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Auftaktpleite für Köln Willkommen im rheinischen Versuchslabor

Kölner Auftakt-Pleite: Solbakken redet, keiner versteht
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DPA

Die Hoffnung auf eine ruhige Spielzeit währte nur 90 Minuten: Nach der deutlichen Heimniederlage gegen Wolfsburg droht dem 1. FC Köln wieder eine Zittersaison. Und wie es in Köln üblich ist, wird jetzt schon über den Trainer diskutiert. 

Die Kölner Domplatte war eineinhalb Stunden vor dem Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem VfL Wolfsburg fest in rot-weißen Händen. Wie es sich für die Karnevalshochburg gehört, feierten die Fans sich, den Tag und ihren FC. Und sie stimmten immer wieder ein Lied an: "Deutscher Meister wird nur der FC Köln, nur der FC Köln." Nach dem Spiel rief niemand mehr. Der FC ist mit einem ernüchternden 0:3 gegen Wolfsburg in die Saison gestartet.

Dass die Erwartungshaltung bei den Rheinländern traditionell wenig mit dem tatsächlichen Leistungsstand ihrer Mannschaft zu tun hat, ist in Köln mittlerweile so etwas wie Kulturgut geworden. Laut einer Legende geht das so weit, dass sobald die Kölner Mannschaft nach den ersten zwanzig Minuten eines Spieles in Führung liegt, die FC-Geschäftsstelle die ersten Anfragen nach dem Start des Ticketvorverkaufs für die Champions League erreichen.

Am Samstag gab es solche Anrufe nicht, Köln lag bereits nach 17 Minuten 0:1 hinten. Ausgerechnet der frühere Kölner Angreifer Patrick Helmes erzielte die Wölfe-Führung und zerstörte damit die leise Hoffnung der FC-Verantwortlichen, endlich einmal einen ruhigen Saisonstart zu erleben. Als der Tabellenzehnte der vergangenen Saison am Ende sogar mit einem 3:0-Sieg in den Bus Richtung Wolfsburg stieg, spiegelte sich in den Gesichtern der FC-Macher nicht nur die Angst vor einem verkorksten Auftakt wieder, sondern vor allem davor, erneut einen Trainer-Fehlgriff getätigt zu haben.

Solbakken nahm die Verantwortung auf sich

Denn Stale Solbakken, der norwegische Coach, der mit dem FC Kopenhagen fünf Meistertitel einfuhr, der sogar als Nachfolger von Jupp Heynckes bei Bayer Leverkusen gehandelt wurde und den der FC für etwa eine halbe Million Euro aus einem Vertrag mit dem norwegischen Verband herauskaufte, wirkte bei seiner Bundesliga-Premiere völlig hilflos. Der von Sportdirektor Volker Finke mit viel Vorschusslob ausgestattete Coach, dem Detailverliebtheit, Präzision und eine gute Mannschaftsführung attestiert werden, schaffte es nicht, dem FC-Team zum Saisonstart eine Handschrift zu verleihen.

"Die Mannschaft wirkte heute sehr verunsichert. Wir haben viele individuelle Fehler gemacht. Die ganze Mannschaft war nicht gut genug, aber dafür ist auch der Trainer...", sagte Solbakken auf der anschließenden Pressekonferenz und verschluckte das fällige "verantwortlich" dabei gänzlich. Immerhin gestand er ein, der Verantwortung, der Mannschaft die nötige Sicherheit gegeben zu haben, nicht gerecht geworden zu sein.

Die Mannschaft kennt das ja schon. In guter Regelmäßigkeit wird ihr ein neuer Übungsleiter hingestellt, dem eigentlich nur ein weißer Laborkittel fehlt. Denn so wie Zvonimir Soldo und Frank Schaefer, Solbakkens Vorgänger, ist auch der Norweger ein Bundesliga-Newcomer. Die Mannschaft ist sein Versuchskaninchen, die Bundesliga das Labor.

Wirkung bisher nur außerhalb des Platzes

Solbakken hat eine völlig andere Ansprache als der Fan-Liebling Frank Schaefer, mit dessen Führungsstil die Spieler ihre Probleme hatten. Solbakken ist nüchtern, analytisch, kritisch. Er hat seinen eigenen Kopf, setzt auch gegen den öffentlichen Widerstand Lukas Podolski als Kapitän ab und eckt gerne mal beim gefürchteten Kölner Boulevard an. Außerhalb des Spielfeldes ist seine Durchsetzungskraft erkennbar. Auf dem Rasen noch nicht.

