Krawalle bei Schalke vs. Bayern NRW-Innenminister muss sich wegen Fanausschreitungen erklären

Wie konnte es zu den schweren Fanausschreitungen am Rande der Partie zwischen den Bundesligisten Schalke und Bayern kommen? Diese Frage muss nun NRW-Innenminister Ralf Jäger vor dem Landtag beantworten.

NRW-Innenminister Jäger: Schadensbilanz?
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NRW-Innenminister Jäger: Schadensbilanz?


Die Ausschreitungen rund um das Bundesliga-Top-Spiel zwischen Schalke 04 und Bayern München am vergangenen Samstag in Gelsenkirchen (1:3) haben ein parlamentarisches Nachspiel. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) muss dem NRW-Landtag in Düsseldorf auf Antrag der FDP erörtern, warum die örtliche Polizei den gewalttätigen Angriff nicht verhindern konnte.

Nach Polizeiangaben hatten gewaltbereite Anhänger des FC Bayern München und des VfL Bochum in einer gemeinsamen Aktion versucht, den Kassenbereich Nord an der Arena zu stürmen. Die Polizei sprach dabei von einem "extrem gewalttätigen Übergriff", bei dem zahlreiche Menschen erheblich verletzt wurden.

Insgesamt gab es 196 Festnahmen. Die Polizei hat mittlerweile eine Ermittlungskommission eingerichtet und sucht Zeugen, die das Tatgeschehen beobachtet haben. Vertreter der beteiligten Vereine hatten die Taten auf das Schärfste verurteilt.

FDP-Innenexperte Marc Lürbke erwartet von Jägers Anhörung eine Aufklärung über das Einsatzkonzept der Sicherheitskräfte, die Zahl der eingesetzten Polizisten und die Schadensbilanz für unbeteiligte Stadionbesucher.

bka/sid

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
observer2014 25.11.2015
1. Hausrecht
Ich weiß nicht ob der Kassenbereich auf öffentlichen Grund steht oder zum Stadion und dessen Eigentümer gehört. Im letzteren Fall werden die Verantwortlichen ja wohl dafür gesorgt haben, dass Überwachungskameras in ausreichender Zahl und guter Auflösung installiert worden sind. Das sogenannte Hausrecht dürfte das ja wohl möglich machen - trotz in Deutschland vorherrschenden Verbrecherschutz - auch Datenschutz genannt.
Mieze Schindler 25.11.2015
2. Man könnte überlegen, dem FC Bayern München
und dem VfL Bochum jeweils 3 Punkte abzuziehen, als Strafe dafür, dass die dafür Verantwortlichen in den Clubs ihre Fans nicht im Griff haben.
mlu 25.11.2015
3. Sicher
Zitat von Mieze Schindlerund dem VfL Bochum jeweils 3 Punkte abzuziehen, als Strafe dafür, dass die dafür Verantwortlichen in den Clubs ihre Fans nicht im Griff haben.
Ja, das könnte man. Würde das Modell aber Schule machen, wären manche Vereine am Ende sehr punktearm....
mauerfall 25.11.2015
4.
Zitat von Mieze Schindlerund dem VfL Bochum jeweils 3 Punkte abzuziehen, als Strafe dafür, dass die dafür Verantwortlichen in den Clubs ihre Fans nicht im Griff haben.
Organisieren wir ein ein bisschen Remmidemmi beim gegnerischen Club, den wir schon immer bescheiden fanden, und dann werden dem drei Punkte abgezogen. Yeah...
shanda 25.11.2015
5. Wie sollen Vereine das im Griff haben?
Zitat von Mieze Schindlerund dem VfL Bochum jeweils 3 Punkte abzuziehen, als Strafe dafür, dass die dafür Verantwortlichen in den Clubs ihre Fans nicht im Griff haben.
Ich frage Sie ganz ernsthaft, wie Vereine ein derart verbrecherisches Verhalten im Griff haben sollen? Es ist eine Sache, wenn die Vereine in ihrem eigenen Stadion für Sicherheit sorgen müssen: durch Kontrollen, Sicherheitsdienste, Eskalationsstrategien. Aber es ist eine ganz andere, ob sich eine verbrecherische Gruppe Personen gangartig zusammenschließt und einen Überfall auf eine andere Menschengruppe durchführt - denn nichts anderes war das ja. Und die haben ihre "Aktion" sicherlich vorher nicht bei den Vereinen, von welchen sie angeblich Fans sein wollen, und der Polizei als Protestdemonstration angemeldet. Ich bin ja sehr dafür, dass Vereine (finanzielle) Verantwortung für Fehlverhalten von Fans innerhalb der Stadien übernehmen. Und ich finde es auch grundsätzlich keine schlechte Idee, dass sie sich auch an der Finanzierung von Polizeieinsätzen beteiligen, auch wenn es da wohl rechtliche/ gesetzliche Hürden gibt. Aber wenn sich Personen, die in meinen Augen keine Fans sind, denn es ging ihnen ganz offensichtlich nicht um das Fußballspiel, trotz aller Appelle zu einem gemeinschaftlichen Verbrechen verabreden, können die Vereine das ja nicht riechen, woher sollen sie das denn wissen - wie sollen sie diese Fans denn im Griff haben? Das ist genauso als wenn ich sagen würde, Schwerverbrecher XY bezeichnet sich als Fan von einer Musikgruppe, wieso haben denn die Manager dieser Musikgruppe nicht verhindert, dass der Schwerverbrecher vor oder nach dem Konzeptbesuch sein nächstes Verbrechen begeht? Absurd!
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