Arsenal-Verteidiger Mertesacker "Im Moment retten wir uns gerade so"

Nationalspieler Per Mertesacker zog es nach fünf Jahren aus Bremen zum FC Arsenal. Mit den Londonern traf er nun in der Champions League auf den BVB. Im Interview spricht er über die Ziele mit seinem neuen Club, Dortmunds Chancen in der Königsklasse und ungewohnte Trainingszeiten. 

Arsenal-Verteidiger Mertesacker: Nach fünf Jahren Werder der Wechsel nach London
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Arsenal-Verteidiger Mertesacker: Nach fünf Jahren Werder der Wechsel nach London


Frage: Herr Mertesacker, Sie haben schon oft in Dortmund gespielt, aber noch nie in einem internationalen Wettbewerb. War das ein besonderes Spiel für Sie?

Mertesacker: Das kann man schon sagen, schließlich war ich noch nie mit einem ausländischen Club hier. Ich empfinde das, was ich derzeit erlebe, als eine außergewöhnliche Situation. Selbst für mich, der schon so lange dabei ist.

Frage: Wie meinen Sie das?

Mertesacker: Man spricht ja oft von der Kurzlebigkeit des Geschäfts, und das ist es ja in meinem Fall tatsächlich. Ich muss mich beim FC Arsenal ganz neuen Aufgaben stellen.

Frage: Wie beurteilen Sie Ihre sportliche Situation an neuer Wirkungsstätte?

Mertesacker: Es ist wirklich nicht einfach. Wir sind noch nicht eingespielt. Wie auch, wir konnten ja bislang kaum miteinander trainieren, um die ganzen Automatismen zu entwickeln. Im Moment retten wir uns gerade so. Das war heute nicht anders, das hat man während des Spiels ganz deutlich gesehen. Es ist nun mal so, dass sich jeder an den Anderen gewöhnen muss. Was er macht, wie er sich bewegt, wie die Laufwege sind.

Frage: Was können Sie sich in der für Arsenal schwierigen Situation für Ziele setzen?

Mertesacker: Wir wollen in der Champions League die Gruppenphase überstehen. Und in der Liga wollen wir Schritt für Schritt nach oben kommen.

Frage: Das hört sich nicht unbedingt euphorisch an. Als Ihr Wechsel bekannt wurde, sagten Sie, es gehe zu Ihrem Traumverein.

Mertesacker: Das hat sich nicht geändert. Grundsätzlich bin ich schon froh, dass es geklappt hat, und ich nun für Arsenal spielen kann.

Frage: Wie haben Sie den späten Ausgleich von Ivan Perisic erlebt?

Mertesacker: Das war schon ein besonderes Tor, das kann man nicht anders sagen. Und das Unentschieden ging nach dem Spielverlauf auch so in Ordnung.

Frage: Sie können also mit dem Remis leben?

Mertesacker: Wenn man die gesamten 90 Minuten betrachtet, müssen wir das. Die Dortmunder haben ja schon ganz schön gedrückt. Um diese Mannschaft mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Alles in allem wirkt das, was sie macht, sehr gefestigt.

Frage: Wie sind Sie in der neuen Umgebung aufgenommen worden?

Mertesacker: Ich komme in London gut zurecht, aber es muss sich alles entwickeln. Und das geht nicht von heute auf morgen. Es braucht seine Zeit.

Frage: Können Sie das konkretisieren?

Mertesacker: Die ganzen Abläufe sind anders als in Bremen, und daran muss ich mich gewöhnen. Zum Beispiel hatten wir hier in Dortmund kein Abschlusstraining im Stadion, wie ich das aus Bremen kenne. Unser letztes Training hatten wir vor unserem Abflug aus London.

Das Interview zeichnete Felix Meininghaus in der Mixed Zone nach dem Spiel auf

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