Mögliche Stürmertransfers Griezmann und Kane, die Karussellbremser

Mit Antoine Griezmann und Harry Kane bleiben zwei der gefragtesten Angreifer bei ihren Klubs. Es zeigt sich ein erster Trend: Die großen Wechsel auf der Stürmerposition könnten in diesem Sommer ausbleiben.

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"Se queda." Er bleibt.

Das hatte Gerard Piqué im Juli vergangenen Jahres auf Twitter geschrieben. Angehängt war ein Foto des Innenverteidigers mit einem Teamkollegen beim FC Barcelona: Neymar. Die Einschätzung Piqués hatte allerdings so gar nichts mit der tatsächlichen Situation zu tun. Weder in Barcelona, noch auf dem Stürmermarkt im Allgemeinen.

Neymar blieb nicht. Genauso wenig wie Ousmane Dembélé, Kylian Mbappé, Alvaro Morata, Alexandre Lacazette und weitere. Die Liste hochklassiger Angreifer, die im vergangenen Sommer für viel Geld den Verein gewechselt haben, ist bemerkenswert lang.

Das könnte in diesem Sommer anders laufen, zumindest haben zwei der Hauptakteure das Transferkarussell ausgebremst.

Antoine Griezmann ist aktuell einer der besten Stürmer der Welt. Bei der WM in Russland soll er Frankreich zum Titel schießen. Nebenbei hat er in einer großen Inszenierung verkündet, wie es auf Klubebene für ihn weitergeht: Se queda. Er bleibt. Griezmann hat dem Ruf des großen FC Barcelona standgehalten und geht mit Atlético in seine fünfte Saison. Schon vor einer Woche hatte außerdem Harry Kane seinen Vertrag bei Tottenham Hotspur bis 2024 verlängert.

Zwei der wohl gefragtesten Stürmer auf dem Markt verzichten damit auf einen Wechsel. Es ist nur eine Momentaufnahme, das Transferfenster ist noch lange geöffnet. Trotzdem ist es ein erster interessanter Trend. Ein Trend, der sich durch diese ersten Entscheidungen festigen könnte.

Eine Kettenreaktion bleibt vorerst aus

Ein Wechsel von Kane oder Griezmann hätte zweifelsfrei ähnliche Kettenreaktionen ausgelöst, wie bereits der Wechsel Neymars vor einem Jahr. Kane zu Real Madrid oder zu Manchester City? Und Griezmann zum spanischen Meister? Damit wären auf der einen Seite Tottenham und Atlético zum Handeln gezwungen. Auf der anderen Seite wären mit beispielsweise Real und Barça zwei der besten Teams der Welt eher gewillt gewesen, einen Angreifer ziehen zu lassen. So aber steht das Stürmerkarussell vorerst still.

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Europas Top-Stürmer: Griezmann, Neymar, Lewandowski

Zwar gibt es weiter Gerüchte um mögliche Top-Transfers auf der Stürmerposition. Robert Lewandowski, Cristiano Ronaldo, Edinson Cavani, Álvaro Morata oder erneut Neymar - sie alle kokettieren mehr oder weniger offen mit einem Wechsel oder werden mit verschiedenen Klubs in Verbindung gebracht. Und sicher wird es auch diesmal wieder mindestens hohe zweistellige Millionentransfers geben. Trotzdem spricht aktuell auch beim Blick auf diese Personalien sehr wenig dafür, dass es auf dem Transfermarkt zu ähnlichen Bewegungen wie im Sommer 2017 kommen wird.

Es drängen sich kaum Top-Transfers auf

Lewandowski soll beim FC Bayern bleiben, das hat Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge erneut betont. Die Gerüchte um Ronaldo wurden wieder einmal vom Weltfußballer selbst beziehungsweise seinen Beratern in die Welt gesetzt. Ein bekanntes Bild, am Ende blieb der Portugiese immer bei Real. Bei Liverpool, Barcelona, Juventus oder ManCity deutet sich aktuell ebenfalls kein Weggang eines wichtigen Angreifers an.

Schon eher ist ein Transfer Cavanis vorstellbar. Dass der Uruguayer mit seiner Situation neben Neymar bei PSG nicht gänzlich zufrieden ist, ist längst bekannt. Morata wiederum konnte mit der Reservistenrolle, die er nach einem grandiosen Start beim FC Chelsea zuletzt immer wieder mal einnahm, auch nicht ganz glücklich sein. Zwischenzeitlich war auch ein Wechsel zum FC Bayern im Gespräch. Das aber führt zurück zum Kern des Trends: Bleibt Lewandowski in München, ist eine Verpflichtung Moratas unrealistisch.

So ist der Stürmermarkt zumindest zum jetzigen frühen Zeitpunkt bei den Top-Klubs einigermaßen festgefahren. Dass gerade erst so viele Top-Stürmer gewechselt sind, macht eine erneute Häufung ähnlicher Transfers, ebenfalls unwahrscheinlich. Ein zweiter Wechsel nach nur einem Jahr? Das ist trotz der rasanten Entwicklung des Markts immer noch selten.

Womit wir wieder bei Neymar sind. Obwohl der Brasilianer erst eine Saison in Frankreich absolviert hat, häufen sich die Transfergerüchte. Real soll bereit sein, bis zu 300 Millionen Euro Ablöse an PSG zu zahlen. Gut möglich aber, dass diesem finanziell so ausgezeichnet aufgestellten Klub selbst das nicht als Argument ausreicht. Laut spanischen Medien hat Neymar eine Ausstiegsklausel, die ihm erst im Sommer 2019 einen Wechsel erlaubt.

Bis dahin könnte es für den Brasilianer wie auch für viele andere Stürmerstars also wirklich heißen: Se queda. Er bleibt.

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Seite 1
lofi 15.06.2018
1.
Einem Spieler wie Kane würde ich wünschen, das er nächste Saison mit den Spurs im neuen Stadion den Titel holt. Zum WM -Titel wird es allerdings nicht reichen.
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