Finalsieg gegen Dortmund: FC Bayern ist Europas Meister

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Was für ein Finale! Der FC Bayern hat das packende deutsch-deutsche Champions-League-Endspiel gegen Borussia Dortmund gewonnen. Umjubelter Münchner war Arjen Robben: Kurz vor Schluss erzielte er den Siegtreffer.

Champions-League-Finale: Bayern jubelt, Dortmund trauert Fotos
REUTERS

Hamburg - Der FC Bayern hat seine überragende Saison mit dem Champions-League-Sieg gekrönt. Im deutsch-deutschen Finale im Londoner Wembley-Stadion besiegten die Münchner Borussia Dortmund mit 2:1 (0:0). In München, aber auch in anderen deutschen Städten und in London jubeln Zehntausende Fans des FC Bayern (mehr im Fan-Liveticker hier, Reaktionen der Spieler und Trainer hier).

Der Weg dorthin hätte nicht dramatischer sein können: Es lief die 89. Minute. Die 90.000 Zuschauer im Stadion hatten bereits ein packendes, intensives und vor Höhepunkten nur so strotzendes Endspiel gesehen. Zwei Tore gab es bis dahin: eins für Bayern, eins für Dortmund.

Dann kam Arjen Robben.

Der Niederländer hatte bereits mehrere hochkarätige Chancen vergeben. Doch das kümmerte ihn nicht, als er sich durch die BVB-Defensive dribbelte und vor Roman Weidenfeller auftauchte. Robben blieb ruhig, legte den Ball am BVB-Keeper vorbei und traf zum 2:1 - die Entscheidung des Endspiels.

Dortmund konnte nicht mehr zurückkommen, und der FCB feierte in seiner dritten Finalteilnahme innerhalb von vier Jahren den ersehnten Triumph. Mario Mandzukic hatte die Münchner in Führung gebracht (60.), Ilkay Gündogan per Elfmeter ausgeglichen (89.).

Fünfter Titel für die Bayern

"Es war so ein enges Spiel, es war auf Augenhöhe. Das bedeutet mir sehr viel, ich kann es gar nicht richtig fassen. So viele Emotionen", freute sich Matchwinner Robben. BVB-Keeper Roman Weidenfeller sagte: "Wir sind voller Stolz, dass wir Bayern Paroli geboten haben. Wir haben ein tolles Spiel gezeigt, aber es sollte nicht sein. Wir haben es leider nicht geschafft, die Partie zu gewinnen."

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Dortmund-Einzelkritik: Weidenfeller Weltklasse, Gündogan eiskalt
Für die Münchner ist es bereits der fünfte Erfolg im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb, 2001 hatte der Club zuletzt die Champions League gewonnen, zuvor gab es noch drei Siege im Vorgängerwettbewerb, dem Europapokal der Landesmeister (1974, 1975, 1976).

Bei Dortmund war Marco Reus für den verletzten Bald-Bayer Mario Götze ins zentrale offensive Mittelfeld gerückt, auf der linken Seite begann Kevin Großkreutz. Bei den Münchnern spielte Jérôme Boateng in der Innenverteidigung neben Abwehrchef Dante.

Im ausverkauften Wembley-Stadion hatte der BVB durch Robert Lewandowski die erste Chance, den Schussversuch des Angreifers konnte Dante aber zur Ecke klären (3.). Schnell wurde deutlich: Dortmund sollte in den Anfangsminuten das klar dominierende Team sein.

Immer wieder eroberte der BVB die Bälle im Mittelfeld, setzte die Münchner Verteidigung früh unter Druck. Die Bayern zeigten sich beeindruckt - und wackelten gehörig: Bei Jakub Blaszczykowskis Schuss musste Münchens Keeper Manuel Neuer jedoch noch nicht eingreifen, denn der Versuch ging knapp über das FCB-Tor (10.).

Neuer bewahrt München vor frühem Rückstand

Doch dann geriet der Münchner Schlussmann unter Beschuss. Erst parierte er einen Versuch aus der Distanz von Robert Lewandowski (14.), dann schoss Blaszczykowski Neuer aus fünf Metern an (15.). Auch bei den Schüssen von Marko Reus (19.) und Sven Bender (21.) musste er eingreifen.

Und die Bayern-Offensive? Erspielte sich in der 26. Minute durch Mario Mandzukic ihre erste Großchance: Der Angreifer köpfte Richtung BVB-Tor und einzig einer Glanztat von Dortmunds Keeper Roman Weidenfeller, der den Ball an die Latte lenkte, war es zu verdanken, dass die Münchner nicht überraschend in Führung gingen. Kurz zuvor hatte Ribéry Glück gehabt, als er nach einem Gerangel mit Lewandowski mit dem Arm ausschlug, aber ohne Verwarnung davonkam.

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Bayern-Einzelkritik: Ruhepol Neuer, Vollstrecker Robben
Bayern war auf einmal im Spiel - und wie! Nach einem langen Pass von Thomas Müller stand Robben plötzlich frei vor Weidenfeller, konnte den Ball aber nicht an ihm vorbeilegen (29.). Auf der anderen Seite musste Neuer gegen Lewandowski ebenfalls retten (35.).