Dies mag auch sehr stark damit zusammenhängen, dass es sich beim aktuellen FC-Team nicht um Solbakkens Mannschaft handelt, sondern um eine, die großteils noch vom ehemaligen Manager Michael Meier zusammengestellt wurde. Es ist ein technisch schwaches Team, das mit den hohen taktischen Ansprüchen Solbakkens offenbar nicht kompatibel ist.

Am meisten war der Systemzusammenbruch beim Spiel gegen die Wolfsburger bei Neu-Kapitän Pedro Geromel sowie seinen beiden Defensiv-Kollegen Miso Brecko und Kevin Pezzoni zu erkennen. Wolfsburg spielte alles andere als Tempo-Fußball, schaffte es aber immer wieder, mit einfachsten Kreuzungen die sogenannte FC-Abwehr auszuhebeln. Alleine Helmes hätte statt seiner zwei auch gut fünf Tore machen müssen.

Solbakkens so häufig gelobtes Spiel gegen den Ball fand statt, allerdings dauerhaft im umgekehrten Sinne: Köln lief den Pässen der Wolfsburger hinterher. Ein eigenes Pressing, ein Aufbäumen zeigte der FC nicht. Lediglich Podolski sprintete immer mal wieder dahin, wo eigentlich zwei oder drei seiner Kollegen hätten stehen müssen. Und da sich der Nationalspieler dadurch zusehends im Mittelfeld tummelte, fehlte er vorne im Sturm, wenn es denn mal zu einem der wenigen Umschaltversuche der Kölner kam. Die zwei Torgelegenheiten, die der FC durch den später vom Feld verwiesenen Milivoje Novakovic bekam, waren dadurch auch mehr dem Zufall denn einer Konzeption geschuldet.

Es bleibt noch sehr viel Arbeit für Solbakken. Und wenig Zeit. Denn so schnell wie die Fans in Köln in Euphorie verfallen, so schnell gibt es auch die große Depression. Einen ersten Eindruck bekam Solbakken gegen Wolfsburg: Nach acht Minuten hielten die FC-Ultras "Wilde Horde" ein Banner mit der Aufschrift: "Stale, höre nicht auf die Experten. Nur Ergebnisse zählen" hoch. Zehn Minuten später ertönte das erste Pfeifkonzert gegen die eigene Mannschaft.

