Nach verweigerter Einwechslung Zweiwöchige Denkpause für Younes

Er blieb einfach sitzen: Weil Nationalspieler Amin Younes keine Lust auf einen Einsatz hatte, hat sein Klub Ajax Amsterdam ihn nun suspendiert. Younes gehört nicht mehr dem Profikader an - zumindest für zwei Wochen.

Amin Younes
AFP

Amin Younes


Fußball-Nationalspieler Amin Younes ist nach seiner verweigerten Einwechslung vorläufig aus dem Profikader von Ajax Amsterdam verbannt worden. Der 24-Jährige werde in den kommenden zwei Wochen mit der zweiten Mannschaft trainieren, teilte der niederländische Rekordmeister mit. Younes hatte am Sonntag im Heimspiel gegen den SC Heerenveen (4:1) kurz vor Schluss seine Einwechslung verweigert, weil er sie für "unnötig" hielt.

"Amin Younes hat die Anweisung von Trainer Erik ten Hag missachtet. Ten Hag hat sich am Montagmorgen mit Younes getroffen und ihm mitgeteilt, dass er in den kommenden zwei Wochen mit der zweiten Mannschaft trainiert", teilte Ajax mit. Younes war nach der Aufforderung durch ten Hag einfach auch der Ersatzbank sitzen geblieben.

Ten Hag hatte sich schon am Sonntag verärgert über das Verhalten von Younes gezeigt. "Ich wollte Amin für seinen letzten Auftritt und die Trainingsarbeit belohnen, aber kurz vor dem Abpfiff empfand er es als nicht mehr unbedingt nötig", bestätigte er dem Sender Fox Sports: "Natürlich bin ich der Chef und ich wollte auch, dass er reinkommt. Ich werde darüber noch mit ihm reden. Ich denke, dass er rein muss, wenn ich das will. Aber er fand es unnötig."

Ende Januar war Younes schon einmal in die Schlagzeilen geraten, als er kurz vor einem Wechsel zum italienischen Topklub SSC Neapel stand. In Amsterdam kam Younes seitdem in sieben Partien nur zu vier Kurzeinsätzen, steuerte zuletzt beim 2:3 gegen Vitesse Arnheim aber eine Vorlage bei. Sein Vertrag in Amsterdam endet am Saisonende. Der gebürtige Düsseldorfer kokettiert Medienberichten zufolge inzwischen mit einem Wechsel zum FC Bayern München.

chh/sid

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insgesamt 8 Beiträge
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hileute 12.03.2018
1. Inakzeptabel
Ajax hätte ihn sofort rausschmeißen sollen. Das er nun für die Nationalmannschaft nicht mehr in Frage kommt sollte auch klar sein
ichliebeeuchdochalle 12.03.2018
2. Sprachfehler im Text
Zitat: "Younes war nach der Aufforderung durch ten Hag einfach auch der Ersatzbank sitzen geblieben." Es muß heißen: ... einfach AUF der Bank
philemajo 12.03.2018
3. Nagelprobe für FCB
Habe die Kommentare von Hoeneß & Co. noch gut im Ohr, was sie von streikenden Spielern wie Dembele, Auba u.a. halten und wie Solidarität unter Proficlubs aussähe. Bin mal gespannt, ob das auch als potentiell aufnehmender Club noch Gültigkeit besitzt ;-) Jedenfalls steht Jogi Löw ja mal so gar nicht auf Spieler, die die Autorität des Trainers in aller Öffentlichkeit in Frage stellen, so dass er sein WM-Ticket, so er überhaupt eines erhalten hätte, mit der Aktion selbst zerrissen hat ...
Pless1 12.03.2018
4. Intelligenztest nicht bestanden?
Sich wie Dembélé oder Aubameyang einen Wechsel durch unsportliches Verhalten zu erzwingen ist zwar dreist und verwerflich, aber war zumindest ihrer eigenen Sache dienlich. Er kann ohnehin erst im Sommer wechseln mangels vorherigem Transferfenster und ist dann so oder so ablösefrei. Sich nun in der letzten Halbserie beim bisherigen Verein als unprofessionell zu outen ist aus meiner Sicht einfach nur dumm. Wie Hoeneß zu solchen Verhaltensweisen steht ist eigentlich bekannt, will er wirklich zu den Bayern stellt er sich da selbst ein Bein. Und auch bei anderen Verantwortlichen wird das sicher zur Kenntnis genommen und bei Verhandlungen eingepreist.
feuerfloh 12.03.2018
5. Und die Bayern wollen ihn wirklich haben?
Er mag ja kokettieren wie er will, nur nützt das nichts, wenn ihn die Bayern gar nicht haben wollen. Und mit dieser "Empfehlung" wird sich die Sehnsucht der Bayern vermutlich in engen Grenzen halten.
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