Kurz vor der Pause kam Robben erneut frei vor Weidenfeller zum Schuss, diesmal traf er den BVB-Keeper im Gesicht (43.). Beim Gang in die Kabine konnte man dem Niederländer gut ansehen, dass er mit seiner Torausbeute nicht zufrieden war. Verständlich.

Dante verursacht Elfmeter

Die zweite Hälfte begann deutlich gemächlicher als der erste Durchgang. Zwar ließ die Intensität kaum nach, doch aufregende Strafraumszenen gab es zunächst keine. Das änderte sich in der 60. Minute schlagartig: Nach einem Doppelpass mit Franck Ribéry legte Robben den Ball quer - und Mandzukic konnte aus wenigen Metern unbedrängt einschieben.

Doch die Führung hielt nur acht Minuten: Nach einem überharten Einsteigen von Bayerns Dante gegen Reus im eigenen Strafraum entschied Schiedsrichter Nicola Rizzoli zurecht auf Strafstoß. Ilkay Gündogan trat an - und erzielte ausgerechnet im Endspiel sein erstes Tor im laufenden Wettbewerb (68.). Dante hatte Glück, dass er für die Aktion nicht die Gelb-Rote Karte sah.

Die Partie war nun wieder völlig offen, und die Zuschauer bekamen auch wieder hochkarätige Torchancen zu sehen. Doch erst schoss BVB-Verteidiger Mats Hummels über das Bayern-Tor (70.), dann rettete Neven Subotic in höchster Not vor dem herannahenden Robben (72.). Kurz darauf war es Weidenfeller, der bei einem Fernschuss von Alaba rettete. Und auch bei Bastian Schweinsteigers Versuch vom Strafraumrand parierte er stark (87.).

Es folgte Robbens wichtigster Auftritt an diesem Abend: Nach starker Vorarbeit von Ribéry drang er in den Strafraum ein, Hummels und Subotic grätschten vorbei - und der Niederländer traf.

"Das ist im Sport mit nichts auf der Welt zu vergleichen. Die Emotionen schießen hoch, man hat Tränen in den Augen, Freude, Erleichterung, es ist alles. Einigen Spielern gönne ich es sehr", sagte Bayerns Sportchef Matthias Sammer: "Es ist sehr wichtig, solch eine Laufbahn zu krönen, sonst hört das Gerede nie auf. Aber ich gratuliere auch dem BVB zu einer großen Saison."

Borussia Dortmund - Bayern München 1:2 (0:0)
0:1 Mandzukic (60.)
1:1 Gündogan (68., Foulelfmeter)
1:2 Robben (89.)
Dortmund:
Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sven Bender (90.+1 Sahin), Gündogan - Blaszczykowski (90.+1 Schieber), Großkreutz - Reus, Lewandowski
München:
Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Martínez, Schweinsteiger - Robben, Thomas Müller, Ribery (90.+1 Luiz Gustavo) - Mandzukic (90.+4 Gomez) Schiedsrichter: Nicola Rizzoli (Italien)
Zuschauer:
86.298 (ausverkauft)
Gelbe Karten:
Großkreutz - Dante, Ribery

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insgesamt 248 Beiträge
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1. Individulle Leistung...
referee84 25.05.2013
war ausschlaggebend und verdient. Aber was sich ein Ribery an Unsportlichkeiten leisten darf, ist schon der Hammer (Schlag ins Gesicht). Hoffe der begegnet mal ein paar Leuten, die ihm an der anderen Seite der Wange eine so tolle Verzierung machen =D
2. !
malklargesagt 25.05.2013
nur der FCB !
3.
TBF 25.05.2013
Auch wenn bis morgen früh drei andere Foren offen sind: Herzlichen Glückwunsch nach München von einem Schwarz-Gelben. Heute haben beide Teams Werbung für den deutschen Fußball gemacht und sich eine Schlacht auf Augenhöhe geliefert. Am Ende war Bayern vielleicht ein bisschen glücklicher, auch was Schiedsrichterentscheidungen angeht, aber auch ohne diese, hätte das Spiel in beide Richtungen kippen können. Ich bin absolut stolz auf meine Mannschaft.
4. Wenigstens haben die Bayern endlich das lang ersehnte Triple
Coiote 25.05.2013
Zitat von sysopWas für ein Finale! Der FC Bayern hat das packende deutsch-deutsche Champions-League-Endspiel gegen Borussia Dortmund gewonnen. Umjubelter Münchner war Arjen Robben: Kurz vor Schluss erzielte er den Siegtreffer. Arjen Robben schießt Bayern zum Champions-League-Titel - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/arjen-robben-schiesst-bayern-zum-champions-league-titel-a-901894.html)
Ach schade. Da war Dortmund so nah dran, führten ein Spiel auf Augenhöhen, und dann macht Robben in letzer Minute das Ding noch rein. Die Bayern haben das Spiel verdient gewonnen, keine Frage, umgekehrt hätte Dortmund das Spiel gleichermaßen verdient gewonnen. Na wenigstens haben die Bayern endlich das lang ersehnte Triple geschafft.
5.
mixtapes3 25.05.2013
Fliegen ein oder zwei Bayern vom Platz, sieht alles anders aus..
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