbewerber Prinz Ali bin Al Hussein scharf kritisiert: "Platini ist nicht gut für die Fifa", zitiert die BBC den Verbandschef von Jordanien. "Fußballfans und -spieler verdienen etwas Besseres."

Al Hussein könnte bei der Wahl am 26. Februar 2016 in Zürich erneut als Kandidat antreten, ein klares Bekenntnis dazu gibt es von dem 39-Jährigen bislang aber nicht. Bei der Abstimmung gegen Noch-Amtsinhaber Blatter hatte Al Hussein vor dem zweiten Wahlgang seinen Rückzug erklärt. Er war zuvor von der Uefa und auch Platini öffentlich unterstützt worden.

"Es ist klar, dass die Fifa eine neue, unabhängige Führung braucht, die unbefleckt von den vergangenen Praktiken ist", schrieb Al Hussein. In dieser Rolle sieht er Platini aufgrund seiner langjährigen Funktionärskarriere nicht.

Ähnlich äußerten sich die Grünen im Bundestag. "Die Kandidatur des Uefa-Präsidenten Platini als Nachfolger von Joseph Blatter ist nicht der erhoffte Neuanfang der Fifa", sagte der sportpolitische Sprecher Özcan Mutlu: "Platini ist seit vielen Jahren Teil und Unterstützer des Systems Blatter. Für eine echte Reform der Fifa braucht es vor allem eine Aufklärung der Korruptionsfälle und eine Beseitigung des Systems der Vetternwirtschaft innerhalb der Fifa."

Platini gilt wegen seiner früheren Nähe zu Blatter und aufgrund von Vorwürfen der Vetternwirtschaft als belastet. Er hatte am Mittwoch dennoch seine Kandidatur erklärt, auch weil ihm viele Verbände ihre Unterstützung zugesagt haben. So sprach ihm unter anderem DFB-Präsident Wolfgang Niersbach vollstes Vertrauen aus.

Blatter hatte im Rahmen des Korruptionsskandals Anfang Juni erklärt, sein Amt zur Verfügung zu stellen und nicht mehr selbst anzutreten.

psk/dpa/sid



insgesamt 32 Beiträge
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whatmeworry 29.07.2015
1. Platini??? Doch nicht im Ernst???
Dann sollte die FIFA doch lieber gleich das Original behalten und Joseph Blatter (wieder) einsetzen!!!
herm16 29.07.2015
2. mischt
sich jetzt die Politik, in dem Fall natürlich wieder die Grünen, in die Angelegenheit ein. Müssen, soll jetzt nur noch gewählt werden, wer in das Strickmuster der Herrschaften passt. Wenn Herr Mutlu nichts zu tun hat, könnte er mal mit Erdogan reden, zur Lage in der Türkei, wer viel wichtiger.
ge1234 29.07.2015
3. Die Kandidatur .....
...Michel Platinis ist mit Sicherheit diskussionswürdig. Aber ob ausgerechnet Prinz Ali bin al-Hussein der Richtige ist, diese Diskussion zu führen, bleibt mal dahingestellt.
belohoubek 29.07.2015
4. Vom regen in die jauche
Wann wird endlich die rolle von miersbach und beckenbauer recherchiert. Beide haengen als entscheidungstrager der uefa und fifa mit in diesem korrupten system. Waere doch einmal eine aufgabe fuer die deutschen sportjournalisten, oder muss das wieder ndr/wdr/sdz aufklaeren???.
raber 29.07.2015
5. Blatter hat vorgesorgt und keinen geeigneten Nachfolger vorbereitet
Selbst wenn Herr Platini nicht so korrupt wie Herr Blatter sein sollte, ist er nicht der Kandidat der die Korruption beseitigen und Transparenz schaffen würde. Es ist bekannt welche Rolle sein Sohn wegen der Position des Vaters hat und wer weiss was es da sonst noch so gibt. Es ist schon eine Schande wie Blatter dafür gesorgt hat keinen anständigen Nachfolger zu haben. Herr Ali bin al-Hussein ist mir völlig unbekannt und sollte er "sauber" sein wäre es erfrischend solch einen Fifa-Chef zu haben.
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