Fußballweltmeisterschaft Argentinien im WM-Finale gegen Deutschland

Der deutsche Gegner im WM-Finale steht fest: Argentinien hat sich im Elfmeterschießen gegen die Niederlande durchgesetzt und fordert die DFB-Elf im Endspiel. Matchwinner für die Albiceleste war Keeper Romero mit zwei gehaltenen Elfmetern.

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São Paulo - Es war kein großes Halbfinale, der Sieger darf dennoch ins WM-Endspiel gegen Deutschland: Argentinien zieht dank Torhüter Sergio Romero nach einem 4:2 im Elfmeterschießen gegen die Niederlande ins Finale ein. In den 120 Minuten zuvor hatten beide Teams ein Spiel nahezu ohne Höhepunkte gezeigt.

Im Elfmeterschießen scheiterten die Niederländer Ron Vlaar und Wesley Sneijder am starken argentinischen Keeper Romero, alle argentinischen Schützen verwandelten.

Damit trifft Argentinien am Sonntag im Finale auf Deutschland (21 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Für die Niederlande bleibt nur das Spiel um Platz drei gegen Gastgeber Brasilien (Samstag, 22 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). "Wir hatten es eigentlich mehr verdient", sagte Arjen Robben. "Es tut weh."

Schönes Spiel, Voetbal total, das berühmte 4-3-3 - all das spielt bei Oranjes Trainer Louis van Gaal bei dieser WM nur eine untergeordnete Rolle. Es zählt allein der Erfolg. Oranje-Legende Johan Cruyff grummelte hörbar über die unfeine Qualität. Gleichzeit hielt van Gaal Gegner Argentinien vor, selbst noch keinen ansehnlichen Fußball bei dieser WM geboten zu haben. Es drohte also, eine weniger spektakuläre Angelegenheit zu werden in São Paulo.

Um es vorwegzunehmen: Die Sorge war berechtigt. Die Niederländer versuchten, aus dichter Defensivstruktur heraus mit langen Bällen Arjen Robben und Robin van Persie einzusetzen (26 lange Bälle nach 30 Minuten). Den ersten Schuss gab Regisseur Wesley Sneijder ab, verzog aber in der 13. Minute. Die Argentinier konzentrierten sich auf das Spiel am Boden und kamen durch einen Messi-Freistoß (15.) zur ersten gefährlichen Tor-Annäherung.

Viel mehr passierte jedoch nicht. Lediglich aufgrund des Spielstands und der immensen Bedeutung blieb das Duell eine irgendwie spannende Angelegenheit. In gefährliche Bereiche vor den Toren verirrte sich die Partie nur vereinzelt, große Chancen gab es gar nicht. Lediglich härtere Zweikämpfe brachten so etwas wie Aufregung - sorgten jedoch auch für längere Verletzungspausen, die der Partie den letzten Spielfluss raubten.

Selbst Messi verpatzt Freistöße

Laut wurde es, wenn die Spieler auf dem Rasen ausgepfiffen wurden. Erstes Opfer in Halbzeit zwei: Snejder nach einem verzogenen Freistoß. Es war einer von vielen. Auf der Bank saß sein Trainer in sich versunken. Van Gaal schüttelte den Kopf (50.). Wer es positiv sehen wollte, konnte einwenden, dass die Teams in der Defensive stark arbeiteten. Wirklich ansprechender machte das die Begegnung nicht. Auch das Wetter passte sich nun an: Nach rund einer Stunde begann es zu regnen.

Als dann selbst Messi nach 72 Minuten eine Freistoßflanke weit hinter das Tor segeln ließ, steuerte dieses WM-Halbfinale auf seinen Tiefpunkt zu. Es konnte nur noch besser werden. Wurde es lange trotzdem nicht. Regen und Partie plätscherten weiter vor sich hin - bis Arjen Robben in der Nachspielzeit plötzlich vor Argentiniens Torhüter Sergio Romero auftauchte. Doch symptomatisch für die Partie gewann auch hier ein Abwehrspieler: Javier Mascherano grätschte dazwischen (91.).

Es ging in die Verlängerung. Und es wurde ein bisschen besser. Robben schoss den Ball in die Arme von Romero (98.) - es war der erste Schuss der Niederlande aufs argentinische Tor in der gesamten Partie. Der eingewechselte Rodrigo Palacio köpfte frei vor dem Tor sensationell ungefährlich direkt auf den niederländischen Keeper Jasper Cillessen (115.). Auch Maxi Rodriguez scheiterte etwas kläglich (117.).

Also musste das Elfmeterschießen den Weg ins Finale weisen. Zumindest die Niederländer machten so durchwachsen weiter wie in den 120 Minuten zuvor, Argentinies Keeper Romero wurde zum Helden. "Es ist ein großer Traum, ich bin sehr glücklich", sagte der entscheidende Mann. Damit kommt es zur Wiederauflage der WM-Finals von 1986 und 1990. In Mexiko hatten sich die Argentinier durchgesetzt, vier Jahre später war Deutschland erfolgreich gewesen.

"Ein harter Gegner mit einem tollen Trainer", sagte Romero über die DFB-Elf. Dann zog der gefeierte Mann in die Kabine.

Niederlande: Cillessen - Vlaar, de Vrij, Martins Indi (ab 46. Janmaat) - Kuyt, de Jong (ab 62. Clasie), Blind - Wijnaldum, Sneijder - Robben, van Persie (ab 96. Huntelaar) - Trainer: van Gaal
Argentinien: Romero - Zabaleta, Demichelis, Garay, Rojo - Biglia, Mascherano - Pérez (ab 81. Palacio), Messi, Lavezzi (ab 101. Rodriguez) - Higuaín (ab 82. Aguero). - Trainer: Sabella
Schiedsrichter: Cüneyt Cakir (Türkei)
Elfmeterschießen:
Romero hält gegen Vlaar
0:1 Messi
1:1 Robben
1:2 Garay
Romero hält gegen Sneijder
1:3 Aguero
2:3 Kuyt
2:4 Maxi Rodriguez
Zuschauer: 63.267
Gelbe Karten: Martins Indi, Huntelaar - Demichelis
Torschüsse: 7:7
Ecken: 4:4
Ballbesitz: 54:46 %

fpf

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insgesamt 64 Beiträge
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Seite 1
rant0r 10.07.2014
1.
ach, so ein rotz. elfmeter schießen passiert einfach viel zu oft in dieser wm. eigentlich ist das als notlösung gedacht wenn keine entscheidung fällt. nicht als glückslos für schlechte teams.
george2013 10.07.2014
2. Hauptsache : Finale ohne Schauspieler-Robben
Egal, wie das Finale nun ausgeht: Es findet ohne Robben statt, der sich bei jedem Tackling überschlägt, als ob man ihm die Knochrn gebrochen hätte. Solche Schauspieler braucht niemand.
wille17 10.07.2014
3. Geht in Ordnung !
Niederlanden weint keiner eine Träne nach. Waren unfair und spielten keinen schönen Fussball...
levy_izhak 10.07.2014
4. Ha ha Holland
Darf im kleinen Finale um die salatschussel spielen.
hubie 10.07.2014
5. Auf geht's
Ich bin guter Dinge, das wir echt gute Chancen haben zu gewinnen. Noch so eine emotionsverfressene Elf... wenn unsere Jungs cool bleiben, dann spielen sie sich zum Titel. Das Zeug dazu haben sie alle mal! Gute Nacht!
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