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insgesamt 26 Beiträge
allereber 06.08.2011
Die Wolfsburger blufften. Sie werden nach 2009, wieder Deutscher Meister. Arme Bayern.
Zitat von sysopDie Hoffnung auf eine ruhige Spielzeit währte nur 90 Minuten: Nach der deutlichen Heimniederlage gegen Wolfsburg droht dem 1. FC Köln wieder eine Zittersaison. Und wie es in Köln üblich ist, wird jetzt schon über den Trainer diskutiert.* http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,778792,00.html
Die Wolfsburger blufften. Sie werden nach 2009, wieder Deutscher Meister. Arme Bayern.
horstma 06.08.2011
Mit Recht. Ein neuer Trainer kommt: Er hat noch kein Training gesehen oder geleitet, noch kein Spiel bestritten, nicht mit der Mannschaft gearbeitet. Als erste Amtshandlung wirft er den Mannschaftskapitän raus. Dann gibt es zwei [...]
Zitat von sysopDie Hoffnung auf eine ruhige Spielzeit währte nur 90 Minuten: Nach der deutlichen Heimniederlage gegen Wolfsburg droht dem 1. FC Köln wieder eine Zittersaison. Und wie es in Köln üblich ist, wird jetzt schon über den Trainer diskutiert.* http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,778792,00.html
Mit Recht. Ein neuer Trainer kommt: Er hat noch kein Training gesehen oder geleitet, noch kein Spiel bestritten, nicht mit der Mannschaft gearbeitet. Als erste Amtshandlung wirft er den Mannschaftskapitän raus. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Der Mann ist größenwahnsinning, eine Art Über-van-Gaal, oder die Entscheidung ist im Vorstand gefallen, und der neue Trainer "durfte" sie umsetzen, weil es nach außen besser aussieht, wenn der Trainer die sportlichen Dinge regelt. Es ist dann auch leichter, den Trainer als Sündenbock zu feuern, und so zu tun, als hätte man damit nichts zu tun. Man wird sehen.
mgaul 06.08.2011
Normalerweise finde ich Sprachschludereien ja gar nicht so schlimm und merke sie nur an, wenn durch sie der Sinn der Aussage unklar wurde. Aber in letzter Zeit häufen sie sich etwas, so auch in diesem Artikel: "Der FC ist [...]
Normalerweise finde ich Sprachschludereien ja gar nicht so schlimm und merke sie nur an, wenn durch sie der Sinn der Aussage unklar wurde. Aber in letzter Zeit häufen sie sich etwas, so auch in diesem Artikel: "Der FC ist mit einem ernüchternden in die Saison gestartet." "Es ist ein technisches schwaches Team" "Am größten war der Systemzusammenbruch beim Spiel (...) zu erkennen." "Ein eigenes Pressing, ein Aufbäumen zeigten der FC nicht." Darüber hinaus enthält der Artikel noch mindestens drei Satzkonstruktionen, die - obwohl grammatisch korrekt - sehr holprig wirken. Inhaltlich finde ich den Artikel allerdings sehr ordentlich, ich halte die Analyse für zutreffend und auch für gut begründet. Und der Inhalt ist mir wichtiger als Orthographie und Grammatik. Dennoch - Sprachschludereien in dieser Häufigkeit müssen doch nicht sein, oder?
eli_18 06.08.2011
Die Kölner haben einfach kein "gutes Händchen" bei den Schlüsselpositionen Manager und Trainer. Vor allem der längst abgehobene Finke gefällt mir gar nicht. Es gibt keinerlei Weiterentwicklung der Mannschaft seit [...]
Die Kölner haben einfach kein "gutes Händchen" bei den Schlüsselpositionen Manager und Trainer. Vor allem der längst abgehobene Finke gefällt mir gar nicht. Es gibt keinerlei Weiterentwicklung der Mannschaft seit mehreren Jahren! Wenn man sieht wie der BVB als momentaner Maßstab arbeitet, muss man den Kölner Verantwortlichen eigentlich das Vertrauen entziehen. Wieso spielt man 442 mit Jajalo (Z/RM!!) im linken Mittelfeld und Chihi (LA) auf rechts?? Ein 4231 mit Doppelsechs (hat man ja mehr als genug) plus Peszko und Chihi oder Clemens auf den Außen und Poldi hinter Nova.
no_angie 06.08.2011
Das ist wahrlich kein Kölner Phänomen, diese Diskussion. Wenn ein Trainer, der nie mit der Mannschaft gearbeitet hat und die Bundesliga allenfalls aus dem Fernsehn kennt, erst einmal Urlaub macht während seine Mannschaft ins [...]
Zitat von sysopDie Hoffnung auf eine ruhige Spielzeit währte nur 90 Minuten: Nach der deutlichen Heimniederlage gegen Wolfsburg droht dem 1. FC Köln wieder eine Zittersaison. Und wie es in Köln üblich ist, wird jetzt schon über den Trainer diskutiert.* http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,778792,00.html
Das ist wahrlich kein Kölner Phänomen, diese Diskussion. Wenn ein Trainer, der nie mit der Mannschaft gearbeitet hat und die Bundesliga allenfalls aus dem Fernsehn kennt, erst einmal Urlaub macht während seine Mannschaft ins Trainingslager fährt. Wenn dieser Trainer dann den einzigen Nationalspieler -das Aushängeschild des Vereines- den man mit großen Versprechungen heim nach Köln geholt hat dann wochenlang öffentlich demontiert und schließlich demütigt, indem man ihm die Kapitänsbinde abnimmt um sie dem ungeeignesten Spieler aufzudrängen, damit der nicht den Verein verlässt. Wenn dieser Trainer der Mannschaft ein völlig neues Spielkonzept aufzwingen will obwohl er die Spieler offensichtlich überhaupt nicht kennt, dann ist diese Diskussion mehr als berechtigt und würde in jeder anderen Stadt ebenso stattfinden. Schickt den Mann und den der ihn verpflichtet hat, schnell nach Hause, die taktische Konzeption die man heute gesehen hat, kann auch der Geisbock der Mannschaft vermittlen. Der kostet wenigstens nur Heu und Gras.
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