Platzverweise in Dortmund - das ist eine besondere Geschichte in dieser Spielzeit. In der Hinrunde war die unberechtigte Rote Karte für Nationalverteidiger Marcel Schmelzer durch Schiedsrichter Wolfgang Stark der Aufreger aus Dortmunder Sicht. Am Samstag wurde Stürmerstar Robert Lewandowski gegen den Hamburger SV des Feldes verwiesen - und wieder gibt es anschließend heftige Diskussionen.
Diesmal ging es jedoch nicht um Lewandowskis Vergehen an sich. Sein Einsteigen gegen Per Skjelbred war hart genug, um mit Rot gewürdigt zu werden - dagegen gab es selbst von schwarz-gelber Seite wenig Widerspruch. Dafür haben die Offiziellen des BVB diesmal einen Profi des gegnerischen Teams als Feindbild auserkoren: HSV-Mittelfeldspieler Rafael van der Vaart.
Der Niederländer war nach dem Foul Lewandowskis auf den Polen zugestürmt und hatte ihn heftig beschimpft. Daraufhin war BVB-Kapitän Sebastian Kehl herbeigeeilt und hatte van der Vaart umgeschubst. Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte sich all dies zunächst mit angesehen und dann Lewandowski Rot und van der Vaart Gelb gezeigt. Kehl kam ohne Karte davon.
Am Tag nach dem Spiel legte van der Vaart nach und gab zu, "nach dem Foul ein bisschen Theater gemacht" zu haben. Er begründete dies damit, dass er das Gefühl gehabt habe, Gräfe habe zunächst nur Gelb für Lewandowski zeigen wollen: "Daraufhin hat der Referee dann doch noch die gerechte Rote Karte gezeigt."
Die Dortmunder Seite schäumt seitdem. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte, diese Aktion van der Vaarts werde er nicht vergessen. Und Trainer Jürgen Klopp, der am Samstag für seine Verhältnisse noch erstaunlich moderat auf den Feldverweis reagiert hatte, kommentierte: "Das war der schlechteste Satz, den ich je gehört habe."
War das sein gutes Recht als Führungsspieler, sich auf diese Weise für sein Team einzusetzen? Oder hat van der Vaart damit alle Regeln des Fairplay verletzt? An welche Grenze darf ein Profi gehen, um seiner Mannschaft zu helfen - und in diesem Fall den Gegner zu schwächen? Diskutieren Sie hier mit per Vote und im Forum!
Im späteren Verlauf des Spiels wurde van der Vaart von einem aufgebrachten BVB-Anhänger mit einem Feuerzeug getroffen. Der HSV-Star hielt sich kurz den Kopf und machte weiter. Es gibt andere, die hier mit Sicherheit "ein bisschen Theater gemacht" hätten.
aha
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