Amnesty-Kritik an WM-Ausrichter Katar "Blut, Schweiß und Tränen"

Vor exakt fünf Jahren erhielt Katar den Zuschlag für die Fußball-WM 2022. Amnesty International hat das zum Anlass genommen, die Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen hart zu kritisieren. Fast nichts sei dort besser geworden.

Stadionbau in Katar: "Bisher fast nichts getan"
DPA

Stadionbau in Katar: "Bisher fast nichts getan"


Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat erneut die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen für die Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar angeprangert. Die Menschenrechtsverletzungen seien eine Schande für die Fifa, erklärte Amnesty am Dienstag. Der Weltverband müsse sicherstellen, dass die WM in dem Golfstaat nicht auf Ausbeutung beruhen werde.

Das Land habe trotz anderslautender Versprechen fast nichts getan, um die Ausbeutung zu beenden. Wenn sich nicht bald etwas ändere, müsse sich jeder Fußballfan, der nach Katar fahre, fragen, ob er nicht von "Blut, Schweiß und Tränen" der Gastarbeiter profitiere.

Angesichts der wiederholten Kritik betonte die Fifa in ihrer Reaktion, sich der Situation in Katar bewusst zu sein. Der Weltverband werde sich weiter gegenüber Vertragspartnern und Behörden für die Einhaltung der Rechte der Gastarbeiter einsetzen.

Katar hatte zuletzt angekündigt, bis Ende 2015 international angemahnte Arbeitsreformen umsetzen zu wollen, um die Bedingungen für Wanderarbeiter zu verbessern. Im Mai hatte Amnesty einen Bericht veröffentlicht, nach dem Gastarbeiter aus zumeist südasiatischen Ländern in Katar weitgehend rechtlos sind.

aha/dpa



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insgesamt 13 Beiträge
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jjcamera 01.12.2015
1. Hitzefrei?
Amnesty International prangert auch so manche Arbeitsbedingungen in Deutschland hart an. Bei Katar wüsste man doch gerne Genaueres, Zahlen, Daten und Fakten - vorher und jetzt im Vergleich. Aber bitte nicht, dass die Arbeit bei knapp 50 Grad Hitze menschenunwürdig ist...
micromiller 01.12.2015
2. Die Feudaldiktatur Katar
ist ein Freund unserer Regierung usw. es ist einfach unfein, diesen Adel zu beschimpfen.
Nonvaio01 01.12.2015
3. das beste an der WM ist
das es ein relative kleines land ist, da muss man nicht soviel reisen um spiele zu sehen. Brasilien war da ja schon etwas anderes.
P.Delalande 01.12.2015
4.
Zitat von jjcameraAmnesty International prangert auch so manche Arbeitsbedingungen in Deutschland hart an. Bei Katar wüsste man doch gerne Genaueres, Zahlen, Daten und Fakten - vorher und jetzt im Vergleich. Aber bitte nicht, dass die Arbeit bei knapp 50 Grad Hitze menschenunwürdig ist...
Es ist doch gar nicht so schwer diesen Bericht zu finden, wenn man nur will. Viel einfacher ist es natürlich diesen Bericht gar nicht erst zu lesen und statt dessen solchen Unfug zu schreiben. http://www.amnesty.de/2015/11/1/katar-rechte-von-arbeitsmigranten-achten?destination=node/2956
oberallgaeuer 01.12.2015
5. Den Artikel verstehe ich nicht.
Kaiser Beckenbauer hat doch gesagt, dass er dort keine Sklaven gesehen hat. Und die Bundesregierung liefert doch Waffen an Katar. Sie würde doch das nicht tun, wenn Katar Menschenrechte verletzen würde. Oder sind der Bundesregierung Menschenrechte egal, wenn es um die Wirtschaft geht.
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