Angst vor rechten Aachen-Fans Fortuna Köln verbietet Plakate gegen Nazis

Eklat in der vierten Liga: Laut einem Bericht der "Welt" hat Fortuna Köln seinen eigenen Fans vor dem Heimspiel gegen Alemannia Aachen verboten, Anti-Nazi-Plakate im Stadion zu platzieren. Grund dafür ist offenbar die Angst vor Ausschreitungen durch rechtsextreme Aachen-Anhänger.

Fankurve: Umstrittene Aachener Anhänger
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Fankurve: Umstrittene Aachener Anhänger


Hamburg - Mit der Partie Fortuna Köln gegen Alemannia Aachen beginnt am Freitag die neue Saison in der Regionalliga West. Schon vor dem Anpfiff um 19 Uhr ist es zu einem Eklat gekommen. Laut einem Bericht der "Welt" ist es den Kölner Anhängern verboten worden, Fahnen, Banner und Plakate mit antirassistischen Äußerungen im Stadion zu platzieren.

Grund für das Verbot, das auch für das Rückspiel in Aachen gilt, ist offenbar die Angst der Kölner Verantwortlichen vor Ausschreitungen von rechtsextremen Aachener Anhängern. Diese sollen demnach nicht durch antirassistische Parolen verärgert werden.

"Wir wollen keine Provokationen schüren. Daher haben wir uns entschieden, Banner mit politischen Aussagen zu verbieten. Wir wollen ein sauberes Fußballspiel und keine Auseinandersetzung drumherum", sagte Fortuna-Pressesprecher Stephan Gohlke der "Welt".

Wie die "Welt" weiter berichtet, gehören nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden der Aachener Fangruppierung "Karlsbande" mehrere Neonazis an, darunter ehemalige Mitglieder der mittlerweile verbotenen "Kameradschaft Aachener Land".

Die Kölner Anhänger zeigen für das Verbot wenig Verständnis. In einer Stellungnahme des Fanclubs "SC Mülltonn" heißt es, dass es Fortuna Köln "einmal gut zu Gesicht gestanden" hätte, "deutlich gegen diskriminierende Verhaltensweisen Stellung zu beziehen. Keineswegs nachvollziehen können wir die Reaktion des Vereins, antirassistischen Fans ihre Meinungsäußerung zu untersagen, da diese als Provokation aufgefasst werden könnte."

mib



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