Angriff auf Sheffield-Torwart: Festnahme nach Fan-Attacke

Während eines Zweitliga-Spiels war Sheffields Torwart Chris Kirkland von einem Fan durch einen Faustschlag verletzt worden - nun nahm die Polizei in Cheltenham einen Verdächtigen in Gewahrsam. Der ehemalige Nationalkeeper fordert eine lange Haftstrafe für den vermeintlichen Täter.

Hamburg - Im Fall des attackierten Torwarts Chris Kirkland hat die Polizei in Cheltenham einen 21-Jährigen wegen des Verdachts auf Köperverletzung in Gewahrsam genommen. Hinweise auf die Identität des Angreifers, der aus dem Stadion geflohen war, waren bereits während der Begegnung über soziale Medien verbreitet worden - darunter auch eine Handynummer, die angeblich dem Täter gehören soll.

Der Torhüter war am Freitag in England beim Zweitligaspiel zwischen Sheffield Wednesday und Leeds United attackiert worden. Nach dem Gäste-Treffer zum 1:1-Endstand in der 77. Minute stürmten mehrere Zuschauer aus dem Leeds-Block auf den Platz. Dabei rannte einer der Fans auf Sheffield-Schlussmann Kirkland zu und schlug ihm mit beiden Händen ins Gesicht. "Ich war noch mit dem Gegentreffer beschäftigt, als ich merkte, wie jemand auf mich zu rannte. Auf einmal war er vor mir und griff mich mit beiden Händen an. Ich war wie betäubt", sagte der ehemalige englische Nationaltorwart. Der 31-Jährige sank zu Boden und musste minutenlang behandelt werden - konnte das Spiel letztlich aber zu Ende spielen.

Auch der britische Fußball-Verband FA hat Ermittlungen aufgenommen. Die Attacke auf den Torwart war der negative Höhepunkt in einem emotionsgeladenen Derby, während dessen beide Fanlager durch geschmacklose Gesänge aufgefallen und aus dem Gästeblock Flaschen auf das Spielfeld geworfen worden waren.

Kirklands sechs Jahre alte Tochter sah den Angriff auf ihren Vater im Fernsehen. "Das war nicht schön für sie. Wir mussten ihr später erzählen, dass Daddy okay ist", sagte Kirkland. Im Boulevardblatt "Sun" forderte er nun, der Angreifer müsse "für Jahre, nicht nur für Monate hinter Gitter. Ich dachte daran, dass der Kerl ein Messer hätte haben können. Wenn wir solche Dinge nicht stoppen, kann es dazu führen, dass es einen Toten gibt."

jar/sid

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