Atromitos FC Die Oase in der Wüste des griechischen Fußballs

Wer 30 Jahre oder jünger ist, hat keinen anderen griechischen Meister erlebt außer den großen drei. In diesem Jahr könnte sich das ändern - dank eines Österreichers.

Atromitos-Spieler Dimitris Giannoulis
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Atromitos-Spieler Dimitris Giannoulis

Von , Athen


Die Welt des griechischen Fußballs ist oft deprimierend. Der Sport ist extrem beliebt - aber auch schwer beschädigt durch Korruptionsskandale und Gewaltausbrüche, die viele Fans inzwischen davon abhalten, ins Stadion zu gehen.

Doch in dieser Wüste, zu der die griechische Superleague geworden ist, gibt es eine Oase im Nordwesten von Athen: Atromitos.

Der Klub spielt schön anzuschauenden Angriffsfußball, ist finanziell gesund und sorgt nur mit sportlichem Erfolg für Aufsehen. In dieser Saison werden ihnen Außenseiterchancen auf die Meisterschaft eingeräumt. Es wäre eine Sensation, vor allem wenn man bedenkt, dass die großen drei (Olympiakos, Panathinaikos und AEK) die Meisterschaft seit über 30 Jahren unter sich ausgemacht haben.

Winterpausengeschichten

Der Erfolg wird vor allem an einer Person festgemacht: am österreichischen Cheftrainer Damir Canadi. Der Wiener übernahm den Klub 2017, am Ende der vergangenen Saison hatte sich Atromitos für die Europa League qualifiziert und Canadi wurde zum Trainer des Jahres gewählt. Die Fans sind noch immer geradezu ekstatisch, die griechische Presse ist voller Lob und seine Spieler nennen ihn "Lehrer".

Warum eigentlich nicht in die Bundesliga?

Canadis Karriere geht seit fünf Jahren bergauf. Damals fing er beim SCR Altach an, schaffte den Aufstieg in die erste österreichische Liga und wurde dort eine Saison später Dritter. Belohnt wurde Canadi 2016 mit einem Job beim Topklub Rapid Wien. Doch dort lief es nicht so gut, nach einer Reihe von schlechten Ergebnissen wurde er im April 2017 entlassen. Atromitos griff schnell zu.

Die Fußballexperten in Griechenland gehen davon aus, dass Canadi nicht lange im Land bleiben wird. Atromitos sei nur ein Zwischenschritt für den 48-Jährigen, so die verbreitete Meinung. Sein Erfolg in Griechenland werde ihm bald wieder ein gutes Angebot aus Österreich einbringen. Oder, warum eigentlich nicht, aus der deutschen Bundesliga.



insgesamt 3 Beiträge
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kasalla.kalla 27.12.2018
1. naja
zitat: "Wer 30 Jahre oder jünger ist, hat keinen anderen griechischen Meister erlebt außer den großen drei. In diesem Jahr könnte sich das ändern - dank eines Österreichers." dieses jahr könnte sich tatsächlich etwas ändern. allerdings dank eines rumänen, der thessaloniki trainiert.
wallace63088 27.12.2018
2. Athener Arroganz
Zitat von kasalla.kallazitat: "Wer 30 Jahre oder jünger ist, hat keinen anderen griechischen Meister erlebt außer den großen drei. In diesem Jahr könnte sich das ändern - dank eines Österreichers." dieses jahr könnte sich tatsächlich etwas ändern. allerdings dank eines rumänen, der thessaloniki trainiert.
Ihr Kommentar trifft es auf den Punkt. Dass in griechischen Medien die Berichterstattung einseitig auf Athener Vereine ausgelegt ist, weiss man ja, aber dass der Spiegel einen solch schlecht recherchierten Artikel veroeffentlicht... Na gut, seit ca. 2 Wochen weiss der geneigte Leser, dass man auch Artikeln in diesem Nachrichten mit Vorsicht und gesundem Misstrauen begegnen sollte. Dem Autoren des Artikels empfehle ich in eine Blick in die Tabelle der griechischen Superleague.
Leto13 02.01.2019
3. hm
Christides ist vielleicht Fan von Aris Thessaloniki. Da kann er natürlich nicht berichten, dass Stadtrivale PAOK ungeschlagen auf dem Weg zur Meisterschaft ist, nach 34 Jahren.
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