Alkoholismus-Verdacht Wontorra beleidigt Assauer

Der erfahrene TV-Journalist Jörg Wontorra hat sich einen Fauxpas geleistet, der ihn wohl den Job als DSF-Moderator kosten wird. In einer Sendung des Sportkanals verdächtigte er den Schalker Manager Rudi Assauer, ein Alkohol-Problem zu haben.


TV-Mann Wontorra: "Niveaulose Äußerungen"
DPA

TV-Mann Wontorra: "Niveaulose Äußerungen"

Hamburg - Wontorra, Gastgeber der DSF-Talkrunde "Doppelpass" hatte sich im Zusammenhang mit Assauers Wutrede nach der 0:1-Auftaktpleite in der Champions League beim PSV Eindhoven folgendermaßen geäußert: "Wenn man da so ein bisschen auf den Zungenschlag hört, die Bild würde da sehr doppeldeutig titeln: 'Assauer voll dabei'. Das ist vielleicht auch noch ein ganz kleines Problem, das man besprechen sollte." Assauers Aussage war als eingespieltes Statement in der Sendung zu hören.

Wenig später ließ Wontorra in der Expertenrunde, der auch Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser angehörte, noch die Frage folgen: "Inwieweit sollte ein Manager aufpassen, dass sein Grundnahrungsmittel nicht den ganzen Tag über flüssig ist?". Offizieller Titel der von einer Biermarke gesponserten DSF-Sendung ist: "Doppelpass - Die Krombacher Runde".

"Diese niveaulosen Äußerungen gegenüber Rudi Assauer waren ein Alleingang von Jörg Wontorra. Ohne jegliche Rücksprache mit der Redaktion", sagte DSF-Geschäftsführer Thomas Deissenberger. "Das DSF kann und wird ein solches Verhalten nicht akzeptieren. Jörg Wontorra wird mit disziplinarischen Konsequenzen rechnen müssen."

"Entgleisung von Herrn Wontorra"

Bereits am Montag, so Deissenberger, werde innerhalb des Senders über Maßnahmen beraten. Deissenberger entschuldigte sich "in aller Form und im Namen des gesamten DSF bei Herrn Assauer für diese Entgleisung von Herrn Wontorra". Wontorra hatte die bei Fußballfans beliebte Sendung "Doppelpass" zur Saison 2003/04 von Rudolf Brückner übernommen.

Assauer äußerte sich im Anschluss an das Bundesligaspiel der Schalker gegen Hertha BSC (0:0) zu dem Vorfall: "Das DSF hat sich heute im Laufe des Tages telefonisch und per Fax bei mir entschuldigt. Damit ist die Sache für mich im Grunde erledigt. Ich habe selbst versucht Herrn Wontorra anzurufen, konnte ihn aber nicht erreichen."

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