Attacke gegen Schiedsrichter: Wieder Bierbecherwurf auf St. Pauli

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Manche lernen es nie. Erneut hat ein St. Pauli-Fan am Millerntor einen Bierbecher auf den Schiedsrichter geworfen. Dem Verein drohen als Wiederholungstäter jetzt empfindliche Strafen.

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St.Pauli-Fan: Mit Becher geworfen

Hamburg - Schwarzer Freitag für den FC St. Pauli. Erst gab es gegen den FC Erzgebirge Aue die erste Heimniederlage der Saison ( 2:3 nach 1:0-Führung), dann benahm sich erneut ein Anhänger der Hamburger daneben. Schiedsrichter Christian Leicher wurde beim Verlassen des Feldes Richtung Spielertunnel von einem Zuschauer aus der Südkurve mit einem Bierbecher beworfen und soll am Kopf getroffen worden sein.

Es gibt allerdings auch Aussagen von Zuschauern, die den Becherwurf zwar bestätigen, aber eben nicht den Kopftreffer. Mithilfe anderer Fans wurde der Täter identifiziert und von mehreren Sicherheitskräften abgeführt. Die Polizei nahm seine Personalien auf. Der Unparteiische erklärte bei Sport1, er werde den Vorgang, zu dem es vermutlich keine Bilder gibt, im Spielberichtsbogen vermerken.

Der FC St. Pauli will sich vorerst nicht zu dem Vorfall äußern. "Wir warten den Sonderbericht des Schiedsrichters ab", sagte Teammanager Christian Bönig, der sich direkt nach dem Becherwurf beim Schiedsrichter entschuldigte und sich nach dessen Gesundheitszustand erkundigte. Leicher ist demnach bei dem Zwischenfall nicht verletzt worden.

Bislang wurden noch keine Ermittlungen eingeleitet. "Der Kontrollausschuss wartet den Schiedsrichterbericht ab und entscheidet dann über das weitere Vorgehen", teilte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker mit.

Bei den Verantwortlichen am Millerntor herrscht trotz des gelungenen Saisonstarts gedrückte Stimmung. Zu groß ist die Angst vor einer erneuten empfindlichen Strafe. Denn seit Freitagabend dürfte der Club als Wiederholungstäter gelten, was die möglichen Sanktionen seitens des DFB-Sportgerichts grundsätzlich verschärft. Strafmildernd könnte sich allerdings die Kooperationsbereitschaft der friedlichen Fans mit dem Ordnungsdienst auswirken.

Bereits am 1. April war Schiedsrichterassistent Thorsten Schiffner in der Bundesliga-Partie zwischen St. Pauli und Schalke 04 von einem vollen Bierbecher am Kopf getroffen worden und daraufhin zusammengebrochen. Referee Deniz Aytekin brach die Begegnung damals vorzeitig ab. Die Schalker führten zu diesem Zeitpunkt 2:0.

Der DFB verurteilte St. Pauli zunächst zu einem Geisterspiel, reduzierte die Strafe aber anschließend. Die Hamburger mussten ihr erstes Heimspiel nach dem Abstieg in die 2. Bundesliga in einem fremden Stadion außerhalb der Hansestadt und unter Teilausschluss der Öffentlichkeit austragen. Der Club zog daraufhin für den Saisonauftakt gegen den FC Ingolstadt (2:0) an die Lübecker Lohmühle. Durch die Spielverlegung entstand dem Verein damals ein Schaden von rund 400.000 Euro.

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insgesamt 26 Beiträge
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1. Eine hohe finanzielle Strafe muss da her!
n.holgerson 24.09.2011
Die Vereine sehen doch Sicherheitspersonal bzw. Sicherheitsmaßnahmen (z.B. Fangzäune) nur als Kostenfaktor. Auf der anderen Seite sind die Vereine nicht bereit auf ihren Kommerz (Getränke Innenraum) zu verzichten. Deshalb muss man hohe finanzielle Strafen aussprechen. Dass die Vereine (und ich meine alle und nicht nur Pauli) sich zweimal überlegen, wie viel sie in die Sicherheitsmaßnahmen investieren bzw ob sich der Kommerz noch lohnt. Man stelle sich vor, es würde eine Strafstaffelung geben. Also, Pauli hätte beim ersten mal 1 Mio Strafe zahlen müssen. Und jetzt beim zweiten mal 5 Mio. Und wenn es nochmals vorkommt, dann 10 Mio..... Achtung es kommt nicht auf die genaue Höhe der Strafe an. Sondern wichtig ist, dass die Strafe hoch anfängt und heftig ansteigt. Weil wenn hohe Strafen drohen, dann werden die Vereine schnell umdenken.
2. Realsatire?
der_humanist 24.09.2011
---Zitat--- Man stelle sich vor, es würde eine Strafstaffelung geben. Also, Pauli hätte beim ersten mal 1 Mio Strafe zahlen müssen. Und jetzt beim zweiten mal 5 Mio. Und wenn es nochmals vorkommt, dann 10 Mio..... ---Zitatende--- Das meinen Sie doch nicht ernst? Hab ich den Ironiemodus übersehen? Und warum ist eigentlich "der Verein" der Schuldige? Der Werfer wurde eindeutig identifiziert, also soll er zahlen. Bei 30- 60.000 Zuschauern kann man nicht alles überwachen. Wenn dieses absurde Beispiel Schule machen würden, dann wären ein paar einzelne "Scherzkekse" in der Lage, ruckartig komplette Fußballvereine zu ruinieren. Nach 10 gezielten Becherwürfen wäre selbst Bayern München pleite, die müßten dann nach obiger Logik min. 100 Millionen Strafe zahlen - für einen Pappbecher.
3. o.T.
barcadero 24.09.2011
Was für ein Quatsch! Kein Verein ist in der Lage, 30.000 und mehr Zuschauer über fast zwei Stunden in Schach zu halten. Der DFB, der doch alles so gern regelt, sollte Sicherheits- bestimmungen für die Vereine erlassen. Erfüllt ein Verein diese Bestimmungen, ist ihm ein Fehlverhalten der Zuschauer nicht anzukreiden. Es kann doch nicht angehen, dass ein paar hirnlose Rüpel einen Verein existenziell gefährden.
4. Es sind leider die so genannten Fans
yanasa 24.09.2011
Wenn eben ein 'Fan' nicht versteht, um was es beim Sport geht und meint, er müsse mit Bierbechern werfen, dann gibt es eben zwei Möglichkeiten: a) absolutes Alkoholverbot in den Stadien (was sich wohl leider kaum durchsetzen wird) b) den Ausschluß aller Fans beim nächsten Spiel dieses Vereins. Bereits beezahlte Tickets werden nicht zurück erstattet. Variante b) halte ich für sinnvoller, denn wenn das nur einmal passiert, dann werden die Fans schon auf ihre Nachbarn aufpassen, daß die ihnen nicht das nächste Spiel vermiesen. Und es geht ans Eingemachte (Geld) der Fans. Beim Geld hört dann nämlich der 'Spaß' auf.
5. ...
Florian_Geyer 24.09.2011
Zitat von sysopManche lernen es nie. Erneut hat ein St. Pauli-Fan am Millerntor einen Bierbecher auf den*Schiedsrichter geworfen. Dem Verein drohen als Wiederholungstäter jetzt empfindliche Strafen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,788152,00.html
Ich hoffe, dass die Weicheier vom DFB endlich durchgreifen, dieser Theo Zwanziger ist im Vergleich zu Hermann Neuberger ein echter "Leichtmatrose"
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